So sollen kleine Schilder an Sitzbänken in ganz Selm im Notfall Leben retten

rnOrientierungshilfe

Schon seit einiger Zeit hängen an vielen Bänken in Selm kleine Schilder. Jetzt sind weitere dazugekommen. Die Schilder könnten sich im Notfall als Lebensretter erweisen.

Selm

, 18.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An vielen Bänken in ganz Selm waren sie bereits angebracht, doch nun sind noch einmal einige weitere dazugekommen: Kleine Schilder zieren zahlreiche Bänke an verschiedensten Orten in Selm. Die Schilder sollen im Notfall Leben retten, sagt Jens Althoff, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Selm.

„2017 haben wir damit angefangen“, erinnert sich Althoff. Die Idee war damals schon nicht neu, gesteht er: „Der Heimatverein Nordkirchen hat das schon vor Jahren gemacht. Wir haben die Idee dann übernommen“ Die Schilder sollen im Notfall helfen, sich zu orientieren und so für eine schnellere Hilfe im Ernstfall sorgen.

Zwei Buchstaben und drei Zahlen könnten im Notfall helfen

Wer beispielsweise aufgrund einer Verletzung einen Notarzt benötigt und nicht weiß, wo er sich selbst befindet, dem würden die Schilder helfen können. Bei einem Anruf beim Notarzt (112) würde der dann fragen, wo man sich aufhält. Und da kommen die Schilder ins Spiel. Denn auf denen steht direkt unter der Notrufnummer eine Buchstaben-Zahlen-Kombination.

Diese beginnt immer mit dem Kürzel „SE“, damit direkt klar ist, dass es um Selm geht. Wer zum Beispiel an der Kreisstraße auf Höhe der KiK-Filiale Hilfe benötigt, müsste der Leitstelle am Telefon nur sagen, dass er an der Bank „SE144“ steht. „Dann wissen die Bescheid“, erklärt Jens Althoff. 156 dieser Schilde gebe es nun bereits in Selm, sagt er stolz.

Alleine auf der Kreisstraße habe der Heimatverein zu Beginn der Woche 13 neue Bänke mit Schildern versehen - sie sind also nun „als Wegpunkte hinterlegt“, sagt Althoff. Gemeinsam mit Dieter Bohnenkemper hat er sich um die Datenerfassung der neuesten Schilder gekümmert.

Einige Schilder wurden schon mal beschmiert oder zerstört

Bohnenkemper kümmere sich dann um die Kommunikation mit der Leitstelle. Die werde von ihm dann informiert, wo genau die einzelnen Bänke stehen, damit diese im System vermerkt werden können.

Eines macht Jens Althoff aber wütend: Schon mehrfach sei es vorgekommen, dass Schilder mutwillig zerstört oder unkenntlich gemacht wurden. „Es gibt nichts Schlimmeres als so etwas zu machen“, sagt Althoff. „Die können unter Umständen lebensrettend sein.“ Bei einem Schlaganfall etwa zählt jede Minute.

Die Beschriftung auf den neuen Schildern ist daher auch eingestanzt. Dadurch sei es zumindest ein kleines bisschen schwieriger, die Schilder mit Farbe oder Spraydosen komplett unkenntlich zu machen.

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