So heißt Bork seine Flüchtlinge willkommen

Künstler sprayen Graffito

Über zehn Meter breit und fast drei Meter hoch: Zwei Selmer Sprayer haben Donnerstag und Freitag in der neuen Borker Kleiderkammer eine Wand mit einem Graffito besprüht, um Flüchtlinge in bunten Farben willkommen zu heißen.

Bork

, 11.09.2015, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mike Wenzlaff und Daniel Enns sind die beiden Künstler, die aus dem Jugendzentrum Sunshine bekannt sind. Sie haben zwei Tage lang an ihrem über zehn Meter breiten und fast drei Meter hohen Kunstwerk gearbeitet.

Zu sehen ist jetzt der Schriftzug „Together“ („gemeinsam“) und ein Handschlag: zwei Hände, die sich schütteln. Ein Zeichen des Friedens und der Verständigung, über Ländergrenzen und Nationalitäten hinweg.

Das Graffito schmückt eine zentrale Wand in der neuen Kleiderkammer am Marktplatz in Bork. Sie wird am Montag in den Räumen des ehemaligen Coop-Supermarktes eröffnet. Dort werden Kleiderspenden gesammelt, sortiert und dann anschließend an die Bedürftigen der Notunterkunft in Bork abgegeben. 

Farben wurden gesponsert

Daniel Enns, einer der beiden Künstler, erklärt, wie es dazu kam: „Das war Mikes Idee. Er hat mich vor zwei Tagen gefragt, ob ich ihm bei dem Projekt helfen kann. Und da ich dazu nicht Nein sagen konnte und auch Bock drauf hatte, hab ich ihm geholfen.“ 

Die Farbe für das Kunstwerk bekamen die beiden Jungs vom Sunshine gesponsert. Mitarbeiterin Christine Ambrosi habe ihn angesprochen, so Mike Wenzlaff. Dann legte er los und zeichnete einen Entwurf. „Da wir immer gerne was malen, haben wir das natürlich gerne gemacht“, sagte er. 

Den Schriftzug hielt er bewusst schlicht, sagt er. Wenzlaff: „Weil man ja halt nicht genau weiß, was die Einzelnen erlebt haben, dachte ich mir, was Neutrales passt gut.“ 

Unterbringung für zwei Wochen

In der Zeltstadt, für die die Kleiderkammer eingerichtet wird, ist Platz für bis zu 1000 Menschen, die allerdings nicht allzu lange in Bork bleiben: Sie sollen nur rund zwei bis maximal sechs Wochen hier bleiben und dann in andere Unterbringungen verteilt werden. Die Notunterkunft ist eine Erstaufnahme für Menschen, die gerade erst in Deutschland angekommen sind und dann hier einen Asylantrag stellen können. 

Das soll aber in Bork nicht die einzige Kleiderkammer bleiben: Nebenan in der ehemaligen Zahnarztpraxis hat der Arbeitskreis Asyl Bork Räume, die für die fest zugewiesenen Flüchtlinge als Kleiderkammer dienen soll. 

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