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Trend: Werdende Eltern suchen schon in der Schwangerschaft einen Platz bei der Tagesmutter

rnKinderbetreuung

Selmer Tagesmütter haben an zwei Tagen ihre Arbeit vorgestellt. Nötig hätten sie es eigentlich nicht. Denn ihre Plätze sind teilweise längst ausgebucht.

Selm

, 11.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Lachende Kinder, ein Piratenschiff und ein großes Spielhaus mit Sandkasten: Im Garten von Tagesmutter Caroline Westrup sieht es aus, wie auf einem Kinderspielplatz. Dazu malen die Kinder an einem Tisch gerade bunte Bilder mit Fingerfarbe. Geschenke für den Muttertag. Was aussieht wie ein Kindergeburtstag, ist eine Kennenlernaktion von Tageseltern.

Es ist eine Aktion des Bundesverbands für Kindertagespflege. Er rief in dieser Woche Tageseltern in ganz Deutschland dazu auf, ihre Türen zu öffnen, um Eltern so einen Einblick in die Arbeit von Tageseltern zu geben. Caroline Westrup, Melanie Tamm und Monika Homann haben am Freitag erklärt, wie sie arbeiten. Dafür hatten sie sich in Caroline Westrups „Zwergenland“ in der Breede getroffen.

Chemie muss stimmen

Stephanie Banna ist gerade mit ihrem 17 Monate alten Sohn Lennard zu Besuch. Auch im vergangenen Jahr - als die Aktion zum ersten Mal stattfand - war sie dort. Die ersten Gespräche mit Caroline Westrup gab es schon, als sie noch schwanger war. Ab Sommer wird Lennard nun bei Caroline Westrup betreut. „Zum Ende der Schwangerschaft habe ich nach Betreuungsplätzen geschaut“, sagt Stephanie Banna, die von Lünen nach Bork gezogen ist.

Trend: Werdende Eltern suchen schon in der Schwangerschaft einen Platz bei der Tagesmutter

Angelina Bille mit ihrem Sohn Emilio. © Sabine Geschwinder

Bei Caroline Westrup habe sofort alles gepasst. „Betreuung funktioniert nur dann, wenn die Chemie mit der Betreuungsperson stimmt“, sagt sie. Um so etwas herausfinden zu können, seien Kennenlernangebote wichtig. In einem Kindergarten könne sich ein Kind seine Bezugsperson unter mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aussuchen. Bei der Tagespflege gebe es nur die eine Bezugsperson. „Da muss es dann auch passen.“

Angelina Bille aus Selm hat ihren Sohn Emilio bei Tagesmutter Monika Hamann in der Betreuung und ist überzeugt von Betreuungsform Tagespflege: „Es sind nicht so große Gruppen und man kann mehr auf die Kinder eingehen“, sagt sie. Auch sie hat sich früh um einen Platz für ihren jetzt eineinhalb Jahre alten Sohn gekümmert.

Früh angefangen mit der Suche

Dass Mütter noch während der Schwangerschaft nach Betreuungsplätzen schauen, sei übrigens inzwischen Standard: „Das merken wir auch, dass die Eltern immer früher kommen“, sagt Melanie Tamm. Tamm selbst ist seit 13 Jahren Tagesmutter und gelernte Erzieherin. Sie konnte die Arbeit im Kindergarten mit der Betreuung ihrer eigenen Kinder nicht mehr vereinbaren. So wurde sie Tagesmutter.

Trend: Werdende Eltern suchen schon in der Schwangerschaft einen Platz bei der Tagesmutter

Auch Manuela Prager , Anja Reher, Sabine Overtheil und Miriam Kropp öffneten ihre Tür. Allerdings schon am Donnerstag. © Sabine Geschwinder

So ähnlich war es auch bei Caroline Westrup, sie wurde vor 14 Jahren Tagesmutter, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen. Inzwischen hat sie vier Kinder, ihr Sohn Linus ist fast 14, ihre jüngste Tochter Ella neun Monate alt. In der Zeit hat sich vieles verändert.

„Es gibt inzwischen neue Richtlinien“, sagt Caroline Westrup. Dazu zählten auch viele Qualifizierungen und Auflagen. Tageseltern seien jetzt aber auch kranken- und rentenversicherungspflichtig. Und: Die finanzielle Anerkennung ihrer qualifizierten und verantwortungsvollen Arbeit sei deutlich gestiegen. Der Stundenlohn ist von 1,93 Euro vor 14 Jahren auf 5,40 Euro geklettert. „Die merken auch, dass wir gebraucht werden“, sagt Caroline Westrup zum Thema Betreuermangel.

Arbeit transparent machen

In Selm gibt es insgesamt 43 Tagesmütter und eine männliche Tagespflegekraft. Und trotzdem ist der Bedarf hoch. Bei Caroline Westrup und Melanie Tammm zum Beispiel sind alle Plätze - fünf Kinder darf eine Tagesmutter gleichzeitig betreuen - schon weg. Bei anderen Tagesmüttern seien aber noch Plätze frei. Die Eltern zahlen für die Kindertagespflege genauso viel wie für die Kita. Der Elternbeitrag richtet sich nach dem Einkommen.

Es geht den Selmer Tagespflegekräften weniger darum, für sich selbst weitere Eltern zu akquirieren, als darum, ihre Arbeit transparenter zu machen. „Ich denke, dass es für die Eltern wichtig ist, zu sehen, was Tagespflege überhaupt ist“, sagt Melanie Tammm.

Tageseltern kontaktieren:
Caroline Westrup und ihren Kollegen haben am Freitag ihre Arbeit vorgestellt, ihre Kolleginnen Anja Reher, Manuela Prager, Miriam Kropp und Sabine Overtheil am Donnerstag. Wer keine Möglichkeit hatte, sie zu besuchen, kann das nachholen. Jederzeit bestehe die Möglichkeit, einen Informations-Termin auszumachen. Informationen zum Thema gibt es auch auf der Seite der Stadt.
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