Streit um Tankstelle schwelt weiter: Gefährdet der Neubau am Kreisel das Grundwasser?

rnVerwaltungsgericht

Die Arbeiten für die neue Tankstelle am Kreisverkehr Kreisstraße/Zeche-Herrmann-Wall in Selm laufen auf Hochtouren - anders als die Mühlen der Justiz.

Selm

, 21.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Aus der Luft betrachtet sieht die ehemalige Feuchtwiese am Kreisel Zeche-Herrmann-Wall/Kreisstraße aus wie ein planierter Sandkasten. Die Fläche ist aufgefüllt, verdichtet und vorbereitet für Arbeiten, die ein Bauprojekt realisieren, das bereits landesweit für Aufsehen sorgt.

Parallel zur Kreisstraße und direkt von der Umgehungsstraße (Zeche-Hermann-Wall) erreichbar, will das seit den 1960er-Jahren in Selm ansässige Unternehmen Rüschkamp nicht nur eine HEM-Tankstelle und einen Schnellimbiss errichten, sondern einen sogenannten Saug-, Wasch- und Ladepark: etwas komplett Neues.

Schnellladestationen, wie es sie sonst nur an Autobahnen gibt

Schnellladestationen für E-Autos gibt es bislang lediglich an Autobahnen und in einzelnen Großstädten. Die für Selm geplante Anlage will helfen, der nur langsam vorankommenden ökologischen Verkehrswende Beine zu machen. Anwohner sehen für die Umwelt vor ihrer Haustür allerdings eine Wende zum Schlechten. Sie befürchten unter anderem eine Absenkung des Grundwasserspiegels und haben Protest eingelegt: mit einer Klage vorm Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Ja, ein Selmer Ehepaar habe Klage erhoben, hatte Wolfgang Thewes, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, Anfang Juni bestätigt. Klagegegner: die Stadt Selm als Genehmigungsbehörde des Bauvorhabens. Thewes war im Juni noch von einer schnellen Entscheidung ausgegangen: „noch vor den Sommerferien.“ Daraus ist nichts geworden., obwohl es sich um ein Eilverfahren handelt.

Aufklärung dauert länger als erwartet

„In der Sache ist noch keine Entscheidung ergangen“, sagt Dr. Klaus Weisel auf Anfrage. „Es müssen erst noch weitere Einzelheiten aufgeklärt werden“, führt der Sprecher des Verwaltungsgerichts am 19. Juli aus. Um welche Einzelheiten es sich genau handelt, teilt er nicht mit. Sein Kollege, Dr. Christoph Kuznik, hatte wenige Tage zuvor bereits mitgeteilt dass es zu dem in Aussicht gestellten Ortstermin noch nicht gekommen sei.

Die im Dezember 2018 begonnenen Bauarbeiten gehen derzeit weiter. Inzwischen ist die Erschließung der Fläche erfolgt. Eine asphaltierte Baustraße verläuft parallel zur Kreisstraße über die Gewerbefläche. Von dort aus kann die Bebauung erfolgen.

Von Selm kommend in Richtung Bork sollen sich in dieser Reihenfolge drei Einrichtungen aneinanderreihen: die HEM-Tankstelle, ein Fast-Food-Restarant - sehr wahrscheinlich Burger King - und der Saug-, Wasch- und Ladepark.

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