So sollten Sie mit Wespen im Garten umgehen

Tipps vom Naturschutzbund

Ungebetene Gäste beim Grillabend: Wespen und Hornissen sind derzeit ein großes Problem in vielen Gärten in Selm. Wir haben mit dem örtlichen Naturschutzbund und einer Ascheberger Schädlingsbekämpferin gesprochen und Tipps gesammelt: So können Sie am Abend ihr Steak genießen - ohne summenden Besuch.

SELM

, 21.07.2017 / Lesedauer: 3 min
So sollten Sie mit Wespen im Garten umgehen

Fleißig sind sie - doch viele empfinden sie als extrem lästig: Wespen sind nicht die beliebtesten Tierchen. Und was ist zu tun, wenn die Tiere im Rolladenkasten sitzen?

Auch Selmer Haus- und Gartenbesitzer bleiben von lästigen Wespen-Besuchen nicht verschont. Dass es einige Besonderheiten im Umgang mit den Insekten gibt, erklärt Ilona Jädtke vom Nabu-Kreisverband Unna. Was bei der Entfernung von Wespen wichtig ist, weiß Monika Angelkort von der Angelkort Schädlingsbekämpfung GmbH in Ascheberg.

Wie leben Wespen zusammen?

Die Wespenkönigin beginnt im Frühjahr ein Nest zu bauen. Zunächst entwickeln sich ausschließlich unfruchtbare Arbeiterinnen. Diese bauen das Wespennest weiter aus und ziehen Larven auf. Die Königin legt weiter Eier, aus denen fruchtbare Weibchen schlüpfen. Aus anderen Eiern gehen Drohnen hervor. „Im Herbst stirbt das Volk dann ab, nur die Jungköniginnen überwintern woanders“, sagt Ilona Jädtke. „Das Nest ist also leer und wird nicht wieder belegt.“

Wie soll man sich verhalten, um Stiche zu vermeiden?

„Auf gar keinen Fall schlagen, das ist das A und O“, sagt Ilona Jädtke. Auch anpusten soll man die Tiere nicht; denn in der Atemluft sind Enzyme enthalten, die Wespen aggressiv machen. „Den Geruch können die nicht haben“, weiß Jädtke. Möglichst sollte man ruhigbleiben. Im Garten soll man nicht barfuß laufen, denn auch auf dem Rasen sind zurzeit viele Bienen unterwegs, um Klee zu naschen.

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Kann man Wespen am Tisch mit Duftstoffen vertreiben?

Die Expertin sagt: Rosmarin, Nelken oder Duftkerzen helfen überhaupt nicht, so lange ein leckeres Stück Fleisch auf dem Teller liegt. „Das riecht nämlich viel besser, und die Tiere, die eiweißreiche Kost suchen, können da nicht widerstehen.“ Manchmal wird empfohlen, Teller mit reifen Weintrauben in der Nähe aufzustellen, um die Insekten dort hin zu locken. Doch auch das erscheint Ilona Jädtke nicht besonders vielversprechend. „Da müsste man schon ein Stück Fleisch opfern, und ob die dann alle wirklich da hinfliegen, kann man nicht sagen.“

Wie verhält man sich, wenn man ein Nest im Garten hat?

Die Stelle im Garten sollte gemieden werden; teilweise kann man sie auch mit Flatterband oder Ähnlichem kennzeichnen. Mit dem Rasenmäher sollte man die Stelle großzügig umfahren, weil das Vibrieren die Insekten aufschreckt. „Dann hat man halt eine kleine Schmuddelecke im Garten, damit kommt man ganz gut klar“, sagt Ilona Jädtke.

Wie gefährlich sind Stiche von Wespen und Hornissen?

Ist man kein Allergiker, tun die Stiche zwar weh, sind aber ungefährlich. Kritisch wird es, wenn die Insekten im Mund- oder Rachenraum zugestochen haben. Dann sollte man Eiswürfel lutschen und sofort den Arzt aufsuchen. Allergiker sollten Cortison oder Adrenalin in einem Notfallset griffbereit haben.

Darf man Wespen töten?

Nein, sagt Ilona Jädtke. „Die Tiere stehen unter Schutz, man darf sie nicht einfach töten. Und man kann sehr gut mit ihnen leben.“

Wenn doch der Kammerjäger kommt

Momentan zehn Einsätze pro Tag verzeichnet die Angelkort Schädlingsbekämpfung GmbH. 22 Mitarbeiter sind zwischen Münster und Dortmund unterwegs, um Nester zu entfernen.

Einige Arten sind geschützt. „Wir bekämpfen die deutsche und die gemeine Wespe“, erklärt Monika Angelkort. „Und wir entscheiden auch, ob eine Entfernung sinnvoll ist – wenn sich das Nest im Rollokasten oder über der Tür eines Kindergartens befindet.“

Hornissen zählen auch zu den Insekten, die unter Naturschutz stehen. „Sie sind, wie übrigens auch Wespen, nützlich, da sie andere Insekten erbeuten“, sagt Angelkort. Hornissen seien auch nicht so erpicht auf menschliches Essen wie ihre Verwandten, die Wespen.

Mit einem Mittel aus Silikatstaub besprühen die Mitarbeiter das Nest. Der Staub tötet die Tiere; die Wespen trocknen aus.

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