Selms Pfarrer zum Segen für Homosexuelle

Gleichgeschlechtliche Ehe

Vor den Standesbeamten dürfen gleichgeschlechtliche Paare seit diesem Monat treten, um zu heiraten. Vor den Pfarrer noch längst nicht – am Niederrhein nicht einmal, um einen Segen für zwei Liebende zu erbitten. Wir haben nachgefragt, wie es die Selmer Pfarrer damit halten.

SELM

, 02.10.2017 / Lesedauer: 2 min
Selms Pfarrer zum Segen für Homosexuelle

Karl Kreile (l) und Bodo Mende küssen sich am 1. Oktober im Rathaus Schöneberg in Berlin nach der Eheschließung.

Münsters Bischof Felix Genn hatte einem katholischen Pfarrer verboten, eine Segensfeier für den Emmericher Bürgermeister und seinen Partner durchzuführen. Der „grundlegende Unterschied“ zum Sakrament der Ehe, das nur Männern und Frauen offenstehe, drohe durch eine große, öffentliche Feier verloren zu gehen, begründete das Bistum gegenüber dem Evangelischen Pressdienst (epd).

Grundsätzlich den Wunsch nach einer Segnung ablehnen würde Claus Themann nicht. Der Pfarrer von Selm und gleichzeitige Dechant des Dekanats Werne hatte bislang noch keinen konkreten Fall. „Würden Paare anfragen, so ist es angemessen mit ihnen über ihren Glauben zu sprechen, ihre Wünsche“, sagt Themann. „Und ich bin mir sicher, dann findet sich auch ein gemeinsamer Weg.“

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Den sieht Pater Gregor Pahl, Pfarrer in Cappenberg, nicht. Den Wunsch nach einer Segnung in der für Hochzeitspaare sehr beliebte Stiftskirche hätten homosexuelle Paare noch nicht an ihn herangetragen. „Ich würde und könnte einer solchen Bitte auch nicht entsprechen. Dem Argument, eine Segnung zweier Liebender sei noch keine Eheschließung entgegnet er, dass das aber „zu Konfusion und Streit beitragen könnte“. Pater Pahl weiß dabei die Bischofskonferenz auf seiner Seite.

Der evangelische Pfarrer Lothar Sonntag hatte bereits zwei Anfragen. Dass es nicht zu Segensfeiern kam, ist nicht an ihm gescheitert: „Wenn zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen möchten und das auf Dauer, würde ich es sogar begrüßen, wenn ich sie verheiraten dürfte.“ Vielleicht sei die evangelische Kirche Westfalen „in ein, zwei Jahren so weit".

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