Ursache des Brandes auf Burg Vischering: Unsachgemäße Asche-Entsorgung

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Am 19. September brannte es in einem Lagerraum auf Burg Vischering. Nun weiß die Polizei, was und wer die Ursache des Brandes war. Auf den Verantwortlichen kommt ein Verfahren zu.

Selm

, 25.09.2020, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kalte Asche brennt nicht mehr - das dachte der Verantwortliche für den Brand am Samstagabend im Lagerraum der Backstube der Burg Vischering. Nach Angaben der Polizei löste auf den ersten Blick erkaltete Asche das Feuer aus, die in einen Karton gefüllt wurde. „Asche in einem Karton zu füllen, ist eine ganz schlechte Idee“, sagt Klaus Hesselmann, stellvertretender Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Lüdinghausen.

In der Asche war laut Pressebericht der Polizei noch Restwärme vorhanden, die nicht erfühlt werden konnte. Dadurch entzündete sich der Karton. Die Polizei weist darauf hin, dass Asche noch mehrere Tage nach dem vermeintlichen Erkalten Glutnester haben kann. Bei der brennenden Asche handelte es sich laut Sascha Kappel von der Coesfelder Polizei um Asche aus der Backstube und nicht um Zigarettenasche.

Schaden in fünfstelligem Bereich, aber der Betrieb läuft weiter

Der Verantwortliche wurde ausfindig gemacht und müsse sich nun auf ein Verfahren einstellen. Bei jedem Brand sei die Polizei vor Ort, weil festgestellt werden müsse, ob es ein technischer Defekt war oder das Feuer mutwillig gelegt wurde. Die Ermittlungen um den Brand in der Backstube waren am Montag beendet.

Auf den laufenden Betrieb habe der schnell gelöschte Brand laut Wolfgang Heuermann, Sprecher des Landrats des Kreises Coesfeld, keinen Einfluss gehabt. Die Burg mitsamt des Museums, der Backstube und des Cafés konnte zu den gewohnten Zeiten öffnen. Durch aufmerksame Passanten, die nach Betriebsschluss Rauch aus der Vorburg kommen sahen, wurde der Schwelbrand früh entdeckt und gelöscht.

Dennoch richtete er einen Schaden im unteren fünfstelligen Bereich an.

Schlimmer erwischte es die Burg im Jahre 1521: Bei einem Brand wurde sie beinahe vollständig zerstört und dann wiederaufgebaut. Seitdem blieb sie vom Feuer verschont.

Asche immer draußen zwischenlagern

Feuerwehrmann Klaus Hesselmann berichtet, dass die brennende Asche in der Burg kein Einzelfall sei: Mehrmals im Jahr rücke die Feuerwehr aus, weil sich glimmende Asche in Mülltonnen entzündet. „Man kann nicht erkennen, ob es noch glüht. Die Glutstippen können winzig sein, auch wenn sich die Asche oberflächlich kalt anfühlt“, sagt der Fachmann.

Deshalb solle man Asche, beispielsweise aus dem Kamin, 24 Stunden draußen aufbewahren, bevor man sie in die Tonne wirft. Erst dann könne man sie in der Tonne entsorgen. Bis zur Entsorgung sollte man die Asche nicht wie im Fall von Burg Vischering in einer Pappschachtel aufbewahren, sondern in einem dafür vorgesehenen Behälter aus Blech. Die könne man in jedem Baumarkt kaufen.

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