Türkischer Deutschlandfan: Zwei Herzen in einer Brust

SELM Zwei Herzen schlagen in Önder Paslis Brust. Der 20-jährige Selmer ist Fan des türkischen und des deutschen Fußballs. Geboren wurde er in Kajseri nahe der türkischen Hauptstadt Ankara. Seit 16 Jahren lebt er mit seiner Familie in Deutschland. Matthias Münch sprach mit ihm über das türkische Fußballmärchen.

von Von Matthias Münch

, 24.06.2008, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

Herr Pasli, sind Sie fußballbegeistert?

Pasli: Ja total, in der Türkei halte ich zu Galatasaray Istanbul, in Deutschland zu Bayern München. Und natürlich drücke ich der türkischen Nationalmannschaft die Daumen, auch im Spiel gegen Deutschland.

Was haben Sie der Türkei zu Beginn der EM zugetraut?

Pasli: Ich habe nicht erwartet, dass die Mannschaft so weit kommt. Nach der Auftakt-Niederlage gegen Portugal schon gar nicht. Und jetzt ist das ein tolles Gefühl. Die Tore in den letzten Sekunden waren Klasse. Da haben die türkischen Fußballer gezeigt: Wir haben es doch drauf.

Haben Sie nach dem Rückstand gegen Kroatien in der 119. Minute noch an eine Wende geglaubt?

Pasli:Nein. Ich dachte, es ist zu Ende. Doch dann kam diese Vorlage von Rüstü und das Tor von Semih. Ich wusste nicht mehr, wo ich war. Beim Elfmeterschießen war ich mir dann ziemlich sicher, dass die Türkei gewinnt. Die Kroaten waren doch total geschockt.

Mit wem haben Sie das Spiel zusammen gesehen?

Pasli: Mit zehn Freunden hier zu Hause in Selm. Es war eine Superstimmung.

Welche sind die besten türkischen Spieler?

Pasli: Gegen Tschechien war Hamit Altintop Weltklasse. Auch in den anderen Spielen war er stark. Außerdem haben mir Arda und Semih sehr gut gefallen. Schade, dass Arda gegen Deutschland nun gesperrt ist.

Was erwarten Sie von dem Spiel am Mittwoch?

Pasli: Die Deutschen sollten sich nicht zu sicher fühlen und denken, dass es so einfach wird. Ein Elfmeterschießen wird es diesmal nicht geben. Mein Tipp: Die deutsche Mannschaft führt zur Halbzeitpause mit 2:0. Aber die Türkei gewinnt am Ende 3:2 und spielt dann im Finale gegen Russland.

Ist schon eine Feier geplant?

Pasli: Ich habe überlegt, nach Dortmund zu fahren. Aber das ist ein bisschen riskant. Also werde ich wieder mit Kumpels zu Hause Fußball gucken und dann feiern. Das ist besser.

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