Selmer Sekundarschule wird zum digitalen Vorreiter

Moderne Technik im Unterricht

Die Stadt Selm will möglichst viele Schüler für naturwissenschaftliche Fächer begeistern. Dabei helfen sollen Praktika und moderne Ausstattungen in Schulen. Ein Kraftakt – gerade auch mit Blick auf die Kassenlage. Die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule zeigt in einem Pilotprojekt, wie der Unterricht mit moderner Technik aussehen kann.

SELM

, 21.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Selmer Sekundarschule wird zum digitalen Vorreiter

Maria Allnoch (4.v.r.), Regionalleiterin bei Innogy, informierte sich in der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule in Selm über die vom Unternehmen unterstützten Enegieprojekte an der Schule. Vertreter der Schule und der Stadt dankten für die finanzielle Unterstützung beim Ausbau der Technik und bei den Projekten.

Ortstermin in der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule: Schüler nutzen am Mittwochmorgen die technisch aufgerüstete Klasse nicht, gekommen sind jedoch neben Bürgermeister Mario Löhr auch Fachdezernatsleiter Wolfgang Strickstrock, Innogy-Regionalleiterin Maria Allnoch, die Schulleitung und auch Elternvertreter, um ein erstes Fazit der zunächst für drei Jahre vereinbarten Zusammenarbeit zwischen Stadt, Schule und Unternehmen zu ziehen.

Zehn Klassenräume der Sekundarschule sind mittlerweile mit Beamern und Laptops ausgestattet. „Wir sind froh, dass wir dabei mit Innogy einen strategischen Partner haben“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Sein Dank gilt dem Unternehmen und der engagierten Schule. Selbstverständlich scheint diese Offenheit für neue Techniken nicht überall zu sein. „Es waren nur wenige Schulen bereit, Technik und Projekte zu testen, zu bewerten und Verbesserungsvorschläge zu machen“, sagt Maria Allnoch.

Pilotprojekt

Die Sekundarschule in Selm hat sich gerne der Aufgabe gestellt. Sie hat bei diesem Pilotprojekt die vom Energieunternehmen zur Verfügung gestellten Energiesparkoffer ausgiebig getestet. Auch der Vortrag eines von Innogy finanzierten externer Beraters habe großen Anklang gefunden. Als Beleg zeigte Lehrerin Carina Jost verschiedene Fotos von Sekundarschülern, die mit Begeisterung Experimente gemacht – und dabei viel gelernt haben.

Wissen, das sie nicht für sich behalten sollen. „Wir wollen weitere Schüler zu Energiepaten ausbilden“, berichtete Carina Jost. Zudem sei geplant, einen Energiedienst an der Schule einzuführen. Hierbei gehe es um eine bessere Mülltrennung und eine noch sinnvollere Energienutzung.

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Auch in die Mittagsangebote, Arbeitsgemeinschaft und Projekte will die Sekundarschule das Thema integrieren. „Wir machen uns auf den Weg. Dabei ist alles auf Nachhaltigkeit ausgelegt“, betonte Schulleiterin Karin Vogel. Einig ist sie sich mit ihrer Stellvertreterin Eva Graß-Marx, dass es schön wäre, wenn weitere Klassen technisch aufgerüstet werden könnten.

Ob das mit Unterstützung von Unternehmen erfolgt, ist nach Aussage von Mario Löhr nicht entschieden. Aktuell gebe es vom Bund und Land verschiedene Förderprogramme. So könnte das Sponsoring vielleicht für andere Dinge genutzt werden.

Wichtig ist dem Bürgermeister bei der Kooperationen mit Unternehmen ein weiterer Aspekt, Löhr hofft auf die Bereitstellung von Praktikumsplätzen. Durch den Partner Innogy, aber auch durch andere „große und kleine Player“.

Stadt will kräftig investieren

Alle Selmer Schulen sind nach Auskunft der Stadtverwaltung mit neuen Medien wie Beamern und PC/Laptops ausgestattet. Unterschiede gibt es vor allem bei den Grund- und weiterführenden Schulen. „Bei den Grundschulen ist der Bedarf nach 'Neuen Medien' noch nicht ganz so groß“, sagt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion. Das Städtische Gymnasium verfügt auch über Whiteboards und Tablets. Die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule stellt derzeit ein eigenes Medienkonzept auf. Dort soll der weitere Bedarf dargestellt werden.

Auch die auslaufenden Schulen (Realschule und Hauptschule) haben in den vergangenen Jahren Medienausstattung zur Verfügung gestellt bekommen. So hat die Realschule vor zwei Jahren zehn neue Laptops bekommen.

Wie hoch die Investitionen in den vergangenen drei Jahren insgesamt in neue Medien war, kann die Stadt nicht beziffern. Die Schulen herhalten Mittel, aus denen sie eigenverantwortlich Material beschaffen können. Die Stadt Selm plant weitere Investitionen in Millionenhöhe in die Infrastruktur der Schulen. Es geht dabei um energetische Sanierungen, Breitbandausbau und Digitalisierung.

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