Sponsorengelder für Glaskuppel im Auenpark sollen anderweitig fließen

Regionale 2016

Lange war unklar, wer die Glaskuppel im Auenpark eigebtlich bezahlt hat. Nun interessiert sich auch der Bund der Steuerzahler für das „teure Geschenk“. Bürgermeister Mario Löhr hält dagegen.

Selm

, 11.09.2020, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für die Glaskuppel musste die Stadt Selm einen Eigenanteil von 28.000 Euro aufbringen.

Für die Glaskuppel musste die Stadt Selm einen Eigenanteil von 28.000 Euro aufbringen. © Günther Goldstein

In seinem Magazin „Der Steuerzahler“ widmet der Bund der Steuerzahler (BdSt) dem Auenpark in Selm einen Artikel. Unter der Überschrift „Überraschend teures Geschenk“ berichtet Autorin Janine Bergendahl über ihre Recherchen zur Glaskuppel auf dem Rodelhügel. Anlass: Auf eine Anfrage des BdSt zu dieser Skulptur habe die Stadt Selm im Juli 2018 erklärt, dass es sich um eine Schenkung handele.

Dem ist aber offenbar nicht so, wie Janine Bergendahl weiter schreibt: Selm habe einen Eigenanteil von 28.000 Euro für die Skulptur zu tragen. Auf die Frage, warum man die Schenkung nun bezahlen müsse, habe die Stadt auf veränderte Rahmenbedingungen verwiesen, „auf die aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht näher eingegangen werden kann“.

Selms Bürgermeister Mario Löhr erklärte die Situation nun im Gespräch mit unserer Redaktion. „Tatsächlich hatte ich die Zusage von Sponsoren, die die Skulptur komplett bezahlt hätten.“ Damals sei noch nicht absehbar gewesen, dass die Kuppel auch durch Mittel der Regionale 2016 gefördert werden könnte.

Der Auenpark ist Teil des Projekts „Aktive Mitte“, mit dem sich Selm bei dem Förderwettbewerb erfolgreich beworben hatte. Das Investitionsvolumen betrug laut Mario Löhr rund 19 Millionen Euro. „Selm musste davon 20 Prozent Eigenanteil aufbringen.“ Dabei habe es den klaren politischen Auftrag gegeben, bei dieser Summe „bloß nicht die Latte zu reißen“.

Regionale-Geld für Kleinkind-Spielplatz?

Das sei auch nicht passiert, im Gegenteil: „Am Ende ist noch Geld in unserem Eigenanteil-Topf für die Regionale übrig geblieben.“ Außerdem habe man festgestellt, dass auch die Glaskuppel förderfähig war. „Also haben wir die 28.000 Euro aus diesem Topf genommen, die Stadt musste also kein zusätzliches Geld aufbringen“, so der Bürgermeister.

Aber warum nicht trotzdem die Sponsoren bei ihrem Wort nehmen? „Weil die Fördersumme gesunken wäre, wenn wir Drittmittel für das Projekt verwendet hätten“, sagt Mario Löhr. Und da er wisse, dass es in Selm andere Projekte gibt, die ebenfalls Geld von Sponsoren brauchen, sehe er es lieber, wenn das Geld dorthin fließe: „Zumal wir ja noch Geld im Regionale-Topf hatten. Und übrigens auch noch haben.“

Deshalb sei man bei der Verwaltung unter anderem damit beschäftigt, den Spielplatz im Auenpark genauer unter die Lupe zu nehmen. „Da gab es ja Kritik, dass man zu wenig für kleine Kinder hat“, erwähnt der Bürgermeister einen Bericht unserer Redaktion. „Wir erstellen gerade ein Konzept, wo auch dieser Aspekt eine Rolle spielt.“ Und sollte sich auch das als förderfähig erweisen, dann könne man aus dem Regionale-Topf weiteres Geld zum Beispiel für einen Kleinkindspielplatz nehmen.

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