Unnaer Tafel: Standort in Selm ist ungewiss

SELM Landrat Michael Makiolla ist beeindruckt. „Dass Sie sich hier so regelmäßig treffen, ist nicht selbstverständlich“, sagt er zu den Teilnehmern des Sozialgesprächs im Altenwohnhaus St. Josef. So etwas gebe es im übrigen Kreis nicht. Dennoch gehöre Selm zu den Sorgenkindern des Kreises...

von Von Lisa Seiler

, 19.05.2008, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der finanziellen Lage und den sozialen Problemen einer Stadt“, sagt Makiolla. Weil die nach Ansicht von Pater Josef in Selm immer größer werden, ist außer dem Landrat auch Jürgen Schmidt von der Deutschen Tafel e.V. zum Sozialgespräch gekommen. Ulrike Trümper  und Martina Fuchs von der Unnaer Tafel sind ebenfalls zu Gast.

Kontakte zur Tafel gestalten sich schwierig

„Schön, dass Sie da sind. Bisher haben wir ja leider nicht zusammengefunden“, begrüßt Pater Josef die drei. Er und die anderen Teilnehmer des Sozialgesprächs wünschen sich eine Ausgabestelle der Tafel für Selm. Darum habe man die Mitarbeiter der Unnaer Tafel auch schon mehrfach eingeladen. Die Anfragen scheinen allerdings nicht angekommen zu sein. „Es gab mal einen ersten Kontakt, danach habe ich aber aus Selm nichts mehr gehört“, sagt die Koordinatorin der Unnaer Tafel, Martina Fuchs. „Wir würden natürlich am liebsten überall helfen, wo Not ist. Aber wir stoßen an unsere Grenzen.“

Tafel will Selmer Zahlen sehen

Pfarrer Lothar Sonntag hakt nach: „Heißt das, Sie planen nicht mehr, mit einer Ausgabestelle hierher zu kommen?“ Jürgen Schmidt schaltet sich ein. „Erstmal brauchen wir Zahlen“, betont er. Man müsse wissen, wieviele Bedarfsfälle es in Selm gebe, wieviele Ehrenamtliche zur Verfügung stünden und welche Räumlichkeiten man nutzen könne. „Tafelarbeit ist Knochenarbeit, das Ganze muss gut organisiert sein.“

Standort Selm ist problematisch

Die Vorsitzende der Unnaer Tafel, Ulrike Trümper, weist darauf hin, dass der Standort Selm problematisch sei, weil man hier nur wenig Ware bekomme. Dazu komme, dass es ohnehin schwer sei, genügend Lebensmittel zusammenzubekommen, wenn es so warm sei wie derzeit. „Erstens verderben die Sachen dann schnell und zweitens kaufen die Geschäfte bei diesen Temperaturen weniger ein.“ Insgesamt werde die Situation für die Tafeln schwieriger, „weil immer mehr Leute draußen stehen“. Trotzdem wollen sich die Mitarbeiter der Tafel am 12. Juni noch einmal mit Pfarrer Sonntag und einigen anderen Teilnehmern des Sozialgesprächs zusammensetzen, um zu klären, ob sich die Ausgabestelle für Selm vielleicht doch noch verwirklichen lässt.

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