So entsteht das Kanalsystem an der Kreisstraße

Dauer von mehreren Monaten

Auf der Kreisstraße in Selm soll in den kommenden Monaten ein neues Kanalsystem entstehen. Dafür entstehen zunächst zwei Löcher als Start- und Zielpunkt der Baumaßnahme. Die Arbeiten selbst finden komplett unterirdisch statt. Wir erklären, warum das neue System nötig ist und wie die Arbeiten ablaufen.

SELM

, 20.03.2017, 16:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf Höhe des Selmer Bachs entsteht die Startgrube für die Kanalarbeiten unter der Kreisstraße.

Auf Höhe des Selmer Bachs entsteht die Startgrube für die Kanalarbeiten unter der Kreisstraße.

"Wir stellen jetzt erst mal die Baugruben her“, sagt Projektleiter Manuel Rautenberg. Davon gibt es insgesamt zwei. Die acht mal sechs Meter große und neun Meter tiefe Startgrube befindet sich auf Höhe des Selmer Bachs. Die etwas kleinere Zielgrube (fünf mal fünf Meter) wird 330 Meter weiter in Richtung Bork ausgehoben. Unter diesem Teilstück entsteht der so genannte Regenwasserentlastungskanal, der das Wasser von der Ziel- zur Startgrube befördert. Von dort wird es in den Selmer Bach geleitet.

Aktuelle Regenwasserleitung reicht nicht aus

„Der Kanal wird gebaut, da die bisherige Regenwasserleitung unter der Kreisstraße nach den neuesten Berechnungen und Vorgaben für Starkregenereignisse nicht ausreichend ist“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Die Gruben können allerdings nicht einfach so ausgehoben werden. „Wir befinden uns hier im Grundwasser“, so Projektleiter Rautenberg. Deshalb müssen die Gruben wasserdicht sein.

60-Tonnen-Ramme wird eingelassen

Dafür werden voraussichtlich in der ersten Aprilwoche Spundwände mit einer 60-Tonnen-Ramme eingelassen. Anschließend wird der Bereich ausgeschachtet und mit einer Unterwasserbetonsohle abgedichtet. Das vorhandene Wasser wird abgepumpt.

Gebohrt wird dann planmäßig ab Mitte Mai mit einer knapp vier Meter langen Vortriebsmaschine, einer kleineren Version eines Tunnelbohrers. An der Vorderseite befindet sich das Schneiderad. Hinten sind Hydraulikpressen angebracht, die nach und nach die 8,5 Tonnen schweren Kanalrohre mit einem Durchmesser von 1,4 Metern in sechs Metern Tiefe ins Erdreich drücken.

Zehn Meter pro Tag schafft die Maschine

„Die Maschine schafft etwa zehn Meter pro Tag“, so Rautenberg. Gesteuert wird sie aus einem Baucontainer, in dem die gesamte Mess- und Regelungstechnik untergebracht ist. Im zweiten Schritt wird die Kanalisation im Abschnitt vom Kreisverkehr Botzlarstraße bis zur Einmündung Alte Zechenbahn erneuert. Auch die Hausanschlüsse werden dabei erneuert, was unter anderem eine Vollsperrung der Kreisstraße in den Bauabschnitten eins und zwei erforderlich macht.

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