Trampelpfade im Cappenberger Wald sind gesperrt

Fragen und Antworten

Nicht nur Tiere und Pflanzen reagieren empfindlich, wenn Besucher des Cappenberger Waldes quer durch die Bestände laufen - mittlerweile auch diejenigen, die sich im Kreis Unna für den Naturschutz einsetzen. Warum die Untere Landschaftsbehörde und die Forstverwaltung jetzt die Notbremse ziehen.

CAPPENBERG

, 21.09.2016, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist das Problem?

Das Problem, das die Untere Landschaftsbehörde und die Forstverwaltung Graf von Kanitz sehen, ist so simpel wie ärgerlich: Regelmäßig verlassen Spaziergänger die befestigten Wege in den unter Naturschutz stehenden Cappenberger Wäldern in Selm, Lünen und Werne. "Dabei ist das Verlassen der befestigten Wege in Naturschutzgebieten allerorten verboten", sagte am Mittwoch Peter Driesch, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde im Kreis Unna, bei einem Pressetermin vor Ort.

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Warum ist das verboten?

"Weil Naturschutzgebiete vielen Tierarten als Rückzugsraum dienen", so Driesch. Außerdem sollen Bäume und Pflanzen erhalten bleiben. Das funktioniere nicht, wenn Spaziergänger die befestigten, für sie vorgesehenen Wege verlassen und immer wieder quer durch den Wald laufen. "Viele Leute wissen vielleicht gar nicht, dass sie das nicht dürfen", sagt Förster Elmar Berks, weist gleichzeitig aber auf die Hinweisschilder an den jeweiligen Haupteingängen hin. "Andere ignorieren das Verbot schlicht, werden sauer, wenn man sie darauf anspricht." Ein Problem seien auch frei laufende Hunde und Mountainbiker, "die sich mit den Ästen mittlerweile sogar Sprungschanzen bauen".

Was wollen Landschaftsbehörde und Forstverwaltung jetzt tun?

Die Trampelpfade absperren. Forstarbeiter sind seit einigen Tagen im Wald unterwegs, legen Schnittgut und Gehölz auf die Pfade. Man wolle sie nicht komplett absperren, das Schnittgut solle die Leute vielmehr darauf hinweisen, auf den befestigten Wegen zu bleiben. "Es ist eine Art Lenkungsmaßnahme, wir wollen an die Leute appellieren", sagte am Mittwoch Sebastian Heide-Napierski von der Unteren Landschaftsbehörde.

Viele Trampelpfade haben sich über die Jahre entwickelt, sehen mittlerweile aus wie richtige Wege. Woran erkenne ich befestigte Wege überhaupt?

"An den Steinen in der Erde", sagt Förster Elmar Berks. Der Boden sei fester, der Schotter in die Erde eingearbeitet.

Und das Schnittgut? Können Spaziergänger das nicht einfach ignorieren?

Können sie, sagt Berks. Trotzdem hoffe man auf die Vernunft der Leute. Gehe man tiefer in den Wald hinein, werde die Lage aber auch unübersichtlicher. "Schwierig wird es in Zukunft für Mountainbiker", sagt Berks. "Die können nicht mehr so einfach über das Schnittgut fahren."

Welche Teile des Waldes sind von der Maßnahme betroffen?

Das Südholz zwischen Am Struckmannsberg und Am Brauereiknapp, das Kohuesholz zwischen Cappenberg und Werne und der hintere Bereich des Cappenberger Sees.

Hohes Bußgeld für Missachtung
Forstverwaltung und Landschaftsbehörde wollen in Zukunft noch mehr darauf achten, dass das Verbot auch eingehalten wird. Im schlimmsten Fall droht ein Bußgeld von bis zu 400 Euro. Seit 2007 sind weite Teile des Cappenberger Waldes als Naturschutz- beziehungsweise FFH-Gebiet ausgewiesen. Die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) dient als Rechtsgrundlage für den Naturschutz in der Europäischen Union.

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