Selmer soll Polizisten per Mail beleidigt und persönlich beschimpft haben

rnBewährungsstrafe

„Nazi“ und „Wichser“: Diese Beleidungungen soll ein Mann aus Selm Polizisten an den Kopf geworfen haben. Das hat nun Folgen für ihn.

von Jana Peuckert

Selm

, 14.11.2019, 11:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mann aus Selm hatte offenbar schon eine Reputation: Als ein Gerichtsvollzieher bei ihm vorstellig werden wollte, holte sich der Gerichtsvollzieher aus Angst Polizeibeamte zur Verstärkung. Auf die, so sollte es sich hinterher herausstellen, reagierte der Schuldner aber offenbar besonders empfindlich: Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Mann aus Selm und der Polizei, in deren Verlauf der Selmer die Beamten mit Schimpfwörtern wie „Nazi“ und „Wichser“ beleidigt und außerdem Widerstand geleistet haben soll.

Zudem soll er E-Mails an die Polizei geschrieben haben, in denen er ebenfalls beleidigend geworden sein soll. Jetzt sollte sich der Mann im Amtsgericht Lünen wegen Beleidigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.

Angeklagter erschien nicht zur Verhandlung

Zwar war der Sitzungssaal am Mittwoch (13. November) schnell gut gefüllt mit zahlreichen Zeugen, und auch der Verteidiger war pünktlich erschienen. Vom Angeklagten fehlte hingegen trotz ordnungsgemäßer Ladung jede Spur.

Doch das konnte ihn letztendlich nicht vor einer Strafe bewahren. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung für angemessen.

Es könnte nicht sein, dass Polizisten und Amtsträger bedroht und beleidigt würden. Es müsste ein Zeichen gesetzt werden, dass so etwas nicht geduldet würde. Das sah der Richter genauso. Er erließ einen Strafbefehl über sechs Monate Haft auf Bewährung. Akzeptiert der Selmer diesen, müsste er als Auflage 500 Euro an die Staatskasse zahlen.

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