So steht es um die Eier auf dem Selmer Markt

Kunden fragen nach Herkunft

„Augen auf beim Eierkauf“, lautet ein salopper Spruch, der dieser Tage einen ernsten Hintergrund hat: Auch in Deutschland sind bereits mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier in den Handel gelangt. Wie sieht das auf dem Selmer Markt am Dienstag aus? Viele Kunden fragten besorgt nach der Herkunft.

Selm

, 09.08.2017 / Lesedauer: 2 min

Monika Evers vom gleichnamigen Wild- und Geflügelstand weiß genau, wo die Eier herstammen, die sie im Sortiment hat. „Die beziehen wir seit zig Jahren vom gleichen Bauern, die kann ich mit gutem Gewissen bedenkenlos verkaufen“.

Eine Aussage, die Marktleiter Franz-Josef Raubuch bestätigt: „Unsere Eier kommen aus der nähsten Umgebung, teilweise sogar aus Bork, da gibt es keine Bedenken“. Auch der Kreis Unna informiert, dass „im Kreisgebiet nach Mitteilung der Kreis-Veterinärbehörde keine Fälle von belasteten Eiern“ bekannt sind.

Nachfrage nach Eiern auf dem Markt ist teilweise gestiegen

Dass die Kunden aber immer häufiger gezielt nach der Herkunft der Eier fragen, das sei den Verkäufern schon aufgefallen. Auch Markthändlerin Mechthild Drewes bestätigt das. „Die Leute wollen genau wissen, wo die Eier her sind“, so Drewes, die neben ihrem Obst- und Gemüseangebot auch Eier hat. Dass weniger Hühnereier bei ihr gekauft würden, kann die Händlerin nicht bestätigen, ganz im Gegenteil, sagt sie. „Die Leute kaufen mehr Eier bei uns, wir haben immer die gleiche Menge dabei und jetzt ist schon fast alles ausverkauft“, so die Händlerin morgens.

Code liefert Informationen zur Herkunft
Laut Verbraucherzentrale gibt ein gestempelter Zifferncode auf der Schale des Eis Auskunft über Haltungsform, Herkunfts- und Bundesland. Genauere Informationen erhalten Sie .

Woran das liegt, da haben die Händler eine Theorie, die auch die Marktbesucher auch Nachfrage unserer Redaktion bestätigen: Kaum jemand kaufe noch Eier im Discounter oder im Supermarkt. „Da weiß ich doch nicht, wo die herkommen, da bin ich mir unsicher“, sagt Rita Kessel, die auf dem Marktplatz zwischen Verkaufsständen und Marktbuden unterwegs ist.

Auch Marktbesucherin Beate Tuschmann setzt auf Eier von freilaufenden Hühnern beim Bauern ihres Vertrauens. Selbst bei Produkten, die Eier enthalten, sei sie nun verunsichert. „Jetzt macht man sich auch Gedanken um Brot, Kuchen, Nudeln und Mayonnaise“, sagt sie. Backen wolle sie künftig vorsichtshalber selber – eben mit Eiern vom Bauern. Auf Produkte, die Ei enthalten, wolle sie verzichten.

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