So funktioniert der Freifunk in Selm

Mit Karte

Zwei, drei Klicks – und man kann sehen: 39 Knoten sind gerade online, 80 Personen nutzen das Selmer Freifunk-Netz. Eine guter Wert, aber sicher ausbaufähig. Hier gibt es eine Karte: An welchen Orten befinden sich die Freifunk-Router in Selm? Und wie funktioniert das Angebot überhaupt?

SELM

, 07.02.2017, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf unserer Karte sehen Sie, wo es in Selm bereits Freifunk gibt. Mit einem Klick auf die W-Lan-Symbole erfahren Sie den Namen der Router. Durch Scrollen in der Karte oder oder die Knöpfe plus und minus können Sie zoomen.

Wie funktioniert Freifunk eigentlich?

Jörg Wittemeier formuliert es so: „Es ist ein digitales Glas Wasser, das man abgibt.“ Ein Router mit einer speziellen Software leitet den Internetverkehr durch einen Tunnel an die Freifunk Server. Nur diese erscheinen nach außen, sodass der eigene Internetanschluss, an dem der Freifunk-Router steht, für andere nicht sichtbar wird.

Das hört sich irgendwie doch kompliziert an. Hilft mir jemand bei der Einrichtung?

„Wir sind kein Dienstleister, bieten aber Hilfe an“, sagt Jörg Wittemeier. „Wir“ ist dabei ein loser Zusammenschluss von Menschen, die sich für den Freifunk in der Stadt engagieren.

Wenn ich beim Freifunk mitmachen will, binde ich mich sofort langfristig?

Zu den Stammtischen der Selmer Freifunker können Interessierte kommen und sich ein Gerät ausleihen. Bis zum nächsten Stammtisch können Interessenten dann das Gerät austesten und in aller Ruhe entscheiden, ob sie bei dem Projekt mitmachen wollen.

Macht auch die Stadt mit?

In Selm ist die Stadtverwaltung nicht mit im Boot. Sie bietet an einigen Stellen ein offenes W-Lan an. Ein Registrierung ist nicht notwendig, allerdings müssen die Nutzer einmal pro Tag die AGBs anerkennen. Das ist beim Freifunk nicht der Fall. Einmal anmelden genügt. Andere Städte wie Lüdinghausen arbeiten eng mit den Freifunkern zusammen. Auch die SPD im Land NRW befürwortet Freifunk.

Was müssen die Nutzer zahlen?

Das Grundprinzip des Freifunks ist, wie es der Name schon deutlich macht, dass Menschen so kostenlos ins Internet kommen. Es ist ein Netz von Bürgern für Bürger.

Sind die offenen Netzwerke sicher für Internetnutzer?

Der Zugriff über Freifunk Münsterland ist nach Aussage der Freifunker nicht unsicherer als andere (kommerzielle) Angebote auch. Datenpakete können grundsätzlich an vielen Knotenpunkten im Internet mitgelesen werden. Die Freifunker empfehlen daher immer eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Was war die Motivation von Jörg Wittemeier, sich vor einem Jahr für den Aufbau eines Freifunk-Netzes stark zu machen?

Wittemeier sagt dazu, dass er technisch interessiert ist. „Zudem machen beim Freifunk Bürger etwas für Bürger.“ Allerdings räumt er auf Nachfrage ein, dass „es viel Arbeit ist, die Knotenpunke zu betreuen.“

Welche Pläne haben die Selmer Freifunker?

Im ersten Jahr nach dem offiziellen Startschuss gibt es im Umfeld der Ludgeristraße bereits etliche Privat- und Geschäftsleute, die beim Freifunk mitmachen. Auf der Kreisstraße sieht es hingegen noch deutlich schlechter aus. Auch andere Bereiche in der Stadt sollen noch ausgebaut werden.

Wie wollen die Freifunker voran kommen?

„Wir wollen einen Wanderstammtisch einführen“, sagt Wittemeier. Der nächste findet am Mittwoch, 22. Februar im LumberJack´s Diner statt; Beginn ist um 19 Uhr. In den nächsten Monaten sind weitere Stammtische in bisher schlecht versorgten Stadtbereichen geplant. Alle Interessenten sind willkommen.

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