So nimmt man seinem Haustier den Feuerwerks-Stress in der Silvesternacht

Silvester-Feuerwerk

Für die einen ist das Feuerwerk Pflicht zum Jahreswechsel, für viele Tiere bedeutet es dagegen riesigen Stress. Den können Haustierbesitzer aber mit einigen Mitteln deutlich reduzieren.

Selm

31.12.2018, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
So nimmt man seinem Haustier den Feuerwerks-Stress in der Silvesternacht

Hunde und Katzen sollten in der Silvesternacht einen sicheren Rückzugsort bekommen. © picture alliance/dpa

Das traditionelle Vertreiben von bösen Geistern mit Raketen und Böllern zum Jahreswechsel ist für viele Haustiere mit Stress verbunden. Darauf macht der Deutsche Tierschutzbund in einer Pressemitteilung aufmerksam. Wegen ihres sensiblen Gehörs würden Tiere, vor allem Hunde und Katzen, besonders unter dem Feuerwerk leiden.

Tierhalter sollten deswegen schon einige Tage vor Silvester Vorkehrungen treffen, um den Jahreswechsel für ihren tierischen Liebling möglichst angenehm zu gestalten.

Wohnung sollte ein ruhiger Rückzugsort sein

Am Silvesterabend selbst sollte die Wohnung ein ruhiger Rückzugsort sein. Fenster, Türen und nach Möglichkeit auch die Rollos sollten geschlossen sein, damit der Lärm und die Lichtblitze möglichst gedämpft werden. Ein ruhiger Rückzugsort für Katzen und Hunde gibt den Tieren ein Gefühl von Sicherheit. Dieses Gefühl wird noch verstärkt, wenn die vertrauten Bezugspersonen den Jahreswechsel mit ihren Vierbeinern verbringen und mit diesen bewusst ruhig und entspannt umgehen.

Halter von Kleintieren und Vögeln sollten Gehege und Volieren in einem möglichst ruhigen Raum und mit einiger Entfernung zum Fenster unterbringen und sie mit einem Tuch zu den Seiten hin abdecken. Außengehege sollten abgeschirmt und gegen einfallende Feuerwerkskörper gesichert sein.

Katzen und Hunde laufen häufig in Panik weg

Durch den ungewohnten Lärm kommt es immer wieder vor, dass Katzen und Hunde in Panik weglaufen und nicht zurück finden. Daher sollten Tierhalter unbedingt darauf achten, dass ihr Tier gekennzeichnet bei einem Haustierregister registriert ist. Neben dem bekannten Register „Tasso“ bietet auch der Deutsche Tierschutzbund mit „Findefix“ eines an. „Nur so können Vierbeiner und Halter im Fall der Fälle schnell wieder zusammengeführt werden“, macht der Tierschutzbund deutlich.

Hundebesitzer sollten ihre Tiere an den Tagen rund um Silvester beim Gassigehen sicherheitshalber angeleint lassen. Katzen mit Freigang verbringen Silvester am besten im Haus.

An manchen Plätzen auf Feuerwerk verzichten

Auch Menschen, die selbst keinen Vierbeiner beherbergen, sollten Rücksicht auf die Tiere in ihrer Umgebung nehmen. Böllern in der Nähe von Waldrändern, auf Waldlichtungen, in Parkanlagen oder Höfen mit Tierhaltung sollte deswegen tabu sein: Denn scheue Wildtiere in Wald und Flur reagieren besonders sensibel auf laute Geräusche. Auch bei Pferden und Rindern auf der Weide besteht die Gefahr, dass sie in Panik geraten und ausbrechen.

Auch für Wildtiere sind die Feuerwerke mit großem Stress verbunden. Darauf macht der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen aufmerksam: Durch das Silvesterfeuerwerk um Mitternacht würden die Wildtiere aus ihrem Rhythmus gebracht, normalerweise ruhen sie um diese Zeit längst, ihr Energieverbrauch ist – wie beim Menschen auch – gedrosselt. Jäh aus der Nachtruhe gerissen, flüchten sie und verlieren dadurch viel Energie.

Vögel flüchten in die Luft, finden stundenlang keinen Schlafplatz und fliegen teilweise bis zur Erschöpfung umher. Manche Vögel verlieren die Orientierung und erleiden ein Anflugtrauma. Jedes Jahr berichten Ornithologen am 1. Januar von erkennbar verstörten Vogelschwärmen und von fluchtartig verlassenen, leergefegten Ruheplätze, die sonst immer voll sind mit überwinternden, rastenden Vogelscharen. Und das zu einer Jahreszeit, in der jede unnötige Beunruhigung der Tiere unterlassen werden sollte, damit die notwendigen Energiereserven, um über den Winter zu kommen, nicht vorzeitig aufgezehrt werden müssen.

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