Suche nach dem Mann mit dem dritten Café-Schlüssel geht weiter

Waffelino-Prozess

Im Prozess um den Waffelino-Brand im August 2017 soll ein Zeuge vernommen werden, der wohl im Besitz eines weiteren Café-Schlüssels ist. Der Mann konnte aber bisher nicht kontaktiert werden.

01.04.2019, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Suche nach dem Mann mit dem dritten Café-Schlüssel geht weiter

Der Angeklagte beteuert weiter seine Unschuld. © Martin von Braunschweig

Die Prozessbeteiligten erhoffen sich von dem Zeugen neue Erkenntnisse über die Schäden an der Café-Tür. Ein Gutachter war zuletzt zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass die Kratzer und Macken keineswegs Einbruchsspuren darstellen. Vielmehr wurden sie mit Werkzeugen verursacht, während die Tür geöffnet war. Außerdem müsse der Verursacher in Besitz eines Schlüssels gewesen sein, sagt der Gutachter.

Nach Angaben von Verteidiger Ralf Bleicher gab es zum Zeitpunkt des Feuers aber nur drei Schlüssel zu dem Café. Einen hatte der Angeklagte Hamza K., einen dessen Lebensgefährtin und einen weiteren ein Bekannter, der bei der Renovierung des Ladenlokals geholfen hatte. Hatte dieser Mann den Schlüssel vielleicht später verliehen? Und wenn ja: An wen? Diese Fragen brennen den Prozessbeteiligten unter den Nägeln.

Zeuge offenbar nicht in Selm gemeldet

Erste Versuche, den Zeugen ausfindig zu machen, schlugen jedoch fehl. Bei der Meldebehörde schüttelte man auf Anfrage des Gerichts den Kopf. Immerhin aber versicherten zwei Zeugen am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht: "Der wohnt in Selm. Ganz sicher."

Ein weiterer Zeuge, der für die Verteidiger Ralf Bleicher und Sebastian Kägebein von großem Interesse ist, hält sich derweil offensichtlich in Rumänien auf. Rechtsanwalt Bleicher ist zumindest schon mal im Besitz einer Telefonnummer, unter der der Mann zu erreichen sein soll. Bei einem ersten Versuch meldete sich aber offenbar nur die Mutter des Gesuchten. Ein Rückruf erfolgte bislang nicht.

Video-Vernehmung in Rumänien?

Die Verteidiger von Hamza K. regen nun an, den Zeugen mithilfe von Videotechnik in Rumänien zu befragen, falls dieser sich nicht zu einer Aussage in Dortmund bereiterklären würde. Konkrete Maßnahmen in diese Richtung haben die Richter allerdings noch nicht getroffen.

Dass der Gesuchte zurzeit wenig Lust verspürt, zurück nach Selm zu kommen, hat der Bruder von Hamza K. zuletzt bei einem Telefonat erfahren. "Er hat mir gesagt, dass er nicht kommen will, weil in Deutschland noch ein Haftbefehl gegen ihn offen ist", sagte der Bruder am Montag. Außerdem soll dieser Zeuge Stress mit einer libanesischen Großfamilie haben, die in dem Waffelino-Prozess schon an verschiedenen Stellen eine Rolle gespielt hat.

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