Selmer soll mit Schrottimmobilien betrogen haben

Acht Häuser in Plettenberg

Heruntergekommenen Schrottimmobilien sollen ein Selmer und vier Mitarbeiter einer Dortmunder Firma als Schmuckstücke ausgegeben haben - und mit dieser Masche Banken um hunderttausende Euro betrogen haben. Jetzt hat der Prozess begonnen: Der Staatsanwalt geht davon aus, dass die Männer gezielt mittellose Personen für sich einspannten.

SELM

02.08.2017, 16:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Selmer soll mit Schrottimmobilien betrogen haben

Das Landgericht in Dortmund.

Ein 57-jähriger Mann aus Selm und vier Mitarbeiter eines Dortmunder Immobilienunternehmens sollen Schrottimmobilien zu überteuerten Preisen verkauft und die finanzierenden Banken um Hunderttausende betrogen haben. Seit Mittwoch müssen sich die Angeklagten vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Im Jahr 2006 hatte das Unternehmen bei einer Zwangsversteigerung acht Mehrfamilienhäuser in Plettenberg für zusammen 299.000 Euro erworben. Die Immobilien standen leer, weil sie offenbar völlig heruntergekommen und damit unbewohnbar waren. In der Anklage ist von Verwüstung, Vandalismus und schlimmen Pilzbefall die Rede.

Auf dem Papier sollen die Angeklagten aus den Immobilien dann echte Schmuckstücke gemacht haben. Laut Staatsanwalt Ralph Steinert funktionierte die anschließende Betrugsmasche so: Die Mitarbeiter des Immobilienunternehmens schauten sich nach potenziellen Käufern für die Häuser um. Dabei sprachen sie gezielt mittellose Personen an. Denen wurde vorgegaukelt, dass sämtliche Wohnungen in den Häusern vermietet seien. Die fälligen Kredite für den Ankauf würden sich also von alleine tragen.

Betrüger versuchten, Banken und Käufer zu überzeugen

In einem zweiten Schritt wendeten sich die Angeklagten dann laut Staatsanwalt an verschiedene Banken. Dort legten sie offenbar gefälschte Verdienstbescheinigungen und Kontoauszüge der Kaufinteressenten vor. Außerdem sollen die Grundrisse der Häuser so manipuliert worden sein, dass sie größer und moderner wirkten.

In mehreren Fällen soll der Betrug tatsächlich funktioniert haben. Laut Anklage zahlten die Banken die Kreditsumme ohne weitere Prüfung aus – und am Ende blieben sie auf dem Schaden sitzen, weil die Käufer zu keiner Zeit in der Lage waren, die Rückzahlung zu stemmen.

 

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