Sexueller Missbrauch an ihrem Kind: Selmer Mutter ist schuldig gesprochen worden

rnSexueller Missbrauch

Eine Selmerin ist vom Amtsgericht Lünen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Als Strafe für eine eigentlich unbeschreibliche Tat.

von Heinrich Höckmann

Selm, Lünen

, 20.02.2019 / Lesedauer: 2 min

Weil sie einem Mann verfallen war, hatte sie in Lünen Nacktfotos von ihrem Kind gemacht. Eine 45-jährige Selmerin musste sich am Mittwoch, 20. Februar, vor dem Amtsgericht in Lünen wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, der Herstellung von pornografischen Bildern sowie der Verbreitung pornografischer Schriften verantworten. Die Strafe für die 45-Jährige: zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung, sowie die Zahlung von 1000 Euro an den Kinderschutzbund Unna.

Mutter dreier Töchter

Die Angeklagte ist Mutter von drei Töchtern. Im Oktober 2016 sind sie 18, 9 und 7 Jahre alt, als die Mutter über das Internet einen Mann kennenlernt. Es sei ein gut aussehender junger Mann gewesen und habe einen sympathischen Eindruck gemacht, sagte sie vor Gericht. Es kommt zu ersten Treffen und zu Sex. Die Frau ist verliebt, verfällt dem Dorstener Tennislehrer. Sie unterschreibt ihm sogar, wie sie sagt, einen Sklavenvertrag. In dem sie als sein Eigentum bezeichnet wird und sie sich verpflichtet, alles zu tun, was er verlangt.

Regieanweisungen für Fotos

Richterin Beatrix Pöppinghaus verlas im Prozess den Chatverlauf der Angeklagten mit dem Mann über einen Zeitraum von zehn Tagen. Es wurde deutlich, wie subtil der Dorstener Tennislehrer die Frau manipuliert, wie sich seine sexuellen Fantasien steigern. Schließlich verlangt er Bilder der entkleideten jüngsten Tochter, die damals gerade sieben Jahre alt ist. Zunächst wehrt sich die Angeklagte noch, gibt dann aber seinem Verlangen nach. Er gibt ihr sogar Regieanweisungen, wie sie das schlafende Kind zu fotografieren hat. Schließlich beendet die Angeklagte das Verhältnis.

Jetzt lesen

Mehr als 50 vergleichbare Fälle

Zu diesem Verfahren war es gekommen, weil der Mann den Ermittlern ins Netz gegangen war. So kam man auch schnell der Selmerin auf die Spur. Dem Mann wird in Essen der Prozess gemacht. Er soll mehr als 50 Frauen nach dem gleichen Muster manipuliert haben.

Lesen Sie jetzt