Mit dem Johannistag endet die Spargelernte: So ist die Saison 2019 in der Region gelaufen

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Der Johannistag am kommenden Montag konnte auch als Spargelsilvester bezeichnet werden: Dann wird auf den meisten Höfen der Region zum letzten Mal das edle Gemüse gestochen und verkauft.

Bork, Vinnum

, 22.06.2019, 04:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spargelliebhaber haben an diesem Wochenende die letzte Chance, statt des Sonntagsbratens das königliche Gemüse auf den Tisch zu bringen. Traditionell endet am 24. Juni, dem Johannistag, nämlich die Spargelernte.

An dieses Datum halten sich auch die Spargelbauern der Region. Denn der Stichtag hat durchaus seinen Sinn, auch wenn es zunächst wie ein Aberglaube klingen mag.

„Tatsächlich wird es für uns immer schwieriger, die Saison bis zu diesem Tag offen zu halten“, erklärt Lars Hittscher, der Verwalter von Schloss Sandfort in Vinnum. Die zunehmende Wärme treibt den Spargel nämlich immer schneller aus dem Boden, und das schadet nicht nur der Qualität der Ernte, es schwächt auch die Pflanze selbst. Um im nächsten Jahr wieder ergiebige Ernten produzieren zu können, brauchen die Spargelstauden daher eine Regenerationsphase.

Spargel-Bauern sind mit der Saison zufrieden

Ob Schloss Sandfort in Vinnum, Hof Bleckmann in Bork, Hof Schulze Wethmar in Lünen, der das Cappenberger Restaurant „Alte Kegelbahn“ beliefert, oder Spargel Tenkhoff in Olfen: Alle gehen in ihr letztes Spargel-Wochenende.

„Wir stechen am 24. Juni ein letztes Mal“, erklärt Hubertus Bleckmann. Einen Tag braucht das Hofteam dann fürs Verladen, Transportieren, Waschen und Schälen, sodass der letzte frische Spargel am Dienstag, 25. Juni, in den Hofladen kommt.

Mit der Saison ist Bleckmann relativ zufrieden: „Wir hatten schon schlechtere Jahre“, sagt er.

Die Nachfrage der Kunden sei konstant gewesen, und auch das Wachstum ausgeglichen und gleichmäßig. „Wenn der Mai warm und trocken ist, dann ist es erntetechnisch immer gut“, erklärt Bleckmann. Ist es da allerdings schon heiß, ist das Stechen für die Mitarbeiter auf den Feldern ein noch größerer Knochenjob, und der Spargel sprießt schneller, als er geerntet und verkauft werden kann. „Denn wenn es richtig heiß ist, wollen auch die Kunden eher keinen Spargel“, weiß Bleckmann aus Erfahrung.

In diesem Jahr hätten die Selmer aber Lust auf Spargel gehabt, freut sich der Borker Landwirt, und die Arbeit verlief auch relativ entspannt. „Es harmonierte in diesem Jahr mal wieder alles.“

Neue Kunden gewonnen

Zufrieden ist auch Lars Hittscher: Der Hofladen des Schlosses konnte einige neue Kunden akquirieren. „Wir kennen unsere Stammkunden, da fallen Neue immer gleich positiv auf“, freut sich Hittscher. Die Nachfrage stieg daher leicht, und mit der Ernte selbst war der Schlossverwalter auch „sehr, sehr zufrieden. Es war eine gute Saison.“ Das lag vor allem am Wetter: „Wir haben zwar weniger geerntet, aber es war immer eine gleichbleibende Menge. Das war gut.“ So gab es weder Mangel noch ein Überangebot.

Mit dem Verkauf des letzten Spargels, der am Montag gestochen wird, schließt dann auch der Hofladen. „Wir sind ein reiner Spargelladen“, erklärt Hittscher. Denn eigentlich ist man auf den Schloss-Ländereien inzwischen auf den Anbau von Arzneipflanzen spezialisiert. Die 6,5 Hektar Spargel werden aus alter Tradition angebaut. Der Anbau selbst ist jedoch anders als vor 30 Jahren. Die Saison beginnt deutlich früher, erklärt Hittscher - und ist daher länger geworden. Die Spargelfelder sind daher in Ernteperioden von März bis Juni unterteilt. Der erste Spargel reift im März, und ist daher schneller abgeerntet. Das heißt, dort wird schon Mitte Mai mit dem Stechen aufgehört, so dass der Spargel auswachsen kann.

Die Pflanzen müssen sich regenerieren

Das dürfen die Stangen nun auf allen Spargelfeldern der Region. Die durchbrechenden Stangen werden erst durch die Sonne grün - und verzweigen sich dann im Wuchs so mannshohen grünen Pflanzenwedeln. „Der Spargel muss auswachsen, damit die Pflanze wieder Kraft sammeln und in der Wurzel einlagern kann“, erklärt Hittscher.

Für die Bauern geht die Arbeit aber weiter: „Für uns beginnt nun die Beeren-Hochzeit“, sagt Bleckmann. „Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren - das ist nun das Geschäft.“

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