Unternehmer Franz-Josef May (v.l.), AWO-Unterbezirksvorsitzender Wolfram Kuschke, Bürgermeister Thomas Orlowski, Landrat Mario Löhr und Ausschussvorsitzender Jochen Westermann wirbeln den Sand auf. An dieser Stelle entsteht das Radparkhaus. © Sabine Geschwinder
Bahnhof Beifang

Spatenstich für Radparkhaus: Neue Bäckerei soll in Radstation ziehen

Nun geht es los für Radstation und Radparkhaus am Bahnhof Selm-Beifang. Der erste Spatenstich ist gesetzt. Jetzt ist auch klar, welche Bäckerei dort einziehen wird.

Noch ist es ein kleines Häufchen Sand, was da auf der Fläche gegenüber vom Beifanger Bahnhof liegt. Noch. Selms Bürgermeister Thomas Orlowski, der frühere Bürgermeister und jetzige Landrat Mario Löhr, Wolfram Kuschke von der AWO Ruhr-Lippe-Ems und Unternehmer Franz-Josef May setzen aber am Montag, 19. April, den ersten symbolischen Spatenstich und lassen etwas Sand in die Höhe wirbeln.

24 Stunden Zugriff auf Radparkhaus

Auf der Fläche soll im Sommer das erste Radparkhaus der Stadt Selm erbaut sein. 100 Fahrräder sollen hier Platz finden und vor Diebstahl und Wind und Wetter geschützt sein. Die Nutzerinnen und Nutzer haben mit einem Chip 24 Stunden lang Zugriff auf ihre Fahrräder und zahlen dafür eine monatliche Gebühr. Zudem soll es in dem Parkhaus Schließfächer geben, wo weiteres Zubehör verstaut werden kann. In der Nachbarstadt Werne gibt es ein solches Radparkhaus bereits.

Auch in das Gebäude direkt am Bahnhof soll wieder Leben einziehen. Dort, wo ohnehin immer noch das Schild „Radstation“ prangt, soll auch wieder eine Radstation einziehen, betrieben von der DasDies Gmbh, die zur AWO gehört. „Selm ist eine Perle, die hat uns noch gefehlt“, sagt Wolfram Kuschke, Vorsitzender der AWO Ruhr-Lippe-Ems. Selm werde jetzt die neunte Kommune im Kreis Unna, in der es eine Radstation der AWO gibt, „ansonsten fehlt uns nur noch Fröndenberg“, erklärt Kuschke. Insgesamt arbeiten 30 Beschäftigte in den Radstationen, viele davon auch mit Behinderung. „Für uns ist es interessant, uns in diesem Bereich zu engagieren, Mobilität ist ein zeitgemäßes Thema“, erklärt Kuschke. In der Radstation können Menschen ihr Rad zum Beispiel reparieren und durchchecken lassen.

Rückkehr an den Bahnhof

Die AWO, beziehungsweise die DasDies GmbH, hatte bereits bis 2014 die Radstation am Beifanger Bahnhof betrieben, ihr gehörte auch das Bahnhofsgebäude. Das wollte sie allerdings nicht mehr weiterhalten und war auf der Suche nach einem Investoren. Der ist nun mit Franz-Josef May gefunden. May, der Geschäftsführer der M+B-Backwaren, will mit der Bio-Bäckerei Berthold‘s gemeinsam mit der Radstation in das Gebäude ziehen. Im oberen Teil des Gebäudes befinden sich Wohnungen. Die Bäckerei hat bereits Standorte in Olfen und Haltern. Auch das Kaffeehaus in Selm wird von M+B-Backwaren betrieben.

Bei Berthold’s soll es Snacks, Kaffee to go und etwa zehn Sitzplätze geben, auch der Außenbereich soll so ausgebaut werden, dass man dort Platz nehmen kann. Die Radstation soll genauso wie das Radparkhaus im Sommer eröffnet werden. Franz-Josef May geht davon aus, dass die Bäckerei dann zwei Monate danach, also wahrscheinlich im Herbst, eröffnet werden wird. Ursprünglich hätten Radstation und -Parkhaus schon längst stehen sollen. Unter anderem wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Pläne aber nach hinten verschoben.

„Im Rahmen der Mobilität ist der Radverkehr sehr wichtig“, sagt Thomas Orlowski „und diesen Radverkehr fördern wir jetzt.“ Das gelte nicht nur für die Selmerinnen und Selmer, sondern auch für Menschen aus den umliegenden Kommunen, zum Beispiel aus Nordkirchen, die mit dem Fahrrad in den Selmer Ortskern fahren und dann das Radparkhaus nutzen können. „Selm-Beifang ist jetzt der Startschuss“, erläutert Landrat Mario Löhr.

Nun fehlen also noch der Bahnhof Selm und der Borker Bahnhof. Letzterer soll als nächstes folgen, wie Thomas Orlowski erklärt. Dort sollen unter anderem die Parkplätze umgebaut werden und auch dort soll ein Fahrradparkhaus entstehen. „Die entsprechenden Genehmigungen dafür sind aber noch nicht da“, erklärt Orlowski. Einen Zeitplan dafür kann er also noch nicht nennen.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder