Sport treiben, tagen, feiern und Essen gehen: Stadt investiert Millionen für Dreifachhalle

rnDreifachturnhalle und Schwimmbad

Das sei „ein Schluck aus der Pulle“, sagt Sylvia Engemann. Die Kämmerin spricht von zwei neuen Großprojekten, die Selm verwirklichen will - und von denen alle Bürger profitieren sollen.

Selm

, 25.09.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bild, das Bürgermeister Mario Löhr am Montagabend an die Wand werfen lässt, zeigt ein Gebäude, das niemand im Raum zu kennen glaubt. Dabei haben sich alle Mitglieder des Sportausschusses dort schon mehrfach versammelt. Das künftige Erscheinungsbild unterscheidet sich allerdings erheblich vom Ist-Zustand.

Gemeint ist die Dreifachturnhalle am Campus-Platz: die größte Sporthalle der Stadt, aber auch die hässlichste - noch. Löhr spricht von „erheblichem Sanierungsstau“ und davon, dass es „auch für das Gesamtbild des neuen Platzes besser sein wird, wenn wir da etwas tun“. Denn das bisherige Bild der beschmierten und verbauten Halle „ist grauenhaft“.

Sport treiben, tagen, feiern und Essen gehen: Stadt investiert Millionen für Dreifachhalle

Zurzeit kein Hingucker: Die Dreifachturnhalle soll komplett erneuert und erweitert werden. © Foto: Sylvia vom Hofe

Im Grundsatz sind sich da alle Fraktionen einig. Schon seit mehr als einem Jahr ist die Rede davon, dass die Dreifachturnhalle dringend saniert und am besten auch erweitert werden solle: kein Luxus, sondern Ersatz.

Ersatz für zwei andere Hallen schaffen

Die Sporthalle an der ehemaligen Pestalozzischule ist bereits abgerissen. Sie hat Platz gemacht für eine neue Kita und Wohnbebauung am Zechenbusch. Und die Tage der Sporthalle der Overbergschule sind bereits gezählt. Sie wird für den Neubau eines zentralen Gebäudes der Offenen Ganztagsschule weichen.

An der Sanierung der in die Jahre gekommenen Dreifachturnhalle gehe also kein Weg vorbei, so Löhr. Das, was er an die Wand geworfen hat, geht allerdings weit über einen barrierefreien und energetischen Umbau hinaus.

LED-Bilschirm überträgt Spiele auf den Platz

Vor die bisherige Fassade soll ein gläserner Vorbau rücken - bis zur Kante des Campus-Platzes. An der Außenwand soll über dem Eingang ein großer LED-Bildschirm hängen: die Voraussetzung, bei Großveranstaltungen Public Viewing anbieten zu können.

Wer den Haupteingang in der Glasfront betritt, kommt in der Regel nicht, um selbst Sport zu treiben, sondern aus anderen Gründen: um vielleicht essen zu gehen, einen Vortrag oder ein Konzert zu besuchen, den Abi-Ball zu feiern oder zu konferieren. Für Sportlerinnen und Sportler soll es einen seitlichen Eingang geben. „Wir machen aus der Dreifachhalle eine Multifunktionshalle“, sagt Löhr.

Neuer Boden, neues Dach, neuer Vorbau: „Eigentlich bleiben nur die Außenmauern stehen“, sagt der Bürgermeister. Rechts vom Eingangsbereich geht es in einen Gastronomiebetrieb, der im Sommer auch draußen Tische haben wird. „Wir sind schon im Gespräch mit möglichen Betreibern.“ Auf den Einbau einer Küche - Kosten: rund 400.000 Euro - wolle die Stadt aber verzichten. Das könne der Betreiber nach eigenem Wunsch machen.

Ein Saal für 750 Menschen entsteht

Die Dreifachhalle unten lasse sich in einen Saal für 750 Menschen umgestalten. Das Stuhllager befindet sich hinten im Raum und zieht sich durch das gesamte Gebäude bis unter die Hallendecke. Wer mit dem Aufzug nach oben fährt, kommt zum Konferenzraum und zu einem weiteren Besprechungsraum sowie zu den Tribünen.

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So könnte die Halle bald aussehen. Oben die Ansicht Nord-West, unten die Ansicht Süd-Ost.

Die Halle soll unten dunkelgrau geklinkert werden und oben eine Fassade mit cremefarbenen Platten haben - und einem schmalen Lichtband. Mehr Glas würden sich zwar Sportlerinnen und Sportler wünschen, „aber das würde den Preis weiter hochtreiben“, sagt Löhr. Noch weiter. Denn die Kostenschätzung für den voraussichtlich im Sommer 2020 beginnenden Umbau liegt bereits bei 10,5 Millionen Euro: nicht das einzige Millionenprojekt.

In drei Jahren zum neuen Hallenbad

Ohne auch dafür Details zu nennen, gibt Löhr einen Ausblick auf den Neubau des Hallenbades. „In drei Jahren wird uns das bestehende Bad nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Löhr. Höchste Zeit, um Ersatz zu schaffen für das Schulschwimmen und den Gesundheitssport. Kosten: 8 Millionen Euro.

Dieser „Schluck aus der Pulle“ ist nicht zusätzlich, wie die Kämmerin betont. Straßen- und Kanalbaumaßnahmen würden dafür verschoben.

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