So war der Auftritt der Bullemänner im Bürgerhaus

Politisch, ironisch, lokal

Tiefgründig betrachten sie das typisch westfälische Landleben, die russische Seele, die Weltpolitik – und das sehr unterhaltsam: Die „Bullemänner“ haben am Donnerstag ihr Programm „Rammdöösig“ im Selmer Bürgerhaus präsentiert.

SELM

, 20.11.2016, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bullemänner sangen ?"Es regnet immer dahin, wo es schon nass ist?".

Die Bullemänner sangen ?"Es regnet immer dahin, wo es schon nass ist?".

Die Erwartungen waren bei dem Heimspiel der "Bullemänner" recht hoch. Beide Vorstellungen, Donnerstag und Freitag, waren ausverkauft. Den Künstlern gelang es scheinbar mühelos die Gäste, die sich auf einen lustigen Abend freuten, mitzureißen.

Die Bullemänner - das sind Augustin Upmann und Heinz Weißenberg. Sie sind in Selm aufgewachsen und kennen die lokalen Eigenheiten bestens. Unterstützt werden die beiden von der „Tastenfachkraft“ Sevetlana Svoroba. Sie wurde in der Ukraine geboren, ist aber nach Aussage der Herren bestens integriert.

Das gut zweistündige Programm „Rammdöösig“ ist ein Ritt durch verschiedenste Themen, mal politisch, mal nicht, mal ironisch, dann wieder nachdenklich aber immer mit lokalem Bezug. Auch musikalisch haben die Bullemänner einiges geboten. Gleich zu Beginn lobten sie das italienische Ambiente des Bürgerhauses. „Was allerdings fehlt, ist die Wäsche“, kritisierten sie.

Weltgeschehen aus Sicht der Westfalen

Die Zuhörer erfuhren viel über die Sicht der Westfalen auf die Dinge. Natürlich auch auf das politische Weltgeschehen. Syrien, Ostukraine, Steinmeier, Trump oder Putin - die Bullemänner gingen aktuelle Themen staubtrocken, intelligent und mit schwarzem Humor an. Sie sahen durchaus auch Vorteile darin, dass ein russischer Oligarch ihr kleines Dorf aufgekauft hat. Das gebe dem örtlichen Fußballverein gehörigen Auftrieb. „Ein Traum wird wahr, Kreisliga A“, schwärmten sie.

Doch die Westfalen beschäftigten auch alltägliche Begebenheiten wie das Parfum, die neueste Unterbuxenkollektion oder Innovationen wie das selbstfahrende Auto. Grundsätzlich betrachten sie alles sehr kritisch, stellten oftmals jedoch fest: „Et is wie et muss.“

Nicht zuletzt ging es immer wieder um die Suchtruper Feuerwehr. Ein großes Thema waren die Folgen der Verfilmung von „Shades of Grey“. Heinz Weißenberg alias Unterbrandmeister Heini Stertkötter zeigte mit eindrucksvoller Mimik, was er von den pikanten Einsätzen hält. Sollte es bei frivolen Spielchen zu Pannen kommen, riet er zur Selbsthilfe.

Hier freut man sich innerlich

Weil die Bullemänner die Region und die Eigenarten der Menschen in der Region gut kennen, hatten sie auch keinen Applaus im Stehen erwartet. Der Westfale freut sich allgemein eher innerlich. Also sangen sie noch „Bleib sitzen, wenn du ein Westfale bist.“

Ein steigendes Pferd auf dem Westfalenwappen? Die Bullemänner fanden das unpassend. Ein Faultier wäre doch eigentlich das richtige Tier. Daher haben sie das Wappen umgestaltet. Entsprechende Aufkleber verteilten Sie an alle Gäste.

Weitere Informationen zur Gruppe
Mehr zu den Bullemännern und weiteren Auftritten von ihnen können Sie nachlesen.

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