Tierfreunde

Tierfreunde sind in Not: „Wir brauchen Geld und ehrenamtliche Tierpfleger“

Die Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung können sich auf Menschen, die sie unterstützen, verlassen. Das hat sich in der Vergangenheit gezeigt. Jetzt ist wieder Hilfe dringend nötig.
Auf der Katzen-Quarantäne-Station der Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung ist ein gravierender Virusinfekt ausgebrochen. Das ist aber nicht das einzige Problem des Vereins. © Tierfreunde

Vor knapp einem Jahr hatten sich die Tierfreunde Lüdinghausen an die Bürger der umliegenden Gemeinden gewandt und um finanzielle Unterstützung für das gerade erst neu eröffnete Tierheim gebeten. Der Zuspruch war überwältigend und machte Mut, die schwierige Tierschutzarbeit weiter zu machen. So heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung. Doch jetzt sind die Tierfreunde wieder in brenzligerer Lage und das gleich doppelt.

Was derzeit das Problem ist, schildert der Verein in der Pressemitteilung so: „Das gesammelte Geld ist verbraucht, das Tierheim voll und die Helfer rar.“ Zwar habe sich die Corona-Lage nach und nach gebessert und es habe Lockerungen gegeben, „doch das brachte auch neue Probleme“, führt Tierheimleiterin und erste Vorsitzende Maria Eichel aus.

Es fehlen fleißige Hände

Theoretisch hätten die Tierfreunde doch zum Beispiel ihr 20-Jähriges Vereinsbestehen im September feiern und damit zusätzliche Einnahmen generieren können, „doch die Entscheidung, in die Planung und damit in finanzielle Vorleistung zu gehen, war zu riskant“, sagt die Vorsitzende. Auch fehlen Helfer, sowohl für die Tierpflege als auch für sonstige Aufgaben. „Während

der Lockdowns und Kurzarbeit kamen viele neue Ehrenamtliche dazu, doch die gehen nun wieder ihrem normalen Alltag und ihrer Arbeit nach.“ So fehlen insbesondere morgens fleißige Hände für die Versorgung der Tiere und das Stammteam muss auch durch krankheitsbedingte Ausfälle immer wieder extra Schichten schieben. „Wir sind froh, wenn wir alle Tiere gut versorgen können, da kann aktuell niemand noch zusätzlich Info-Stände machen und Sponsoren suchen“, berichtet Maria Eichel. „Und beides wäre so wichtig um sowohl Spenden zu sammeln als auch weitere ehrenamtliche Helfer zu finden.“

Gravierender Virusinfekt bei den Katzen

Zu der sowieso schon angespannten Situation sei nun auch noch ein gravierender Virusinfekt in der Katzen-Quarantäne-Station hinzu gekommen. „Das Tierheim wurde dieses Jahr mit Katzen überschwemmt. Täglich kamen Anrufe wegen oft einzelner Katzenbabys, die an Parkplätzen oder Bushaltestellen gefunden wurden. Manchmal auch hoch trächtige Mütter, die kurz darauf ihre Babys im Tierheim bekommen haben. Auffällig sind hier vor allem die Fundorte und der Zustand der Katzen“. So schildert Maria Eichel die Lage weiter.

Es fehlen zunehmend ehrenamtliche Tierpfleger, sagen die Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung.
Es fehlen zunehmend ehrenamtliche Tierpfleger, sagen die Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung. © Tierfreunde © Tierfreunde

Alles ließe darauf vermuten, dass die Katzen ausgesetzt wurden. Rein zeitlich passe dies gut zu den ersten „Corona-Anschaffungen“.

Die Leute machten sich oft wenig Gedanken, schafften sich ein Tier an, ließen es

unkastriert draußen rum laufen und wunderten sich dann was passiert, so Eichel weiter. Und mehrere dieser Tiere waren zudem sehr krank, was die Arbeit der Tierfreunde noch schwerer machte. Strenge Isolation, vermehrte Desinfektion, enorme Tierarztkosten, das alles zerre an den Nerven. Insofern lautet der Appell und die Bitte der Tierfreunde: „Wir brauchen dringend Hilfe. Aktuell vor allem Geld, aber ganz dringend auch ehrenamtliche Tierpfleger.“

Was genau bei der Versorgung der Tiere zu tun ist und wie Interessierte sonst noch helfen können, erfahren sie auf der Homepage der Tierfreunde unter www.tierfreunde-luedinghausen.deoder auch telefonisch unter 02598-9292532.