Tierfreunde suchen noch immer ein neues Zuhause

In Lüdinghausen

Kein Interesse an einem langfristigen Vertrag oder zu teuer: Seit Wochen suchen die Tierfreunde Lüdinghausen einen Bauernhof, den sie als Tierheim nutzen können. Bislang mit bescheidenem Erfolg. Aufgeben will die Vereinsvorsitzende Maria Eichel aber nicht. Allerdings drängt die Zeit.

LÜDINGHAUSEN

, 04.04.2016, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tierfreunde suchen noch immer ein neues Zuhause

Ob die Tierfreunde beim Sommerfest wirklich etwas zu feiern haben, ist derzeit völlig ungewiss. Noch immer sucht der Verein nach einem neuen Standort. Vielleicht eröffnet sich in der Nachbarstadt Olfen eine neue Perspektive.

Am 30. Juni endet der Pachtvertrag mit dem Eigentümer des Hofes in der Bauerschaft Bechtrup. „Und bis dahin müssen wir auch alles zurück gebaut haben“, sagt Maria Eichel. Die Vereinsvorsitzende hat aber keine Vorstellung, wo danach die Tiere untergebracht werden können.

Aktuell geht es um 20 Katzen, 15 Kleintiere und elf Hunde. „Das hört sich zunächst nicht viel an“, räumt die Vorsitzende ein. Aber wenn es darum gehe, diese Tiere irgendwo unterzubringen, sei es doch eine große Zahl. Insgesamt sind es jährlich sogar rund 400 Tiere, die die Tierfreunde Lüdinghausen und Umgebung vermitteln.

Fundtiere unterbringen

Als der Verein 2001 gegründet wurde, hatte er allerdings eine andere Aufgabe. Sein ausschließlicher Zweck war die Unterbringung von Fundtieren der Südkreisgemeinden Lüdinghausen, Senden, Olfen, Ascheberg und Nordkirchen.

Ende 2009 lief der Dienstleistungsvertrag auf Initiative des Vereins aus. Als Begründung nannten die Tierfreunde die finanzielle Situation. Die Unterbringungskosten hätten deutlich höher gelegen als die Vergütung durch die Städte und Gemeinden.

Seit Anfang 2010 betreibt der Verein ein Tierheim. „Das ist auch notwendig in der Region“, sagt die Vorsitzende Maria Eichel. Und mit dieser Meinung ist sie bei weitem nicht allein. Mittlerweile haben 3481 Bürger eine Petition unterschrieben. Mit ihrer Stimme fordern sie die Stadt Lüdinghausen auf, dem Tierheim ein neues Zuhause zu geben. Auch bei einem Gespräch mit der Stadtspitze ist der Vereinsvorstand dem Ziel nicht wirklich näher gekommen.

„Die Bürgermeister der anderen Südkreisgemeinden haben vor allem auf die Stadt Lüdinghausen verwiesen“, berichtet die Vereinsvorsitzende. „Der Ascheberger Bürgermeister hatte sogar kein Interesse an einem Gespräch.“ Dafür haben sich einige Bürger per Telefon oder Mail mit Hinweisen auf mögliche neue Unterkünfte gemeldet. Die passenden waren jedoch noch nicht dabei.

Viele Hindernisse

In zwei Fällen war das Objekt doch nicht zu mieten, in einem anderen Fall wollte der Eigentümer nur einen Vertrag mit kurzer Laufzeit abschließen. „Und es gab auch Eigentümer, die grundsätzlich nicht an einen Tierschutzverein verpachten wollten.“ Die derzeit letzte Option ist ein Hof in der Nähe von Olfen. Allerdings kann das Objekt nicht gemietet werden.

„Eventuell ist ein Mitglied unseres Vereins bereit, den Hof zu kaufen und dann an uns zu vermieten“, sagt die Vorsitzende Maria Eichel. Obwohl es noch keinen Ortstermin gegeben hat, hofft sie auf weitere Vorschläge. Schließlich soll die Feier zum 15-jährigen Vereinsbestehen am 5. Juni nicht zugleich das Datum sein, an dem die Tierfreunde kapitulieren müssen.

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