Start nach Maß: 70 Frauen und Männer kommen zur ersten Chorprobe

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Es waren 70 – in Worten siebzig – Menschen, die am vergangenen Donnerstagvormittag im Gemeindehaus St. Ludger in Selm zusammentrafen. Sie haben ein großes Ziel.

von Maria Niermann

Selm, Olfen

, 09.02.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Initiatorin Christa Mischke sagte ein ums andere Mal „... einfach unglaublich. Ich bin überwältigt. Wenn zehn gekommen wären, auch dann hätte ich mich schon sehr gefreut, aber siebzig? Unglaublich!“

Diese 70 erwartungsfrohen Männer und Frauen wollten singen. Sie waren dem Aufruf von Christa Mischke zur Gründung eines Chores für ältere Menschen am Vormittag gefolgt. „Je älter - je besser“, war ihre Namensidee.

Als Chorleiterin hatte sie Kerstin Kappenberg aus Cappenberg gewinnen können. Diese musste am Donnerstag auf einen Tisch steigen, um sich Gehör zu verschaffen und um gesehen zu werden.

Mischung aus Rock, Pop, Kanons, Oldies und volkstümlichen Liedern

Sie sorgte auch dafür, dass die 70 Sängerinnen und Sänger nach eineinhalb Stunden das Gemeindehaus verließen, mit dem guten Gefühl, schon drei Lieder geprobt zu haben. „Das Ergebnis war echt ok“, meinte die Chorleiterin.

Mit dabei war der Song „Barbara Ann“ von den Beach Boys genauso wie das „Heut kommt der Hans zu mir“. In der Ankündigung des Projektes hatte es geheißen: Es soll eine Mischung aus Rock, Pop, Kanons, Oldies und volkstümlichen Liedern gesungen werden.

70 Frauen und Männer wahren zur ersten Probe des Chores "Je älter je besser" gekommen.

70 Frauen und Männer wahren zur ersten Probe des Chores "Je älter je besser" gekommen. © Foto: Maria Niermann

Kerstin Kappenberg im Gespräch am Donnerstag: „Insgesamt ist mein Anspruch an diesen Chor schon, vierstimmige Chorsätze korrekt zu singen und zu gestalten“. Auch, dass es eine gewisse Chordisziplin geben wird, machte sie während der ersten Probe klar: „Wenn ich sage: Ich würde gerne das Lied vorsingen, dann bitte ich sie, mir auch zuzuhören“.

Geschäftsführerin hat die Idee aus Hamburg mitgebracht

Die Idee zu diesem Chor hatte Christa Mischke, Geschäftsführerin des Chorkreises Lünen-Lüdinghausen, aus Hamburg mitgebracht. „älter & besser“ heißt das dortige Projekt, das allerdings nicht auf eine vergleichbare Resonanz stieß wie das Selmer Angebot.

„Sie singen sehr schön mehrstimmig – aber leider nicht was dort steht.“
Kerstin Kappenberg

So reichten dann auch die 50 Liedzettel nicht aus, die Kerstin Kappenberg nach Durchsicht der Anmeldungen vorbereitet hatte. Am ersten Probentag musste improvisiert werden.

Sopräne, Altistinnen, Bässe, Männer und Frauen saßen ungeordnet in den Reihen. „Am nächsten Donnerstag sitzen wir nach Stimmen geordnet - dann können auch die unerfahrenen Sängerinnen und Sänger von den erfahrenen profitieren“, so Kerstin Kappenberg.

Viele Interessenten haben bereits Chorerfahrung

Etwa die Hälfte der Interessenten sagten von sich, sie hätten Chorerfahrung, die andere Hälfte hatte bisher eher unter der Dusche gesungen. Durch den Aufruf angesprochen gefühlt hatten sich 52- bis 91-jährige Männer und Frauen aus Selm, Bork, Lünen, Dortmund und Olfen, dabei knapp zehn Männer.

Nachdem alle organisatorischen Fragen geklärt waren, ging es direkt an die Probenarbeit

Nachdem alle organisatorischen Fragen geklärt waren, ging es direkt an die Probenarbeit © Foto: Maria Niermann

Christel Mayer aus Lünen fand die erste Chorprobe „...total schön. Ich möchte gar nicht auftreten, ich will einfach nur mit Spaß singen.“Christiane und Heinz Werner Kleine, ebenfalls aus Lünen, freuen sich über dieses Angebot, dass sie gemeinsam am Vormittag wahrnehmen können.

Projektchor des Chorkreises Lünen-Lüdinghausen

Christiane Kleine meinte auch: „Es ist schön bei etwas Neuem von Anfang an dabei zu sein, als später dazu zustoßen.“ Dann verrät Heinz Werner Kleine noch seinen ganz persönlichen Antrieb zu diesem Chor zu stoßen: „Meine Frau behauptet, ich könne nicht singen. Ich werde ihr jetzt das Gegenteil beweisen.“

Offiziell geführt wird der Chor als Projektchor des Chorkreises Lünen-Lüdinghausen, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Deren Vorsitzender Martin Bramkamp war ebenfalls ins Gemeindehaus gekommen. Auch er half beim Beschaffen weiterer Sitzplätze angesichts der großen Resonanz.

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