Sommer 2020: Trend geht auch in Selm zum Urlaub vor der Haustür

Urlaub zu Coronazeiten

Warum in die Ferne schweifen? Die meisten Deutschen bleiben im Land, sogar in der Region. Die Campingplätze in Selm, Olfen und Nordkirchen sind diesen Sommer jedenfalls sehr gut nachgefragt.

Selm

, 30.06.2020, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Über die Sommerferien wird der Strand am Ternscher See gut bevölkert sein. Die Ferienhäuschen im Hintergrund zum Beispiel sind alle ausgebucht.

Über die Sommerferien wird der Strand am Ternscher See gut bevölkert sein. Die Ferienhäuschen im Hintergrund zum Beispiel sind alle ausgebucht. © Günther Goldstein

Die Unsicherheit ist groß: verreisen oder nicht? Und wenn ja: wohin bloß? Nicht dass die Auslandsreisenden eine erneute Corona-Welle erwischt und sie in Quarantäne müssen. Im eigenen Land sind die Preise für Campingplätze und Ferienwohnungen an Nord-und Ostsee enorm in die Höhe geschossen.

„Wir haben in diesem Jahr viele regionale Gäste aus einem Radius von vielleicht 50 Kilometern“, berichtet Philip Grasekamp, Betriebsleiter des Seepark Ternsche. „In vergangenen Jahren war das nicht so auffällig stark ausgeprägt. Da gibt es einen spürbaren Aufwärtstrend der Regionalität. Das ist sehr schön zu sehen, dass die Leute Urlaub vor der Haustür machen.“

Großes Interesse an Dauercampingplätzen

An den vergangenen Wochenenden war der Campingplatz komplett ausgebucht, die Obergrenze der coronabedingten 60 Prozent Auslastung erreicht. „Da gab es deutlich mehr Anfragen als Platz“, sagt Grasekamp. Auch das Ferienhaus am See ist bis in den Oktober hinein komplett ausgebucht, das „Schwedenhaus“ über die sechs Wochen der Sommerferien und für die „Safarizelte“ gibt es erst im September und lediglich unter der Woche Platz. „Mit dieser Saison haben wir ein viertes Safarizelt in Betrieb genommen“, berichtet der Betriebsleiter, „das war sofort sehr gut nachgefragt.“ Und auch die Nachfrage nach Dauer-Campingplätzen hätte einen enormen Aufschwung erlebt: Im Frühjahr hatten die Betreiber zusätzliche sieben Parzellen angeboten, die innerhalb von wenigen Tagen vergeben waren, sodass jetzt alle 400 Plätze belegt sind. „Da sind auch viele Menschen dabei, die ihr altes Wohnmobil, das noch unter der Veranda stand, wieder aktiviert haben oder die normalerweise ein-, zweimal im Jahr eine Tour machen. Die wollen jetzt in Corona-Zeiten gerne ein komprimiertes Urlaubsgefühl.“

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Einzelne Stellplätze für kürzere Zeitspannen seien allerdings noch frei. „Es ist noch nicht absehbar, ob wir auf Vorjahresniveau kommen“, sagt Grasekamp. Das könne man erst am Ende des Sommers überblicken. Oft kämen die Leute spontan mit dem Wohnmobil oder dem Camper vorbei. Sicher ist aber: „Wir wollen nicht aus der aktuellen Not der Reisenden finanziellen Profit ziehen. Das entspricht nicht unserer Unternehmensphilosophie.“

Camping in Olfen und Nordkirchen

Für den Campingplatz „Große Heide“ gibt es ebenfalls viel Nachfrage. Sie sei durch Corona deutlich größer geworden, vor allem für die Dauercampingplätze, so der Betreiber. Voll sei es aber noch nicht. Hier kämen die Besucher vor allem aus dem Ruhrgebiet. Und auch der Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen war über die langen Wochenenden im Mai und Juni „sehr voll“, so Betreiber Michael Moll. Wie es dort in den kommenden Wochen werde, könne er nicht absehen, da man ohne Reservierung kommen kann.

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