Valentinstag und rote Rosen: Selmer Floristin verrät Alternativen zum Kassenschlager

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Valentinstag: Tag der roten Rosen? Die Selmer Floristin Elke Wulfert spricht über Alternativen und Trends zum Valentinstag. Und wie sieht es eigentlich mit der Nachhaltigkeit der Blumen aus?

von Carina Strauß

Selm

, 13.02.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte man ja jeden Tag im Jahr an die Liebsten denken“, sagt Elke Wulfert, Floristin in Selm, die ihr Blumengeschäft am Sandforter Weg betreibt. Aber der Valentinstag sei für viele eben noch mal ein spezieller Anstoß, um den Liebsten eine Kleinigkeit zu schenken.

Was kommt am besten an?

Blumen sind wohl das häufigste Geschenk zum Valentinstag. „Natürlich liegt die rote Rose nach wie vor im Trend“, stellt Elke Wulfert fest. Wer jedoch etwas Besonderes verschenken will, der sollte vorher schon mal den Liebsten auf den Zahn fühlen. „Besser ist es immer, die Lieblingsblume in der Lieblingsfarbe des Beschenkten zu besorgen. Auf die Vorlieben einzugehen, zeigt auch immer, dass man sich Gedanken gemacht hat“, so die Floristin.

Besonders beliebt seien auch schöne bunte Frühlingssträuße sowie kleine Gestecke oder kleine dekorierte Gefäße.

Valentinstag und rote Rosen: Selmer Floristin verrät Alternativen zum Kassenschlager

Elke Wulfert (rechts) und ihre langjähige Mitarbeiterin Carola Gudert sorgen dafür, dass die Selmer kreative Valentinstagsgrüße verschenken können. © Carina Strauß

Doch warum werden ausgerechnet Blumen zum Valentinstag verschenkt? Um den Valentinstag ranken sich viele Legenden. Dass am 14. Februar Blumen an die Liebsten verschenkt werden, könnte auf einen altrömischen Brauch zurückgehen. Im alten Rom wurde am 14. Februar das Fest der Göttin Juno gefeiert, der Schützerin von Ehe und Familie. An diesem Tag wurden nicht nur die Altäre der Juno mit Blumen geschmückt, sondern auch die Frauen der Familie mit Blumen beschenkt.

Schnittblumen zum Valentinstag - ökologisch tragbar?

Aber wie nachhaltig ist die Tradition Blumen zu verschenken? Im letzten Jahr hat die Airline Lufthansa Cargo laut eigenen Angaben 900 Tonnen rote Rosen zum Valentinstag transportiert. Das entspricht einer Menge von etwa 10 Millionen einzelnen Rosen. Die Flüge starteten in Quito und Bogota in Südamerika sowie Nairobi (Afrika).

Der BUND warnt davor, dass diese Rosen oft mit Pestiziden belastet seien. Das sei vor allem ein Problem für die Arbeiter im Rosenanbau. Wer auf Fairtrade- oder Bio-Siegel achtet, kann dagegen etwas für bessere Arbeitsbedingungen und die Umwelt tun.

Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen sagt, dass Floristen schon im Einkauf auf Nachhaltigkeit achten. Besonders vor dem Valentinstag sei zudem eine Marktdynamik erkennbar, die die Preise für rote Rosen in die Höhe schießen lässt. Daher würden Floristen mittlerweile gezielt Alternativen wie Tulpen anbieten. Diese haben einen deutlich kürzeren Transportweg und sind laut BUND weniger mit Pestiziden belastet.

Auch Elke Wulfert setzt auf Nachhaltigkeit. „Ich achte darauf, dass meine Blumen aus nachhaltigem und fairem Anbau kommen. Ein Stück weit muss man da aber natürlich auch seinen Händlern vertrauen.“ Zudem nutzte die Floristin von Anfang an keine Folie, um Blumen zu verpacken. „Eine Rose pur ist viel persönlicher als in Folie verpackt. Mittlerweile wird die Folie auch weniger nachgefragt.“

Die „Blumensprache“

Aber warum wird eigentlich ausgerechnet die rote Rose als Symbol der Liebe verschenkt? Heute vermutet man, dass die Blumensprache aus dem Orient nach Europa kam. Dies führen die Forscher der Universität von Nebraska vor allem auf die Briefe der Lady Mary Wortley Montagu zurück. Diese reiste zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den Orient und entdeckte dort die Kommunikation durch Blüten.

„Es gibt keine Farbe, keine Blume, kein Unkraut, keine Frucht, kein Kraut, keinen Kieselstein und keine Feder, zu der kein Vers gehört“, zitiert Mary Brooks von der Universität Nebraska die Lady Montagu. Nach und nach entwickelte sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts eine formalisierte Blumensprache. Für die Gesellschaft war es eine Form der stillen Kommunikation.

Diese Form der Kommunikation ist heute zwar selten geworden, aber in Teilen immernoch gegenwärtig. Wobei Elke Wulfert ergänzt: „Was zählt, ist die Geste und das man an jemanden gedacht hat.“

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