Studierende testen Zukunftsautos in Selm-Bork

Forschungszentrum Lasise

Vor der Markteinführung müssen Entwickler ihre Prototypen ausgiebig testen, damit sie später sicher und zuverlässig sind. Genau das macht die Fachhochschule Dortmund mit ihren Fahrzeugen künftig in Selm. Profitieren sollen davon aber nicht nur die Studierenden.

Selm

, 22.11.2017, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Fachbereich Maschinenbau der FH Dortmund wird das F&T LaSiSe-Testgelände in Selm unter anderem für Praxistests in der Fahrzeugentwicklung nutzen.

Der Fachbereich Maschinenbau der FH Dortmund wird das F&T LaSiSe-Testgelände in Selm unter anderem für Praxistests in der Fahrzeugentwicklung nutzen. © F&T LaSiSe

Nicht nur die Theorie muss stimmen, sondern auch die Praxis. Das weiß die Fachhochschule Dortmund (FH). Studierende mit dem Schwerpunkt Fahrzeugentwicklung sollen ihre Entwicklungen demnächst beim Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm (F&T Lasise) testen. Möglich macht das eine deutschlandweit einzigartige Kooperation – denn F&T Lasise ist das einzige Freiluft- und Forschungslabor in Deutschland mit dem Forschungsschwerpunkt Ladungssicherung bei Fahrzeugen jeglicher Gewichtsklassen.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, unsere Studierenden bestmöglich zu betreuen und auszubilden“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der Fachhochschule Dortmund. Mit der Kooperation biete man den Studierenden die Möglichkeit, selbst entwickelte Fahrzeuge unter realen Bedingungen zu testen. Motorleistung, Straßenlage und Bremsverhalten von Elektrofahrzeugen werden also künftig in Bork überprüft. Auf öffentlichen Straßen ist das nicht möglich. „Fahrzeuge entwickeln, ohne sie selbst zu testen, ist ja langweilig“, sagt Prof. Dr. Yves Rosefort auf Anfrage dieser Redaktion.

Fachhochschule steckt noch in den Vorbereitungen

Das Testgelände müsse dafür nicht umgebaut werden, bestätigt F&T Lasise-Geschäftsführer André Bubenzer: „Von unserer Seite aus könnten die Hochschüler und Professoren schon morgen hier aufschlagen.“ Bis es so weit ist, könnte es allerdings noch ein paar Wochen dauern. Zurzeit stellt die Fachhochschule Container auf dem Testgelände auf, in denen Professoren und Hochschüler ihre Ergebnisse dokumentieren können, so Studiengangsleiter Prof. Dr. Klaus Eden, auf Anfrage dieser Redaktion. Dadurch könne die FH zusätzliche Praktika für Studierende anbieten.

Wie viele Studierende letztlich von Dortmund nach Selm pendeln, arbeitet die FH gerade aus. „Unsere Studierenden können jetzt miterleben, wie ein Test die Entwicklung beeinflusst“, sagt Rosefort. Zuvor entwickelten sie Modelle, konnten die Tests aber nicht miterleben. Das haben die Lehrpersonen alleine gemacht – und dafür zum Teil lange Strecken auf sich genommen. Jetzt können sich Lehrpersonen und Studierende die Zeit selbst aufteilen. „Mal gibt es ein paar Wochen in Selm, mal ein paar Wochen in der FH. Da sind wir sehr flexibel“, so Bubenzer. Mit dem Ausbildungsstandort der Polizei in Selm macht die FH die Stadt damit zu einem Hochschul-Standort.

Eine langfristige Kooperation ist nicht ausgeschlossen

Die neue Teststrecke soll aber nicht nur Auto-Prototypen fit machen und Studierende fördern – auch das Borker Unternehmen profitiert davon. „Durch die enge Partnerschaft werden wir unseren Aufgaben als Forschungs- und Technologiezentrums für Ladungssicherung noch mehr gerecht“, sagt Bubenzer über die zweijährige Kooperation. Aus den Erkenntnissen möchte das Unternehmen auch Vorteile für Aus- und Weiterbildungen schöpfen – und Studierende an das Unternehmen heranführen.

Bleiben soll es bei der zweijährigen Kooperation aber nicht. „Wir möchten langfristig zusammenarbeiten“, so Bubenzer. Beide Seiten seien daran interessiert, weitere Forschungsprojekte in Angriff zu nehmen. Und das scheint gar nicht so unrealistisch, schließlich sind FH und F&T Lasise schon seit 2012 im Kontakt. „Die Universität hat uns damals angesprochen, dann sind wir im Kontakt geblieben“, sagt Bubenzer. Nun habe die Zusammenarbeit funktioniert, sodass aus Theorie endlich Praxis werde.

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