Margret Hettstedt (l.) im Jahr 2019 neben Mitarbeiterin Bärbel Kapuschinski. © Sylvia vom Hofe (A)
Traditionsgaststätte

Türen bleiben vorerst zu – Wann öffnet die Gaststätte Klähr wieder?

Seit knapp einem Jahr wird in der Gaststätte Klähr kein Gast mehr bedient. Das wird auch vorerst so bleiben. Betreiberin Margret Hettstedt äußert sich zu den kommenden Plänen.

Bereits seit Anfang Oktober 2020 hat das Gasthaus Klähr an der Netteberger Straße geschlossen. Die Rollläden der Traditionsgaststätte werden auch in absehbarer Zeit nicht wieder hochgezogen.

Im Jahr 1988 übernahm Wirtin Margret Hettstedt die Leitung der Gaststätte. Seitdem wurde das Haus regelmäßig – neben dem Normalbetrieb – für Familienfeiern, Ü-30-Partys und Vereinsfeste gebucht. Über elf Monate ist es nun her, dass Margret Hettstedt das letzte Mal hinter der Theke stand. Wegen Krankheit musste sie schließen.

Keine Öffnung mehr in diesem Jahr

Dieses Jahr werde das Gasthaus definitiv nicht mehr öffnen, bestätigt Hettstedt auf Anfrage unserer Redaktion. Ob und wann sie dann im kommenden Jahr wieder Gäste empfangen kann, sei schwer zu sagen. „Wie es die Gesundheit zulässt. Man muss ja erstmal bei Kräften sein“, lautet die einfache Antwort der Wirtin.

Weil die Öffnung deshalb noch nicht planbar ist, nimmt sie daher auch noch keine Veranstaltungsbuchungen für das kommende Jahr an. Erst, wenn sie selbst wieder fit für den Tagesbetrieb ist, werde das Gasthaus öffnen, so Hettstedt.

Dieses Jahr wird die Gaststätte Klähr wohl nicht mehr öffnen.
Dieses Jahr wird die Gaststätte Klähr wohl nicht mehr öffnen. © Verena Halten © Verena Halten

Bis dahin muss Margret Hettstedt auf viele bekannte Gesichter in ihrem Lokal verzichten. 80 Prozent ihrer Besucherinnen und Besucher sind Stammgäste, die sie beim Namen kennt, wie Hettstedt unserer Redaktion noch kurz vor der Gasthaus-Schließung verriet.

Allein wird die Wirtin den Betrieb jedoch nicht stemmen können. Weil sich Mitarbeiterinnen in den Ruhestand verabschiedet oder seit der Schließung nach einem neuen Job umgesehen haben, braucht Hettstedt vor einer möglichen Öffnung noch zusätzliches Personal.

Zu wenig Personal in der Gastronomie

Das scheint aktuell nicht so einfach zu finden zu sein. „Ein Problem in der Gastronomie ist aktuell der Personalmangel“, weiß Getränkeunternehmer Christoph Krevert, der auch das Gasthaus Klähr beliefert. Das führe häufig zu Problemen bei den Öffnungszeiten der Gastronomen, weil die Schichten nicht besetzt werden können. „Das höre ich ständig“, so Krevert.

Andererseits gebe es auch Gutes zu vermelden. „Die Geschäfte im Außenbereich laufen ordentlich“, stellt Krevert fest. Dazu gehörten auch die Freiluftveranstaltungen. „Die Leute haben Lust etwas zu machen.“ Einige Veranstaltungen in der Region seien sogar ausverkauft. Da wo es keinen Außenbereich gebe, sei es dagegen schwierig. Was nach der Biergarten-Saison passiert, sei noch nicht absehbar.

Wann das Gasthaus Klähr wieder die ersten Gäste im Innen- und Außenbereich empfangen kann, ist nicht weniger unklar. Für ihre Gäste will Wirtin Margret Hettstedt trotzdem da sein: „Wer etwas wissen will, kann mich ja anrufen.“

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich