Überraschung in der Wahlkampfrede: Thomas Orlowski will Selms Schullandschaft verändern

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Jetzt hat er auch den Rückhalt der Delegierten: Thomas Orlowski ist am Samstag für die SPD in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt gestartet. Ein Ziel dabei ist eine echte Überraschung.

Selm

, 03.06.2019, 04:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

40 Delegierte waren eingeladen. 29 sind gekommen und haben am Samstagvormittag im Bürgerhaus abgestimmt über ihren Bürgermeisterkandidaten.

„Wir machen hier weiter wie bislang“

Bei einer Enthaltung waren alle für den 49-jährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden. Mit dieser Unterstützung im Rücken hielt der Diplom-Verwaltungswirt vor rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörern seine erste große Wahlkampfrede und sorgte gleich für eine politische Überraschung. Dabei ließ die musikalische Untermalung mit der mehr als 40 Jahre alten Amboss-Polka von Ernst Mosch zunächst kaum neue Töne vermuten. Und auch nicht Orlowskis Versprechen „Wir machen hier in Selm so weiter wie bislang“.

Neue Töne in der Schulpolitik

„Mit mir wird es keinen Stillstand geben, wir werden auch weiter viel investieren.“ Die Finanzen dürften „nicht noch einmal so im Keller liegen“ wie Selm es erlebt habe, bevor es die Stadt Dank des Förderprogramms Regionale 2016 und Dank Mario Löhrs entschlossenen Handelns aufgeblüht sei: „Da haben wir einen unwiderstehlichen Sprint hingelegt - endlich.“ In der Schulpolitik stehen Selm aber nach Orlowskis Meinung noch wichtige Etappen bevor.

Orlowski versprach den Einsatz für „bessere Bildung“ durch die Fortsetzung der digitalen Ausstattung der Schulen, durch den Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung in einem zentralen Neubau auf dem Gelände der Overbergschule und - dieses Thema kam unerwartet - mit dem Kampf für eine Gesamtschule.

Ziel: Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe

Selm hat bekanntlich neben dem Städtischen Gymnasium mit der Selma-Lagerlöf-Schule eine Sekundarschule, die alle Abschlüsse ermöglicht - bis auf das Abitur: ein Nachteil im Vergleich zur Gesamtschule, wie der gebürtige Dortmunder meint, der selbst die Realschule besucht hatte und sein Abitur am Abendgymnasium gemacht hat. Gemeinsam mit den Eltern werde er das Thema angehen. „Ein dickes Brett“, was Orlowski da bohren wolle, meinte Rainer Schmeltzer, Bürgermeisterkandidat für Lünen, der selbst Mitglied der rot-grünen Minderheitsregierung war, die 2011 den NRW-Schulkonsens ausgehandelt hatte: die Grundlage für die Gründung von Sekundarschulen im Land.

Bessere Angebote mit Bus und Bahn

Ein weiteres Thema, das Orlowski stärker in den Mittelpunkt rücken möchte als Bürgermeister Mario Löhr: Natur- und Umweltschutz. Es brauche im öffentlichen Personennahverkehr „bessere Verbindungen und bessere Preise“.

Um das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu steigern, nahm der Kandidat die Polizei in die Pflicht. Eine eigene, durchgehend besetzte Polizeiwache für Selm sei nicht durchsetzbar, „ich fordere deshalb die Wochenendpräsenz eines Polizeiwagens vor Ort“.

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