So will sich die Sparkasse in Selm neu aufstellen

Änderungen bei Standorten

Die Sparkasse an der Lippe sortiert bis 2020 ihre Standorte neu. Damit wolle man sich auf das veränderte Kundenverhalten einstellen, sagten die Vorstände am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Lünen. Für Selm hat der Sparkassen-Vorstand einen großen Umzug angekündigt. Zwei Filialen werden zudem zu Automatenstandorten.

SELM

, 05.09.2017 / Lesedauer: 3 min
So will sich die Sparkasse in Selm neu aufstellen

Die Filiale der Sparkasse an der Kreisstraße in Selm soll zum SB-Standort werden.

Die bisherige Hauptstelle an der Kreisstraße wird bis 2020 aufgegeben. Dort bleibt nur ein Selbstbedienungs- und Geldautomatenstandort. Auch in der Filiale im Dorf an der Straße Brink werden künftig keine Mitarbeiter mehr zur Verfügung stehen. Im Dorf soll ein „Servicepoint“ mit Geldautomaten bleiben. Dafür will die Sparkasse eine Immobilie anmieten.

Neu entstehen soll bis 2020 ein „hochmodernes“ Beratungscenter auf 650 Quadratmetern auf dem Campus Süd der Aktiven Mitte mit Anbindung an das Haus der Wirtschaft. Dort sollen barrierefrei alle Dienstleistungen der Sparkasse unter einem Dach sein: Immobiliengeschäft, Versicherungen, Bausparen und Ähnliches.

19 Standorte "gleichmäßig verteilt"

2016 fusionierte die Sparkasse Lünen-Selm mit der Sparkasse Werne zur Sparkasse an der Lippe. Damals versprach der Vorstandsvorsitzende Thomas Lohmann: „Wir werden uns aus der Fläche nicht zurückziehen.“

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Eine Aussage, die auch jetzt noch gelte, und die Lohmann am Dienstag wiederholte. Denn mit den jetzt vorgestellten Plänen mit 19 Standorten in Selm, Lünen, Werne sei die Sparkasse an der Lippe „gleichmäßig über das Geschäftsgebiet verteilt“, so Lohmann und behalte ihre „starke Marktstellung“.

App und Online-Banking immer wichtiger

Mit der Umstrukturierung, die auch das Filialnetz in Lünen und Werne betrifft, werde einem veränderten Kundenverhalten Rechnung getragen. Die Privatkunden träten pro Monat 16 Mal per App mit der Sparkasse in Kontakt und zehn Mal per Internet. Zwei Mal pro Monat gingen die Kunden an einen Automaten und nur noch ein Mal pro Jahr kämen sie zur persönlichen Beratung in eine Filiale, zählte Heiko Rautert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, auf.

Zudem nutzten die Kunden oft andere Standorte, etwa in der Nähe des Arbeitsplatzes, von Ärzten oder Supermärkten. „Nähe berechnet sich nicht mehr nur in Metern.“ Deshalb könne die Sparkasse nicht mehr mit allen Leistungen an jedem Standort vertreten sein.

Häufigere bargeldlose Zahlungen, die Digitalisierung und auch das Zinstief als Herausforderung – all dem will die Sparkasse mit der neuen Struktur Rechnung tragen und sich für die Zukunft rüsten.  

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Unsere Redakteurin Jessica Hauck kommentiert das Thema wie folgt:

Probleme für Ältere bleiben

Mehr Automaten- und Selbstbedienungsstandorte, weniger persönliche Betreuung: Laut Sparkasse das Rezept für die Zukunft und von den Kunden so auch benötigt. Mir persönlich werden die Umstellungen keine Probleme bereiten, da entspreche ich ganz den Beobachtungen der Sparkasse. Ich nutze Online-Banking und Kartenzahlung.

Weniger gut werden sich Senioren mit den Neuerungen anfreunden können, wenn sie weder mit Apps, Internet noch mit Automaten klarkommen. In Cappenberg etwa kann man weiterhin nicht einmal Geld abheben. Trotz Geld-Bringservice und Zitat Sparkasse „serviceorientierter Selbstbedienungsgeschäftsstelle“ werden die Älteren künftig wohl Service vermissen.

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