Stadt Selm äußert sich zu privaten Förderschul-Plänen der Jugendhilfe Werne

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Die Jugendhilfe Werne möchte eine private Förderschule an den Start bringen. Auch mit der Stadt Selm hat es dazu bereits Gespräche gegeben.

Selm

, 07.03.2020, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch die Stadt Selm beteiligt sich an den Gesprächen, die zu einer möglichen Förderschule der Jugendhilfe Werne gerade laufen. Das erklärte Sylvia Engemann, Beigeordnete der Stadt Selm, am Mittwochabend im Ausschuss für Jugend, Schule, Familie und Soziales der Stadt Selm.

Zum Hintergrund: Nach den großen Veränderungen in den Förderschulenlandschaft in den vergangenen Jahren, strebt die Jugendhilfe Werne an, zum Schuljahr 2021/2022 an, selbst eine private Schule mit dem Schwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“ zu gründen.

„Wenn die Kinder nur kurz beschult werden, bekommen sie keinen Schulabschluss“

„Zum einen erleben wir als Heimeinrichtung, dass vermehrt akut Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen untergebracht werden, die keinerlei Schulförderung erlebt haben und die auf Grund ihrer biografischen Erlebnisse aktuell wenig bis kaum aufnahmefähig für schulische Inhalte sind. Diese Kinder sind jedoch schulpflichtig“, erklärt die Jugendhilfe ihr Anliegen.

Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten hatte Uwe Schenk, der Geschäftsführer der Jugendhilfe Werne, dazu Folgendes gesagt: „Wenn die Kinder nur kurz beschult werden, bekommen sie keinen Schulabschluss. Diese Situation wollen wir verbessern.“ Weiteres Argument: Derzeit müssen Kinder aus den Kreises Unna und Coesfeld teilweise sehr lange Wege auf sich nehmen, um die weniger gewordenen Förderschulen zu erreichen. Zuletzt hatte die Astrid-Lindgren-Schule in Lüdinghausen ihren Standort dort geschlossen.

Bork ist ebenfalls Förderschulstandort

Im Moment ist die Jugendhilfe auf der Suche nach zwei geeigneten Standorten für die Schule, wie auch Sylvia Engemann den Ausschussmitgliedern erklärte. Der Selmer Ortsteil Bork ist mit dem Förderzentrum Nord bereits Förderschulstandort: Der Kreis Unna ist Träger dieser Schule. Allerdings handelt es sich hier ausschließlich um eine weiterführende Schule. Das soll bei der Förderschule der Jugendhilfe anders sein: Hier sollen sowohl Grundschulkinder als auch Schüler im Sekundarbereich beschult werden.

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Uwe Schenk geht davon aus, dass die neue Förderschule, die sich auch für Schüler öffnet, die nicht in den Heimen der Jugendhilfe wohnen, Auswirkungen haben wird auf die bereits bestehenden Förderschulen in der Region.

Wie genau diese - auch in Bezug auf Selm - aussehen könnten, sagte Sylvia Engemann im Ausschuss noch nicht, sondern informierte allein über die Gespräche, die stattgefunden haben. Außerdem betonte sie, dass es in Bezug auf die Schule zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Fakten gebe.