Trendwende bei Bestattungen auf Selms Friedhöfen

Reihengräber beliebt

Schlicht und einfach zu pflegen: So wünschen sich immer mehr Selmer ihre letzte Ruhestätte. Die Zahl der Rasenreihengräber wächst stetig, das klassische Erdgrab ist dagegen seltener gefragt. Wir haben bei der Stadt und der Friedhofsverwaltung nach den Trends und Kosten für Bestattungen gefragt.

Selm

, 01.11.2016, 07:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Große Buche ist letzte Ruhestätte. Baumgräber wie dieses werden ebenfalls immer beliebter.

Die Große Buche ist letzte Ruhestätte. Baumgräber wie dieses werden ebenfalls immer beliebter.

Welche Bestattungsformen sind in der Stadt Selm möglich?

„Das regelt die Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesen der Stadt Selm“, erklärt Christa Zeipert. Die Satzung ist seit dem 4. Dezember 2014 gültig. In Paragraf 12 sind dort zehn verschiedene Bestattungsformen aufgelistet: Reihengrabstätten, Nichtanonyme Rasenreihengräber, Wahlgrabstätten, Urnenreihengrabstätten, Urnenwahlgrabstätten, Grabstätten für anonyme Bestattungen, Grabstätten für teilanonyme Bestattungen (eine Tafel mit mehreren Namen), Aschenstreufelder, Kriegsgräber sowie ein „anonymes Grabfeld für Tot- und Fehlgeburten sowie die aus Schwangerschaftsabbrüchen stammenden Leibesfrüchte“.

Die private Ruheforst GmbH bietet zudem Urnenbeisetzungen im Cappenberger Wald an, zwischen Brauereiknapp und Struckmannsberg.

 

Ist ein Trend zu erkennen?

„Ja“, sagt Heidrun Jäckering. In der Vergangenheit sei die Nachfrage nach einem Rasenreihengrab sowie einer Baumbestattung deutlich gestiegen. Grund dafür könne sein, dass die Pflege der Grabstellen dem Friedhof obliege. Eine Beisetzung in einem Rasenreihengrab lässt sowohl eine Bestattung im Sarg als auch in einer Urne zu. Die Grabstelle verfügt über eine Platte, auf der Name, Geburts- und Todestag verewigt sind. Die Gestaltung mit Blumen oder sonstigem Grabschmuck ist nur sehr eingeschränkt möglich. Nur in der Zeit, in der auf den Friedhöfen kein Rasen geschnitten wird – vom 31. Oktober bis März – ist es erlaubt, etwas abzustellen.

Bei Baumgräbern, die eine Urnenbestattung bedingen, werden Name und Lebensdaten des Verstorbenen auf eine Metallplatte geschrieben. Auf dem Selmer Friedhof gibt es sieben dieser Begräbnisstätten zu Füßen markanter Bäume. Auch bei dieser Begräbnisform ist allerdings die Form der Gestaltung begrenzt. „Wenn hier riesige Schalen oder zu viele Lampen stehen, verliert das Baumgrab seinen Charakter“, sagt Christa Zeipert. Es sei verständlich, dass Menschen ihrer Trauer Ausdruck verleihen möchten, aber gerade diese Form ließe das nur eingeschränkt zu.

Was kostet eine Beisetzung in Selm denn überhaupt?

Das hängt davon ab, was man möchte. Christa Zeipert erklärt zunächst den Unterschied zwischen einem Wahlgrab und einem Reihengrab: Ein Wahlgrab kann – wie der Name sagt – ausgewählt werden, bei einem Reihengrab gibt es diese Möglichkeit nicht. Außerdem: „Ein Reihengrab kann nach 25 Jahren nicht wieder gekauft werden.“ Die Kosten belaufen sich bei einem Wahlgrab je Stelle auf 1225 Euro (Urnenwahlgrab/Baumgrab 945 Euro). Ein Reihengrab kostet 1120 Euro pro Stelle, ein Rasenreihengrab 1475 Euro pro Stelle. Hinzu kommen Bestattungsgebühren zwischen 400 Euro (Urne) und 825 Euro (Wahlgräber).

 

Und wie viele Beerdigungen gibt es im Durchschnitt?

Die Zahlen kennt Heidrun Jäckering. Im Jahr 2014 hat es 277 Beisetzungen gegeben, davon 100 Urnenbestattungen. 2015 waren es 308 Beerdigungen, davon 102 Urnenbeisetzungen und in 2016 bisher 227 Bestattungen, davon 90 Urnen. Völlig anonym werden Menschen in den seltensten Fällen beigesetzt. Die Zahl stagniert in den vergangenen Jahren bei zehn Fällen. „Die Meisten wollen doch den Hinweis auf den Verstorbenen“, sagt Heidrun Jäckering.

Wer ist für die Friedhöfe in Selm zuständig?

Das sind die Stadtwerke. Sechs Mitarbeiter sorgen auf den drei Friedhöfen für die Grün- und Anlagenpflege, den Rasenschnitt und alle Arbeiten, die mit einer Beerdigung verbunden sind, wie das Ausheben einer Grabstelle.

 

Und wer ist Ansprechpartner für die Friedhöfe in der Stadt?

Das sind Anna Leenders oder Heidrun Jäckering, die bei den Stadtwerken für die Friedhofsverwaltung zuständig sind, sowie Christa Zeipert in der Stadtverwaltung. Sie sind zu erreichen unter Tel. 02592/929840 (Leenders), Tel. 929848 (Jäckering) oder Tel. 69249 (Zeipert).

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