So könnte das Kino in Lüdinghausen aussehen

Zwei verschiedene Konzepte

Die Stadt Lüdinghausen und viele ihrer Bürger wollen ein Kino, die beiden Investorengruppen Apollon und Assmann/Lorenz brauchen hingegen zusätzliche Einnahmen. In einem Fragen und Antworten klären wir, wie eine wirtschaftliche Lösung aussehen kann und welche Position die Stadtverwaltung vertritt.

LÜDINGHAUSEN

, 08.02.2017, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
So könnte das Kino in Lüdinghausen aussehen

So stellt sich die Assmann/Lorenz-Gruppe die Bebauung des Grundstücks vor. Zur Einordnung: Rechts im Bild verläuft die Konrad-Adenauer-Straße. An der Ecke Stadtfeldstraße / Dietrich-Bonhoeffer-Ring (l.) ist ein kleines Gebäude (Bäcker, Gastronomie) vorgesehen. Alle Dächer sollen begrünt werden. Über dem Supermarkt (oben l.) sollen bis zu 28 Wohnungen entstehen.

Wie groß soll das Kino werden? Beide Investoren planen fünf Kinosäle mit insgesamt 700 Sitzplätzen. Große Unterschiede gibt es beim baulichen Konzept. Architekt Axel Rüdiger schlägt für die Investorengruppe Apollon für jeden Kinosaal ein eigenes Gebäude vor, die jedoch miteinander verbunden sind. Entstehen sollen sie an der Ecke Konrad-Adenauer-, Stadtfeldstraße, Dietrich-Bonhoeffer-Ring. Die Assmann/Lorenz-Gruppe hingegen schlägt ein kompaktes Gebäude mit einem Foyer entlang der Konrad-Adenauder-Straße vor.  

Wer soll das Kino betreiben? „Wir haben eine feste Absprache mit K-Motion“, betont für die Apollon-Gruppe Michael Merten auf Anfrage. Er betont, dass „K-Motion selber noch rund 1,5 Millionen Euro in den Innenausbau und in die Technik investieren will.“ Die Assmann/Lorenz-Gruppe ist hier noch nicht so weit. Frank Lorenzen sagte nach der Ratssitzung auf unsere Anfrage: „Wir führen derzeit Gespräche mit drei Kino-Betreibern.“  

Wie wollen die Investoren weitere Einnahmen erzielen? Beide Grundstücksbewerber haben als Ankermieter Rewe vorgesehen. In beiden Fällen ist eine Verkaufsfläche von rund 1700 Quadratmetern vorgesehen. Einig sind sie sich beide darin, dass das Gebäude parallel zum Dietrich-Bonhoeffer-Ring entstehen soll. Einen gravierenden Unterschied gibt es hingegen bei den Parkplätzen. Assmann/Lorenz planen unter dem Supermarkt eine Tiefgarage mit rund 145 Plätzen, dazu kommen ebenerdig weitere 70 Parkplätze. Nicht zuletzt mit Blick auf die Kosten verzichtet Apollon auf eine Tiefgarage. Auf dem Grundstück wollen die Investoren 146 Parkplätze ausweisen.

Was ist der größte Unterschied der beiden Konzepte? Apollon plant über dem Supermarkt einen Kindergarten mit fünf Gruppen. Der Mitbewerber hat hingegen zwei weitere Nutzungen vorgesehen. Er will ein Fitnessstudio in den Gebäudekomplex integrieren. Dazu sind 28 seniorengerechte, hochwertige Wohnungen vorgesehen. „Wir können auf Wunsch auch weniger Wohnungen errichten und dafür einen Kindergarten bauen“, betonte Ulrich Tillmann in der Präsentation.  

Wie hoch sind die geplanten Gesamtinvestitionen an dem Standort? Michael Merten nennt für Apollon rund 10,5 Millionen Euro. Ulrich Tillmann sprach in der Ratssitzung angesichts des deutlich größeren Baukörpers von einer Gesamtinvestition von rund 25 Millionen Euro an dem Standort.  

Wie haben beide Investoren ihre Pläne im öffentlichen Teil der Ratssitzung präsentiert? Architekt Axel Rüdiger erläuterte mit einer Powerpoint-Präsentation die Apollon-Pläne. Teilweise waren die Informationen schlecht zu verstehen. Dafür gab es in der Diskussion kritische Anmerkungen der zahlreichen anwesenden Bürger. Einen kurzen Film hatten Assmann/Lorenz vorbereitet. Dazu gab es ebenfalls eine Power-Point-Präsentation mit verschiedenen Detailplänen.

Wie sehen die nächsten Schritte aus? Die beiden Investoren stellen ihre Präsentationen kurzfristig den Ratsfraktionen zur Verfügung. In den nächsten Wochen beraten sie intern. In der nächsten Ratssitzung am 21. Februar steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Eine Möglichkeit ist, dass es an diesem Abend eine Mehrheit für einen der beiden Vorschläge gibt. Natürlich kann eine Mehrheit des Rates entscheiden, dass keines der beiden Konzepte realisiert wird.  

Welche Position vertritt die Stadtverwaltung? Die Verwaltung spricht sich für einen Kindergarten an diesem Standort aus. Als Vorteile nennt sie die „kurzfristige Realisierungsmöglichkeit, die zentrale Lage und gute Erreichbarkeit.“ Als Alternative zu dem Standort sieht die Verwaltung aktuell nur das Grundstück neben dem Hallenbad. 

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