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Olaf Henning hat Selm vergessen – das ist gut so

rnInterview

Olaf Henning ist kein Unbekannter beim Selmer Stadtfest. Er selbst erinnert sich jedoch nicht mehr an seinen Auftritt im Jahr 2012. Aber das ist ein gutes Zeichen, sagt er im Interview.

Selm

, 12.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Willi Herren hat abgewunken, dafür sprang Olaf Henning kurzfristig für die Schlagerparty am Samstag beim Selmer Stadtfest ein. Spontan dann auch das Interview. Olaf Hennings Manager ruft noch am Tag der Interviewanfrage zurück. „Olaf ruft dich in einer Dreiviertelstunde an“, sagt der Manager am Telefon. Und so klingelt tatsächlich etwas später das Telefon. „Hallo, hier ist der Olaf.“

Du bist für Willi Herren kurzfristig eingesprungen. Wie kam es dazu?

Ich habe am Samstag um 23 Uhr einen Auftritt in Hamm. Selm kenne ich ja auch, und da habe ich gesagt, klar, liegt auf dem Weg, das kann ich machen.

Beim Stadtfest in Selm bist du ja schon mal aufgetreten. Erinnerst du dich noch daran?

Da liegen so viele Auftritte dazwischen. Aber, wenn ein Auftritt gut ist, dann hake ich den ab. Ich hake den ab und freue mich, wenn ich das nächste Mal wieder da bin.

Woran erkennst du denn, ob ein Auftritt gut war?

An der Reaktion der Menschen. Wenn die Leute Spaß haben, feiern, singen. Also wenn ich mit den Leuten arbeite, dann arbeiten die auch mit mir mit. Und wenn man irgendwo einspringt und ich merke, dass die Leute gar nicht traurig sind, dass der Künstler nicht kommt, der ursprünglich gebucht war, sondern der Olaf da ist. Hatte ich jetzt am Wochenende auch.

Aber dass du den Auftritt in Selm abgehakt hast, heißt, er war gut?

Richtig. Die Masse der Auftritte ist gut. Und wenn du im Jahr so 150 bis 170 Auftritte machst, gerät natürlich ein Auftritt von vor zwei, drei Jahren in den Hintergrund.

Gibt es ein besonderes Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?

Ja. Grundsätzlich trinke ich ein Glas stilles Wasser und rauche eine Kippe. Und dann bin ich fertig. Das sind so meine fünf Minuten, die ich vorm Auftritt brauche. Ich hab auch immer Lampenfieber. Von daher fahre ich mich so runter.

Und dann ist es weg, das Lampenfieber?

Das ist weg, sobald ich fünf Sekunden auf der Bühne stehe. Ich fang ja auch direkt mit nem Hit an. Der erste Song ist ja grundsätzlich „Blinder Passagier“, und den kennt ja wirklich jeder. Und dann hat man die Leute schon nach fünf bis zehn Sekunden in den Bann gezogen. Und dann gibt es auch einen Knaller nach dem anderen.

Sind Auftritte denn für dich auch ein stückweit Routine?

Nein, wenn du Routine hast, hast du ja auch kein Lampenfieber mehr. Und wenn du kein Lampenfieber hast, dann spulst du ja runter. Aber du willst ja die Gunst der Leute. Du willst, wenn du fertig mit der Show bist, dass die Leute applaudieren, klatschen und sagen, das war klasse. Ich bin überhaupt kein Freund von Routine. Jeder Auftritt ist anders. Und das ist ja das Schöne bei dem Job. Es ist sehr abwechslungsreich.

Wie hast du denn entschieden, Schlagersänger zu werden? War das geplant?

Ich bin ja gelernter Schlagzeuger und habe nebenbei immer Schlagzeug in Bands gespielt. Wenn ich ein Schlagerset gespielt habe, waren das aber immer die gleichen Songs. Marianne Rosenberg, Wolfgang Petry, Chris Roberts. Und immer die 70er. Da dachte ich mir: Man muss doch mal Schlager produzieren, die modern sind, die Bässe haben, die auch die jungen Leute mal mitnehmen. Und dann habe ich „Die Manege ist leer“ geschrieben und das war das richtige Lied zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Das war 1997 und somit war der Popschlager erfunden. Und so klingt jetzt auch der Popschlager heute.

Dich hat es aber nicht nach Mallorca, sondern nach Borken ins Münsterland verschlagen, wie kam es dazu?

Auf Mallorca wohnen wollte ich sowieso nie. Ich möchte überall mal Urlaub machen, und wenn du eine Bude hast auf Mallorca, dann bist du natürlich immer auf Malle. Außerdem wollte ich aus der Großstadt raus und wollte ein ruhiges Leben führen und somit hat es mich nach Borken-Burlo verschlagen. Schön ruhig, schönes Dorf, nette Leute. Ich produzier meine Songs in Münster. Das hat alles gepasst. Von Borken komme ich überall hin.

Außerdem ist es von Borken ja nicht so weit nach Selm.

Genau, das ist total super. Letztes Wochenende habe ich mal eben 2.500 Kilometer abgerissen. Dieses Wochenende kann ich mal ganz relaxt zu den Auftritten nach Selm und nach Hamm fahren.

Olaf Henning

Geboren 1968 in Mülheim an der Ruhr. Ist besonders für seinen Hit „Cowboy und Indianer“ bekannt. Seit 10 Jahren wohnt er in Borken-Burlo. Die Schlagerparty am Samstag startet um 19.30 Uhr. Tickets gibt es unter anderem auf stadtfest-selm.de
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