So macht sich Selm bereit für neue Flüchtlinge

Abriss, Renovierung, Neubau, Integration

Schon lange spielt die Stadt Selm eine wichtige Rolle, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht. Nun ist die Zahl derer, die in NRW Asyl suchen, geringer als vor einem Jahr – die Notunterkunft bei Bork ist gar bald abgebaut. Doch die Stadt bereitet sich schon auf neue Aufgaben vor. So wird die einstige Diskothek abgerissen.

SELM

, 20.09.2016, 05:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einst Disco, heute Leerstand, demnächst Standort von Containern für eine Flüchtlingsunterkunft: Dieses Grundstück an der Industriestraße hat die Stadt Selm im Jahr 2016 vom bisherigen Inhaber Ebrecht gekauft. Die Halle, in der zuletzt der Easy Danceclub war, wird nun abgerissen.

Einst Disco, heute Leerstand, demnächst Standort von Containern für eine Flüchtlingsunterkunft: Dieses Grundstück an der Industriestraße hat die Stadt Selm im Jahr 2016 vom bisherigen Inhaber Ebrecht gekauft. Die Halle, in der zuletzt der Easy Danceclub war, wird nun abgerissen.

Die letzten Hallen der Notunterkunft für Flüchtlinge am Landesaus- und Fortbildungsinstitut der Polizei (LAFP) sind bald abgebaut. Die Fläche auf einem ehemaligen Parkplatz wird aber noch nicht neu genutzt – sie fungiert noch als Reservefläche des Landes, um kurzfristig auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

Das gab die Beigeordnete Sylvia Engemann vergangene Woche in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in der Burg Botzlar bekannt. Offenbar geht das Land auf „Nummer sicher“, um gewappnet zu sein, sollte die Zahl der Flüchtlinge entgegen aktueller Entwicklungen wieder steigen.

Ehemalige Diskothek wird Containerdorf weichen

Unterdessen bereitet sich die Stadt darauf vor, im neuen Jahr mehr als 300 Flüchtlingen fest, also nicht nur für eine Übergangszeit wie in der Notunterkunft, zugewiesen zu bekommen. Dazu soll ab Januar ein Übergangsheim an der Industriestraße in Betrieb genommen werden. „Wir sind mit Hochdruck dabei, diese Dinge voranzutreiben“, so die Beigeordnete. Dazu gehöre, die ehemalige Diskothek Easy Dance Club Ende September abzureißen.

Nun gehe es darum, für das neue Übergangsheim – es wird ein Containerdorf – Personal zu bekommen. „Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibungen der Container sind fast fertiggestellt“, sagte Sylvia Engemann. Sprich: Die Anforderungen sind detailliert aufgelistet. Leistungsverzeichnisse seien zudem vorbereitet für die Betreuung, die Verwaltungsleitung, das Catering, den Überwachungs-, Pforten- und Reinigungsdienst.

Macht ein Übergangsheim am Stadtrand Sinn?

Professor Michael Voigtländer sagte beim IHK-Wirtschaftsgespräch: „Wir dürfen nicht zu einer Segregation kommen“ – also zu einer geballten Unterbringung in Wohnblocks. „Das fällt leichter hier als in Ballungsräumen wie Berlin“, so Voitgländer. Besser für die Integration sei das Wohnen in gemischten Wohngegenden. „Wir wollen den Menschen in Übergangseinrichtungen zeigen, wie das Leben bei uns funktioniert", sagte Mario Löhr.

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Alle Gäste des IHK-Wirtschaftsgesprächs 2016

