Umbau: Das ändert sich auf der Burg Vischering

Kulturangebot in Lüdinghausen

Es tut sich etwas an der Burg Vischering in Lüdinghausen. Dort wird das Kulturzentrum des Kreises Coesfeld umgebaut - zu einem modernen Museum und Kulturzentrum. Wir haben mit Markus Kleymann von der Kulturabteilung des Kreises Coesfeld darüber gesprochen, wie sich der Umbau auf das Angebot auswirkt - und was für 2017 geplant ist.

LÜDINGHAUSEN

, 03.01.2017, 13:50 Uhr / Lesedauer: 4 min
Umbau: Das ändert sich auf der Burg Vischering

In einem gut geführten Museum kommt nichts weg. Auf der Burg Vischering fand sich sogar ein altes Baustellenschild wieder. Markus Kleymann betont, dass das Betretungsverbot auch aktuell gilt.

Sehr geehrter Herr Kleymann, wie definieren Sie Kultur? Denken Sie dabei vor allem an Ausstellungen oder Konzerte oder fassen Sie den Begriff weiter?

Kultur ist natürlich mehr als Ausstellungen und Konzerte. Der Begriff ist aus meiner Sicht viel weiter, allerdings ist er schwer einzugrenzen. In meinem Studium habe ich gelernt: Kultur ist die selbstgeschaffene Welt des Menschen. Das ist sicher sehr weit gegriffen, aber zeigt, dass es eine große kulturelle Vielfalt gibt.

Welche Kultur-Angebote hat der Kreis Coesfeld im vergangenen Jahr den Bürgern in Lüdinghausen gemacht?

Die Burg Vischering in Lüdinghausen ist das Kulturzentrum des Kreises Coesfeld. Diese Burg bespielen wir in unterschiedlichster Form. Die Hauptburg ist allerdings wegen des Umbaus derzeit geschlossen, deshalb haben wir nur eingeschränkte Möglichkeiten. Wir haben regelmäßige Angebote wie Jazz- oder klassische Konzerte und wechselnde Kunstausstellungen. Dazu kommt unsere Dauerausstellung mit den wichtigsten Exponaten der Burggeschichte. In den vergangenen Monaten hatten wir viele publikumswirksame Veranstaltungen wie unser Museumsfest, das große Fest zum Auftakt der Regionale 2016 oder zum ersten Mal das Kabarett-Doppel. Dabei pflegen wir gerne Kooperationen mit anderen Kulturpartnern.

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So läuft der Umbau an der Burg Vischering im Januar 2017

Wie sieht es derzeit in der Burg Vischering aus? Wir waren vor Ort und haben uns die Umbaumaßnahmen angeschaut.
03.01.2017
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Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto: Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
Die Burg Vischering wird seit Dezember 2016 umfassend saniert.© Foto Thomas Aschwer
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Was war bekannt, was war neu?

Ganz neu war die musikalische Wanderung von der Burg Lüdinghausen zur Burg Vischering, eine Aktion des Projektes „WasserBurgenWelt“. Der Weg ist eigentlich nur 500 Meter lang. Wir haben aber einen großen Umweg gemacht über rund 10 Kilometer mit fünf musikalischen Stationen. Das war so erfolgreich und so schön, dass wir das 2017 auf jeden Fall wiederholen wollen.

 

Was ist gut gelaufen, wo gibt es Luft nach oben?

Sehr gut gelaufen ist die gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Kulturinitiative Kaktus durchgeführte Ausstellung des Malers Otto Pankok. Diese Kooperation ist so gut gelaufen, darauf wollen wir aufbauen. Auch in 2017 wollen wir gemeinsam eine große Ausstellung organisieren. Geplant ist zusammen mit dem Kaktus eine Ausstellung auf beiden Burgen mit der Lüdinghauser Künstlerfamilie Wittkamp. Was wir sicher ausbauen können ist, dass wir mit der neuen künftigen Ausstellung in der Hauptburg mehr Museumsbesucher gewinnen wollen.

 

Auf welche Veranstaltung möchten Sie in Zukunft auf keinen Fall verzichten?

Wir haben kleine Veranstaltungen wie eine Vogelstimmen-Expedition, die wird es auch nächstes Jahr wieder geben. Das ist natürlich eine ganz andere Art von Kultur. Fortführen wollen wir auf jeden Fall auch die musikalische Wanderung. Im nächsten Jahr werden wir auf beiden Burgen auch wieder ein Kleinkunstdoppel machen. Wir haben also einige spannende Formate, die wir wiederholen wollen. Es gibt aber auch neue Veranstaltungen. So gibt es 2017 zum ersten Mal eine Zaubergala auf der Burg Vischering. Grundsätzlich gilt: Es soll immer wieder etwas Neues geben, wir wollen immer wieder für Überraschungen sorgen.

