Stadtrat entscheidet Montag über Kino in Lüdinghausen

Zwei Konzepte

Zwei Jahre ist in politischen Gremien und in verschiedensten Foren über das Kinoprojekt in Lüdinghausen diskutiert worden, am Montagabend entscheidet sich der Stadtrat. Die Lüdinghauser Apollon-Gruppe geht dabei mit Unterstützung des Gestaltungsbeirates ins Rennen gegen das Konzept von Lorenz/Assmann. Das sind die größten Unterschiede der Entwürfe.

LÜDINGHAUSEN

, 21.02.2017, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Entwurf von Apollon ist sinnvoll im Stadtraum positioniert, gut gegliedert und verfügt über architektonisches Potenzial“, heißt es in der Kurzexpertise von Prof. Dr. Franz Pesch vom gleichnamigen Architekturbüro. „Dem gegenüber fällt der Entwurf Lorenz/Assmann ab“, so Pesch. Aus seiner Sicht „wirkt der kompakte Baukörper mit einer Traufhöhe von 12,50 Meter zu dominant, vor allem im Verhältnis zur Bebauung am Dietrich-Bonhoeffer-Ring.“

Pesch rät deshalb, das Projekt von Apollon in seinen architektonischen Grundausssagen zu übernehmen und zu optimieren. Zu beachten ist aus Sicht des Architekten „insbesondere die Eingangssituation und innere Organisation des Kindergartens sowie das einheitliche architektonische Bild.“

Wo sind jetzt die größten Unterschiede der beiden Entwürfe?

  • Die Lüdinghauser Apollon-Gruppe hatte von Anfang an einen Kindergarten auf dem Dach des Supermarktes eingeplant. Ein Ansatz, den die Verwaltung befürwortete, für den es aber auch in der Öffentlichkeit Kritik gab („Eine Kita sollte nicht auf einem Dach entstehen.“)  
  • Die Bietergemeinschaft Lorenz/Assmann hat mittlerweile die Zahl der Wohnungen deutlich reduziert und ebenfalls einen Kindergarten im Obergeschoss eingeplant. Allerdings sieht der Entwurf weiterhin eine große Tiefgarage unter dem Supermarkt vor. Auf diese Option will Apollon verzichten.  
  • Ganz unterschiedlich sind die Grundansätze beider Entwürfe. Apollon plant für die fünf Kinosäle fünf eigenständige Gebäude, dazu kommt ein großes Gebäude für den Supermarkt. Einen großen kompakten Baukörper wollen hingegen Lorenz/Assmann errichten. Dazu kommt ein zweites kleines Gebäude an der Grundstücksecke Konrad-Adenauer-Straße/Dietrich-Bonhoeffer-Ring.  
  • Aus Sicht von Prof. Dr. Franz Pesch wären „beide Nutzungsvorschläge für die Entwicklung des Standorts ein Gewinn.“ Die geplante Nutzungsmischung werde dazu beitragen, das Einkaufs- und Dienstleistungsquartier über die Primärfunktion hinaus mit der Nachbarschaft zu vernetzen und einen leistungsfähigen neuen Baustein in die Lüdinghauser Innenstadt einzufügen.

Der Lüdinghauser Stadtrat tagt am Montag um 18 Uhr im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen, Amthaus 8. Er berät zunächst öffentlich das Thema und entscheidet dann nichtöffentlich über das Projekt. Dies ist aus Sicht der Verwaltung deshalb notwendig, weil Grundstücksangelegenheit nicht öffentlich entschieden werden dürfen. Der Rat kann sich für einen der beiden Vorschläge entscheiden – oder ganz gegen ein Kinoprojekt votieren.

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