50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch 2016 ins Haus Kreutzkamp nach Cappenberg. Die IHK veranstaltet solche treffen zehnmal im Jahr im Kreis Unna - in jeder Stadt oder Gemeinde einmal. Es ging um die wirtschaftliche Entwicklung, politische Entscheidungen und Auswirkungen von demografischer Entwicklung und Migration.
14.09.2016
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rund 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch ins Haus Kreutzkamp in Cappenberg und lauschten dem Podium bei der Diskussion.© Foto: Tobias Weckenbrock
Bürgerrmeister Mario Löhr (r.) und Prof. Dr. Michael Voigtländer bei der abschließenden Podiumsdiskussion.© Foto: Tobias Weckenbrock
Wulf-Christian Ehrich und Monika Kotzur vom Integration Point bei der Podiumsdiskussion.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Podium beim IHK-Wirtschaftsgespräch 2016 in Cappenberg.© Foto: Tobias Weckenbrock
Sandra Schröder, Referentin bei der IHK, hob hervor, dass sich alle Unternehmer bei der IHK informieren können, wenn sie jedwede Fragen zur Integration von Flüchtlingen in den Unternehmen haben.© Foto: Tobias Weckenbrock
rund 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch ins Haus Kreutzkamp in Cappenberg und lauschten dem Podium bei der Diskussion.© Foto: Tobias Weckenbrock
Monika Kotzur ist Projektleiterin im Integration Point im Kreis Unna und kümmert sich dort darum, dass Migranten in den Arbeitsmarkt gelangen können. Eine Aufgabe, die Geduld und einen langen Atem erfordert.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die IHK zu Dortmund versteht sich als Netzwerk der Unternehmen, die in Industrie und Handel tätig sind. Im Haus Kreutzkamp kamen rund 50 Politiker, darunter auch die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Thews (SPD) und Sylvia Jörrißen (CDU).© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln berichtete über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Selmer Unternehmer und Politiker hörten interessiert zu, vor allem, wenn es um die Auswirkungen auf unsere Region ging.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Podium des Abends mit Tobias Schucht, IHK-Regionalbetreuer, Sandra Schröder (Referentin der IHK), Monik Kotzur, die Projektleiterin Integration Point in unserer Region, Professor Michael Voitgländer vom IW Köln und Selms Bürgermeister Mario Löhr (v.l.).© Foto: Tobias Weckenbrock
Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmun,d begrüßte im Haus Kreutzkamp gut 50 Gäste zum Wirtschaftsgespräch der IHK zu Dortmund.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Das Podium des Abends mit Tobias Schucht, IHK-Regionalbetreuer, Sandra Schröder (Referentin der IHK), Monik Kotzur, die Projektleiterin Integration Point in unserer Region, Professor Michael Voitgländer vom IW Köln und Selms Bürgermeister Mario Löhr (v.l.).© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Etwa 50 Gäste kamen zum IHK-Wirtschaftsgespräch nach Cappenberg. Davon veranstaltet die IHK zu Dortmund jedes Jahr zehn - und kommt so einmal pro Jahr in jede Kommune. Die IHK hat mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen allein in Selm.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln berichtete über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Selmer Unternehmer und Politiker hörten interessiert zu, vor allem, wenn es um die Auswirkungen auf unsere Region ging.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln berichtete über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Selmer Unternehmer und Politiker hörten interessiert zu, vor allem, wenn es um die Auswirkungen auf unsere Region ging.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln berichtete über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Selmer Unternehmer und Politiker hörten interessiert zu, vor allem, wenn es um die Auswirkungen auf unsere Region ging.© Foto: Tobias Weckenbrock
Professor Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln berichtete über die Auswirkungen der demografischen Entwicklung. Die Selmer Unternehmer und Politiker hörten interessiert zu, vor allem, wenn es um die Auswirkungen auf unsere Region ging.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die IHK zu Dortmund versteht sich als Netzwerk der Unternehmen, die in Industrie und Handel tätig sind. Im Haus Kreutzkamp kamen rund 50 Politiker, darunter auch die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Thews (SPD) und Sylvia Jörrißen (CDU).© Foto: Tobias Weckenbrock
Die IHK berichtet selbst über ihre Veranstaltungen - auch mit einem professionellen Video-Team.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Renovierungen in Cappenberg

Die ersten Flüchtlinge, die die Stadt ab Anfang Januar erwartet, sollen zunächst in einem der drei vorhandenen Übergangsheime (Cappenberg, Bork, Selm) untergebracht werden. 60 bis 70 Flüchtlinge pro Monat erwarte die Stadt, sagte die Beigeordnete. Es seien bereits Renovierungen im Übergangsheim Cappenberg im Gange. Zwei weitere Wohnungen dort werden leer gezogen, damit sie ebenfalls hergerichtet werden können.

21 "Zusatz-Arbeitsplätze"

Eines der großen Themen der nächsten Monate ist die Integration. Der Haupt- und Finanzausschuss schlägt dem Rat vor, die Verwaltung zu beauftragen, sich am Bundesprogramm für Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen zu beteiligen. Das läuft ab sofort bis 2020. Der Beschluss fiel einstimmig.

Für Flüchtlinge sollen sogenannte Arbeitsgelegenheits-Maßnahmen eingerichtet und finanziert werden. Für Selm sind 21 Plätze für gemeinnützige zusätzliche Tätigkeiten vorgesehen. Zielgruppe sind Asylbewerber, „die eine hohe Bleibeperspektive haben und noch nicht den Status der Anerkennung im ausländerrechtlichen Sinn erreicht haben“. 14 Flüchtlinge erfüllen die Voraussetzungen in Selm derzeit, so Sylvia Engemann.

Die finanziellen Auswirkungen
Bei 21 Maßnahmen erhält Selm laut Verwaltung pro Jahr pauschal rund 63.000 Euro.
Darüber hinaus bekommt Selm pro Jahr – bei Ausschöpfung des wöchentlichen Rahmens von 30 Arbeitsstunden pro Teilnehmer – 26.208 Euro.

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