Ein Tag Ruhe - jetzt brettern wieder die Elterntaxis vor der Overbergschule

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Eltern und Angehörige bringen Overbergschüler und Gymnasiasten mit dem Auto zur Schule und parken in der nicht freigegebenen Bushaltestelle. Eine Lösung schien greifbar, klappte aber nicht.

Selm

, 27.09.2018, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christine Jücker, Leiterin der Overberg-Grundschule, beobachtet die Situation an der noch nicht offiziell freigegebenen Bushaltestelle an der Kreisstraße direkt vor der Overbergschule seit Schuljahresbeginn mit Sorge. Der Parkplatz für Elterntaxi, inklusive Beschleunigungsstreifen, habe gefährlichen Autoverkehr da zur Folge, wo Kinder die Straße queren. Die Lösung erhoffte sie sich durch rot-weiße Sperrbaken, die die Zu- und auch die Abfahrt verhindern sollten.

Eine gute Idee, fand die Stadt Selm und handelte. Am Mittwoch vollzog die Verwaltung die Sperrung. Stadtsprecher Malte Woesmann bestätigt: „Die Sperrung wurde errichtet, damit die Busspur nicht als Parkplatz beziehungsweise als Hol-und Bringzone genutzt wird. Dies war ein Wunsch der Schule und mit ihr abgesprochen.“ So weit so gut.

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Plötzliche Kehrtwende

Dann aber die Kehrtwende: Am Donnerstag, also nur einen Tag später, waren die Sperrbaken wieder weg. Irgendjemandem bei der Stadt war wohl aufgefallen, dass man etwas vorschnell gehandelt hatte. Denn: „Die Zufahrt zur Bushaltestelle ist auch Rettungsweg für das Gymnasium“, erklärte Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion. Deshalb habe die Stadt die Sperrungen aufheben müssen. Folge: Die Autos fuhren wieder in die Bushaltestelle, um Schüler zu bringen oder abzuholen.

Overbergschulleiterin Christine Jücker sagt auf Anfrage der Redaktion zur neuen Situation: „Ich war schon überrascht, bin dann aber von der Stadt informiert worden.“ Sie sei „frohen Mutes, dass die Stadt eine Lösung finden wird“. Hätte sie persönlich denn einen Lösungsvorschlag? „Den Verkehr überwachen und Strafzettel verteilen.“

„Bitte nicht mit Lösung warten“

Dass eine Lösung her muss, dafür hat Christine Jücker klare Begründungen: „Die Autos fahren in einer viel zu schnellen Geschwindigkeit in die Bushaltestelle rein und auch wieder raus. Außerdem kreuzen sie Fußgängerbereiche.“ Und dann schildert sie, wie es am Donnerstagmorgen war: „Kaum hatten die Stadtwerkemitarbeiter die Bake an der Zufahrt weggenommen, fuhren schon die Autos in die Bushaltestelle rein. Und weil die Bake an der Ausfahrt noch stand, haben Autos sogar in der Bushaltestelle waghalsige Wendemanöver vollzogen.“

Was kann man aber aus städtischer Sicht tun, um die Verkehrssituation in Sachen Elterntaxis zu entschärfen? Malte Woesmann dazu: „Wir prüfen, was gemacht werden kann.“ Eines darf laut Christine Jücker jedenfalls nicht geschehen: „Bitte nicht mit Lösungen warten, bis die Busse in die Bushaltestelle reinfahren dürfen.“ Denn das kann noch dauern.

Haltestelle voraussichtlich ab 2019 in Betrieb


Die neu gebaute Bushaltestelle ist zwar nahezu fertig gebaut. In Betrieb wird sie wohl erst 2019 gehen, so die Stadt. In Absprache mit der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) habe sich die Stadt dazu entschlossen, heißt es aus der Verwaltung. Der Grund: die Großbaustelle an der Kreisstraße. „Da die B 236 nicht durchgängig bis Bork befahrbar ist, wären zusätzlich zu den bereits eingerichteten Umwegen bei einer Inbetriebnahme weitere Umleitungen und Schleifenfahrten erforderlich, die fahrplantechnisch nicht mehr darstellbar sind“, hatte Thomas Wirth vom Planungsamt zu Schuljahresbeginn gegenüber der Redaktion gesagt.

Aufgrund der engen Anschlussbeziehungen im Regionalverkehr – unter anderem Anschluss der Buslinie R 19 an den Schnellbus nach Münster in Lüdinghausen – und der engen Schulbustaktung, die ausgerichtet sei auf die unterschiedlichen Schulanfangszeiten in Selm und Bork, bestehe kein Spielraum mehr für die VKU. Die derzeitigen Umleitungen hätten sich nach Auskunft der VKU bewährt.

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