Stadt Selm plant Kraftakt für die beiden in die Jahre gekommenen Schwimmbäder

Bäderlandschaft Selm

Existenzbedrohender Investitionsstau: Diese Diagnose stellt die Stadt den beiden Schwimmbädern. Jetzt geht es um die Therapie: Sanierung oder Neubau? Nur eines schließt die Verwaltung aus.

Selm

, 06.04.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sieht noch top aus, ist aber inzwischen in die Jahre gekommen: das Selmer Freibad.

Sieht noch top aus, ist aber inzwischen in die Jahre gekommen: das Selmer Freibad. © Viktoria Michelt

Das Werner Solebad öffnet am 14. April. Die Neueröffnung des rundum erneuerten Selmer Freibades an der Badestraße liegt dagegen schon 25 Jahre zurück. Und das Selmer Hallenbad am Sandforter Weg ist vor 17 Jahren zuletzt umfangreich saniert worden.

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Sowohl das Freibad als auch das Hallenbad sind sanierungsbedürftig. Was soll die Stadt tun?

Beide Selmer Schwimmbäder sind in die Jahre gekommen. Wie soll die Stadt die Bäderlandschaft entwickeln?
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In beiden Bädern gibt es das, was man Investitionsstau nennt. Wenn etwas kaputtgeht, kann es ganz schnell sehr teuer werden – unbezahlbar für den Freibadförderverein, der das Freibad betreibt, und das Fitness- und Gesundheitszentrum 4elements, das seit 2001 Eigentümerin des ehemals städtischen Hallenbades ist. Das heißt: existenzbedrohend.


Wann der Stadtrat das Thema bespricht

Könnte also jederzeit die plötzliche Schließung der Selmer Bäder drohen? So weit will es die Stadtverwaltung nicht kommen lassen. Sie will am Donnerstag, 11. April, ab 18 Uhr im Bürgerhaus, Willy-Brandt-Platz mit dem Rat über die Gestaltung der Selmer Bäderlandschaft nachdenken. Dabei soll ein Gutachter helfen.


Was denkbar ist und was nicht

Zwei Alternativen stehen zur Diskussion: 1. Hallenbad und Freibad sanieren. 2. Neues Hallenbad bauen in unmittelbarer Nähe des derzeitigen Freibades. Die Stadtwerke könnten als Investor und Betreiber auftreten. Ein Szenario schließt die Stadtverwaltung aber bereits jetzt aus mit Verweis auf die angespannte Finanzsituation: die Aufgabe beider Bäder und der gleichzeitige Bau eines komplett neuen Kombibades an einem neuen Standort. Das galt Ende 2018 noch als eine durchaus denkbare Option.

Unbezahlbar, wie die Verwaltung befürchtet. Dass es auch ohne Kombibad nicht ganz billig wird, zeigen die zu erwartenden Gutachterkosten: 50.000 Euro will die Stadt zur Verfügung stellen.

Das ist die Meinung von Redakteurin Sylvia vom Hofe:

Das wäre eine Blamage: Selm hätte einen nagelneuen Campus, neue Sport- und Freizeiteinrichtungen und sogar den beleuchteten Rodelhügel, aber in den Schwimmbädern ginge das Licht aus. Mehr noch: Das wäre eine Katastrophe. Schulen hätten keine Möglichkeit mehr, Schwimmunterricht anzubieten, Vereine könnten nicht mehr trainieren und Patienten sich nicht mehr therapieren lassen. Selm läge auf dem Trockenen.

Gut, dass sich die Verantwortlichen der Aufgabe noch in dieser Wahlperiode stellen. Sie einem neuen Rat und einem neuen Bürgermeister zu überlassen, wäre eine Riesenbürde für die Neuen. Die jetzige Mannschaft ist schließlich erprobt im Planen und Umsetzen großer Projekte. Hoffentlich gelingt das rechtzeitig vorm ersten großen Schadensfall in einem der betagten Bäder. Alles andere wäre ein Schlag ins Wasser.

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