Spargelernte läuft gut in Bork und Vinnum – trotz Trockenheit

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Um den Spargel optimal sprießen zu lassen, regnet es dieses Jahr zu wenig. Doch insgesamt sind die Spargelbauern zufrieden: Die Ernte läuft immerhin gut.

von Kristina Gerstenmaier

Bork, Vinnum

, 18.05.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Borker Landwirt Hubertus Bleckmann ist dieser Tage - inmitten der Spargelernte - Hochsaison: Solange es hell ist, steht er auf dem Feld, bis zu 120 Stunden pro Woche. Die Hälfte seines Spargels ist schon gestochen. Seit etwa einer Woche sind jetzt die Spätsorten an der Reihe. Bis zum traditionellen Stichtag am 26. Juni werden hier 4000 Kilo des Königsgemüses aus dem Boden geholt sein. „Die Ernte ist normal und ausgeglichen, sie ist zur Marktsituation passend“, lautet Bleckmanns Zwischenbilanz.

2018 gab es zu viel Spargel
Spargelernte läuft gut in Bork und Vinnum – trotz Trockenheit

Der Spargel spriesst, aber der Boden ist zu trocken. © Hubertus Bleckmann

Zwar sei der Boden nach wie vor zu trocken - die Kosten für die zusätzliche Bewässerung seien bereits vierstellig -, aber im vergangenen Jahr sei der Spargel aufgrund der Hitze übermäßig gesprossen. „Letztes Jahr hatten wir schon ab April über 25 Grad“, erinnert sich der Landwirt. „Da mussten wir frühzeitig Bestände aus dem Ertrag nehmen, weil es so viel war, dass es nicht mehr zu vermarkten war.“ Mit der Kälte in diesem Jahr kommt das Stangengemüse hingegen viel besser zurecht: „Spargel kann wegen seiner relativ tiefen Wurzeln viel aushalten“, weiß der Landwirt.

Gut zu wissen

Ende der Spargelernte

Historisch bedingt endet die Spargelernte am 24. Juni, dem Johannistag. Das Ende der Spargelsaison beschreiben althergebrachte Bauernregeln: „Stich den Spargel nie nach Johanni.“ oder „Kirschen rot, Spargel tot“. Hintergrund für dieses „Bauerngesetz ist, den Pflanzen, die im Sommer blühen, eine Regenerationszeit für eine ertragreiche Ernte im nächsten Jahr einzuräumen.

Auch auf Schloss Sandfort ist man bisher zufrieden: „Grundsätzlich ist das in diesem Jahr eine ganz gute Ernte. Also mittelmäßig bis gut“, berichtet Verwalter Christian Overkämping, der auch für den Spargelanbau zuständig ist. Damit meint er: „Verglichen mit dem Vorjahr ist es ein bisschen weniger, aber noch ok.“ Zwischendurch habe es ein kleines Tief gegeben, aber unter Folie sei es den Stangen auch warm genug. Aber auch er sagt: „Wir wären dankbar für jeden Regenguss.“ Auch auf den gräflichen Feldern muss der Spargel zusätzlich bewässert werden. Während man hingegen 2018 schon zehn Tage vor dem offiziellen Ende der Erntezeit wegen der Überproduktion habe aufhören müssen, rechnet Overkämping für dieses Jahr damit, bis zum Stichtag am 24. Juni ernten zu können.

Extremwetter ist problematisch

Landwirt Hubertus Bleckmann beobachtet die Wetterentwicklung, auch wenn der Spargel gedeiht, nervös. „Ich wünschte mir jeden dritten Tag Regen von abends zehn bis morgens fünf Uhr und dazu Temperaturen bis 25 Grad.“ Stürme, Starkregen, Hagelschauer und auch die extremen Temperatursprünge stellten die Landwirtschaft vor ganz neue Herausforderungen. Gerade hat die Erdbeerernte begonnen. „Da kann so ein Temperatursprung mit anschließendem Hagelschauer für Marmelade an der Pflanze sorgen“, sagt der Landwirt, dessen Hof schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts existiert.

„In den nächsten Jahren wird es spannend werden, das Klima hat sich schon geändert. Seit Jahren schon wird alles enger.“ Da stehe man dann vor der Herausforderung, Pflanzen zu züchten, die den neuen Wetterbedingungen trotzen. Vorerst aber behilft man sich auf Hof Bleckmann mit Folien für Spargel, bei den Erdbeeren und Äpfeln mit Bewässerung und Hagelschutznetzen. Und man ist zufrieden mit einer „guten“ Ernte.

Erdbeerernte

Seit Ende April läuft auch schon die Erdbeerernte auf Hof Bleckmann; bisher aus dem Gewächshaus, ab der kommenden Woche auch vom Feld. Im Gegensatz zum Spargel kommen Erdbeeren mit Trockenheit viel schlechter zurecht. Auch die Kälte macht ihnen zu schaffen: Es gab bereits einige Schäden durch Fröste, aber noch keinen Totalschaden. Süß werden sie hingegen, wenn nachts unter 15 Grad, noch besser zehn oder acht herrschen. Selsbtpflücken kann man auf Hof Bleckmann voraussichtlich ab dem 25. Mai.
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