 

Welche weiteren Veranstaltungen hat der Kreis Coesfeld 2017 fest geplant?

Zum Herbst 2017 peilen wir die Eröffnung des neuen Museums an. Außerdem werden wir eine große Abschlussveranstaltung der Regionale im Sommer haben. Mit der Museumseröffnung planen wir viele, viele neue Dinge, die aber erst in der Planung sind. Deshalb kann ich noch keine Details nennen.

 

Wie weit ist die Kulturabteilung eingebunden in den Umbau der Burg Vischering?

Der Umbau wird von der Kulturabteilung natürlich intensiv begleitet. Wir haben zwei neue Kolleginnen in der Kulturabteilung, die sich sehr stark um die inhaltliche Ausgestaltung des Museums kümmern und daraus auch ein museumspädagogisches Programm ableiten. Wir sind aber sicher nicht diejenigen, die den Bau selber betreuen. Dafür haben wir eine eigene Bauabteilung und fachkundige Architekten. Aber natürlich wird es ein wesentlicher Teil unserer künftigen Arbeit sein, das Museum zu betreuen, zu vermarkten und mit attraktiven Veranstaltungen zu füllen.

 

Was ist in den vergangenen Wochen passiert auf der Burg, was muss noch gemacht werden, wie viel wird investiert?

Die größte bauliche Maßnahme war bis jetzt, dass der gesamte historische Gewölbekeller entkernt wurde. Dort gab es Reste der Gaststätte und vor allem eine Toilettenanlage. Das ist alles raus. Jetzt ist der Keller wieder in seinem Originalzustand. Aktuell verlegen die Bauarbeiter neue Leitungen. Im Rittersaal haben sie bereits den Boden entfernt. Hier verlegen die Arbeiten einen neuen Boden aus Sandstein – so wie es früher war. Sehr aufwendig sind die Arbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude für neue Leitungskanäle. Sie sind jedoch notwendig, um neue Technik in die Burg zu bringen. Insgesamt wird der Umbau der Burg rund 9,5 Millionen Euro kosten – erheblich gefördert vom Land NRW im Rahmen der Regionale 2016 und vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Was bringt der Umbau für die Besucher, können sie künftig bequemer von Etage zu Etage kommen? Er bringt natürlich inhaltlich viel Neues. Es wird zwei spannende Ausstellungen geben, eine über die westfälische Geschichte, eine zweite über Schlösser und Burgen im Münsterland. In der oberen Etage gibt es künftig neue Tagungs- und Sitzungsräume, die auch für das museumspädagogische Programm zur Verfügung stehen. Und natürlich werden diese Etagen mit einem neuen Aufzug verbunden. Der Einbau ist sehr schwierig und aufwendig. Insgesamt soll die Burg Vischering künftig barrierefrei sein, damit Rollstuhlfahrer und Gäste mit Rollator oder Kinderwagen einfacher in die Burg gelangen und gut von Etage zu Etage kommen.

 

Wenn man sich moderne Museen anschaut, sind sie methodisch anders aufgebaut als das früher der Fall war: Selbst ausprobieren statt etwas in Vitrinen anzusehen. Wird es solche Angebote künftig auch auf der Burg Vischering geben?

Ja natürlich wird es sie geben. Ein nettes Beispiel ist das Portal für Schlösser und Burgen im Münsterland. Hier wird es mehrere Medienstationen geben, wo sich Kinder und Erwachsene am Bildschirm selbst eine Burg bauen können – ihre Traumburg sozusagen. In einem zweiten Schritt sehen sie dann, welche Burg im Münsterland ihren Vorstellungen am nächsten kommt. Und diese Burg wird dem Besucher in Bildern und Fakten vorgestellt. Dazu gibt es auch Antworten auf die Fragen: Wie weit ist sie von der Burg Vischering entfernt? Wie komme ich mit dem öffentlichen Personennahverkehr oder mit dem Fahrrad hin?

 

Worauf dürfen sich die Besucher ganz besonders freuen?

Ich persönlich finde es spannend, dass wir in den Räumen der Burg jeweils ein zentrales Ausstellungsstück haben wie das eiserne Halsband von Lambert von Oer. Und um dieses zentrale Ausstellungsstück wird in jedem Raum die Geschichte erzählt. Die Geschichte, die hier passiert ist zu der Zeit – aber auch in Verbindung gesetzt zur Geschichte der Region und zur Weltgeschichte. So können Besucher in verschiedene Zeitalter eintauchen.

 

Gibt es bereits einen Eröffnungstermin?

Nein, es gibt noch keinen Eröffnungstermin, wir planen den Herbst 2017 an. Zurzeit sieht es gut aus, dass wir im Zeitplan und auch im Finanzbudget bleiben.

 

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