Stephanus-Kirmes 2017: Das war gut und schlecht

Bilanz des Borker Jahrmarkts

Zufrieden zeigten sich die Schausteller, die an den vergangenen Tagen ihre Stände und Fahrgeschäfte auf der Stephanus-Kirmes aufgebaut hatten. Allerdings: Eine höhere Besucherzahl wäre wünschenswert gewesen. Um die Borker Kirmes mehr zu beleben, gibt es für das kommende Jahr bereits konkrete Überlegungen der Stadt Selm.

BORK

, 08.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Stephanus-Kirmes 2017: Das war gut und schlecht

Marion und Hans Frahm besuchen mit ihrem „Enten-Angeln“ besonders gerne kleine Kirmessen.

"Ob große oder kleine Kirmes, das spielt keine Rolle", machte Kinderkarussell-Inhaber Lutz Wenzlaff deutlich, dass die Größe des Rummelplatzes nicht maßgeblich sei. "Wir brauchen doch die Plätze, wir müssen die kleinen Kirmessen am Leben erhalten“, so der 53-Jährige.

Die Stephanus-Kirmes sei zwar nicht leer gewesen, aber es hätten auch mehr Besucher sein können, bestätigt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage unserer Redaktion. „Die Leute stimmen mit den Füßen ab“, sagt Heinz-Willi Quante vom Heimatverein. Eine Kirmes mitten im Ort habe Charme. Aber im alten Stil, wie jetzt, sei so was tot.

Dass man die Borker Kirmes mehr beleben wolle, sind daher konkrete Überlegungen der Stadt Selm. Im kommenden Jahr wolle man die Stephanus-Kirmes um ein musikalisches Bühnenprogramm am Samstagabend und eine Art Handwerkermarkt am Sonntag bereichern. „Es ist noch nichts geplant, aber die Überlegungen gehen in diese Richtung“, sagte Stadtsprecher Woesmann.

Dass vor allem kleine Plätze wichtig für die Schausteller sind, bestätigen Marion und Hans Frahm. Das Schaustellerpaar besitzt den Gewinn-Stand „Entenangeln“ und geht gerne zur Dorfkirmes: „Wir sind seit vielen Jahren in Bork, mit Unterbrechungen. Hier trifft man immer wieder dieselben Kirmesbesucher und die Kinder bekommen noch Kirmesgeld von Oma und Opa“, so der 62-jährige Schausteller. Das Schaustellerpaar ist insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Stephanus-Kirmes.

"Eine große Kirmes ist immer so voll"

Lediglich am Samstag hätten die Regenschauer viele Kirmesgänger davon abgehalten, überhaupt erst den Rummel zu besuchen. Dass es ruhig hätte voller sein können, bestätigt auch das Ehepaar Frahm. Die selbstständigen Stand-Inhaber freuen sich über jede Möglichkeit, auch kleine Plätze zu besuchen. „Wir können ja nicht alle nur zur großen Festen gehen“, so Marion Frahm.

Auch Autoscooter-Besitzer Robert Gerste kommt gerne zu Dorfveranstaltungen. „Dass sich eine kleine Kirmes nicht lohnt, ist Blödsinn“, so der 39-Jährige deutlich. „Wenn der ganze Ort dahinter steht, dann ist eine kleine Kirmes richtig schön“, ergänzt der Schausteller.

Das sieht auch Besucherin Christiane Heinemann-Stille so, die mit ihrem Enkelkind schon mittags über die Stephanus-Kirmes geht. „Für Kinder ist das richtig toll im Ort, eine große Kirmes ist immer so voll. Die örtliche Kirmes sollte man unterstützen.“

Keine Standgebühren sind ein gutes Argument

Auch, dass es keine Standgebühr gebe, sei ein gutes Argument für kleine Plätze. „Strom ist schon so teuer für uns“, weiß die 53-jährige Selbstständige. „Wir erheben keine Standgebühren, sonst würde eventuell gar keiner mehr kommen“, bestätigt Stadtsprecher Malte Woesmann. Vom organisatorischen Aspekt her ist auf der Stephanus-Kirmes in Bork „alles glatt gelaufen“, so Woesmann auf Anfrage.

Lediglich dass es, anders als angekündigt, kein Fahrgeschäft „Twister“ gegeben hat, bedauert die Stadt sehr. „Der Schausteller ist einfach nicht erschienen“, teilte Woesmann mit. So etwas komme leider vor. Eine Verpflichtung, bei Zusage zu kommen, gebe es nicht.

Ehepaar Frahm mit dem Entenangeln und Wenzlaff mit dem Kinderkarussell sind am kommenden Wochenende auf der Kirmes in Nordkirchen zu finden. Gerade die kleinen Plätze sicherten oftmals die Existenz kleinerer Schaustellerbetriebe. „Zur Dorfkirmes gehen wir immer gerne, dann sind wir schon wieder eine Woche weiter“, so die Frahms.

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