Einbrüche in Kindergärten: Täter schlagen am Osterwochenende in Bork und Cappenberg zu

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Nach der Einbruchserie in Olfener Kindergärten in der vergangenen Woche haben unbekannte Täter am Osterwochenende auch in Selm zugeschlagen – zwei Kitas sind betroffen.

Bork, Cappenberg

, 23.04.2019, 14:08 Uhr / Lesedauer: 3 min

Einen unschönen Osterfund machte eine Reinigungsfachkraft des Kindergarten St. Johannes am Buschkamp in Cappenberg am Sonntagnachmittag, 21. April. Als sie zum Wäschewaschen in den Kindergarten kam, fand sie keine bunten Ostereier, sondern heftige Einbruchsspuren vor, wie Kindergartenleiterin Beate Spitzer auf Anfrage der Redaktion erklärt. „Sie hatte sich schon gewundert, dass ihr eine Katze aus dem Gebäude entgegenkam“, sagt Spitzer.

Die Polizei bittet um Hinweise zu verdächtigen Wahrnehmungen an die Polizei in Werne unter Tel. (02389) 9213420 oder 9210.

Laut einer Mitteilung der Polizei hebelten bisher Unbekannte in der Zeit von Donnerstagnachmittag, 18. April, bis Sonntagmorgen, 21. April, eine Seitentür zum Gebäude auf. Dabei entstand so großer Schaden, dass sowohl Tür als auch Rahmen ausgetauscht werden müssen, erklärt die Einrichtungsleiterin. „Ich vermute mal, ohne es genau zu wissen, dass das gut am Samstagabend gewesen sein könnte, als alle in der Messe waren“, mutmaßt Spitzer.

Nicht viel gestohlen

Im Gebäude selbst brachen die Täter eine weitere Tür zu einer Abstellkammer an der Turnhalle auf. Auch hier müssen Tür und Rahmen ersetzt werden. „Außerdem haben die Täter die Personalfächer aufgebrochen und draußen die Bewegungsmelder abmontiert“, sagt Beate Spitzer.

Einbrüche in Kindergärten: Täter schlagen am Osterwochenende in Bork und Cappenberg zu

Im Außenbereich hängen lose Kabel der abmontierten Bewegungsmelder umher. © Beate Spitzer

Viel gestohlen haben die Einbrecher Stand Dienstagmittag, 23. April, nicht. „Ein Fotoapparat ist weggekommen, sonst nichts“, sagt Spitzer auf Nachfrage. „Ich weiß nicht, ob die wirklich auf großartiges Diebesgut aus waren oder einfach nur zerstören wollten.“

Große Hoffnungen macht sich Beate Spitzer von der Cappenberger Kita nicht, dass die Täter geschnappt werden. Immerhin: Der Kindergartenbetrieb konnte in Cappenberg am Dienstag nach Ostern fast normal weitergehen. „Wir haben die Außentür zugenagelt und den Turnhallenbereich abgesperrt. Aber sonst stört es den normalen Betrieb nicht“, sagt die Leiterin.

„Meist versuchen die Leute irgendetwas zu kriegen und sind dabei meist hauptsächlich auf Bargeld aus – aus Kakaokassen oder ähnlichem“, meint Kreispolizeisprecher Thomas Röwekamp. „Manchmal zerstören die dann auch, weil sie sauer darüber sind, dass sie nichts finden“, vermutet er. Und wenn etwas gestohlen wird, seien das „in der Regel Dinge, die sich gut abtransportieren lassen“.

Einbrüche in Kindergärten: Täter schlagen am Osterwochenende in Bork und Cappenberg zu

Die seitliche Außentür muss samt Rahmen ausgetauscht werden. © Beate Spitzer

Warum es überhaupt ein „meist“ gibt? „Einbrüche in Kindergärten und auch Schulen kommen oft vor“, erklärt Röwekamp. „Wie oft, wundert uns auch. Das ist für uns nicht nachzuvollziehen“, sagt der Polizist. Überall, im ganzen Kreisgebiet und darüber hinaus, seien solche Einbrüche immer wieder Thema.

Einbruch auch in Borker Kindergarten

Wie etwa im benachbarten Kreis Coesfeld, in Selms benachbarter Stadt Olfen. Hier gab es in der vergangenen Woche erst in der Nacht zu Mittwoch, 17. April, Einbrüche in drei Kitas.

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Doch damit nicht genug. Nicht nur in Cappenberg gab es am Osterwochenende einen Einbruch in einen Kindergarten. Auch in Bork, in die Kindertagesstätte der evangelischen Gemeinde St. Trinitatis an der Humboldtstraße, kam es im gleichen Zeitraum wie in Cappenberg zu einem Einbruch. Hier hebelten Unbekannte ein Fenster und im Inneren eine weitere Tür zu einer Putzkammer auf, erklärt Einrichtungsleiter Holger Bott auf Anfrage. Das Fenster sei „schwer beschädigt“ und müsse ausgetauscht werden, sagt er.

Im Büro brachen die Täter einen Aktenschrank und einen Schreibtisch auf und entwendeten einen kleineren Betrag Bargeld. „Keine 100 Euro, vielleicht 50“, meint Bott. Sonst stahlen die Einbrecher auch in Bork nichts weiter. „Reichtümer sind hier nicht zu holen“, macht Bolt deutlich. „Das ist aber natürlich schon ein ungutes Gefühl, in die Einrichtung zu kommen und das zu sehen“, sagt er. Die Kollegin im Frühdienst habe die Entdeckung gemacht.

Einbrüche in Kindergärten: Täter schlagen am Osterwochenende in Bork und Cappenberg zu

Auch in den evangelischen Kindergarten St. Trinitatis in Bork wurde eingebrochen. © Miriam Instenberg

„In der Regel keine überörtlichen Täter“

Ob die Fälle zusammenhingen, ließe sich nur schwer beurteilen, meint Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage. „Wir wissen ja auch gar nicht genau, ob das wirklich am gleichen Tag geschehen ist. Der mögliche Zeitraum ist recht groß“, sagt sie. Dennoch: „Wenn Nähe da ist, ist es natürlich nicht auszuschließen, dass es sich um die gleichen Täter handelt. Wissen tun wir das aber in diesem Fall nicht“, sagt auch Thomas Röwekamp mit Blick auf die Einbrüche in Olfen und Selm.

Doch was für Täter brechen überhaupt in Kindergärten ein? „In der Regel sind das keine überörtlichen Täter, sondern häufig örtliche, die wir auch schon mal hatten“, meint Thomas Röwekamp. Sprich: Von einer durchs Land ziehenden Verbrecherbande, die es auf Kindergärten abgesehen hat, ist erst einmal nicht auszugehen, sondern eher von örtlichen, polizeibekannten Kriminellen. Auch zu viel jugendlicher Übermut sei „nicht auszuschließen“, meint Röwekamp.

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