Verbot für Feuerwerk an Reitställen in Selm und Nordkirchen zu Silvester?

rnDiskussion um Feuerwerksverbot

Die Pferdeschutz-Initiative fordert ein Feuerwerksverbot in der Nähe von Reitställen. Pferde-Anlagen in Selm und Umgebung berichten von ihren Erfahrungen mit Huftieren an Silvester.

von Lena Zschirpe

Nordkirchen, Selm

, 04.12.2019, 21:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielen Tierbesitzern bangt es schon jetzt vor Silvester und den Feuerwerkskörpern, die viele Vierbeiner in Panik versetzen. Bei großen Tieren werden die Sorgen nicht weniger, denn auch Pferde reagieren meist schreckhaft auf die fremden Geräusche. Bei Angst und Stress außerdem eine erhöhte Verletzungsgefahr. "Menschen, die Feuerwerkskörper in der Nähe von Reitställen abfeuern, handeln verantwortungslos", so Brigritte Kübbeler, die Sprecherin der Pferdeschutz-Initiative 2015.

Die Initiative appelliert immer wieder an den Gesetzgeber, das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Reitställen zu verbieten. Laut der ersten Verordnung des Sprengstoffgesetztes (1. SprengV) § 23, herrscht dieses Verbot bereits in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen, sowie brandempflindlichen Gebäuden.

Feuerwerksverbot auch in Selm nötig?

In Südkirchen besteht zumindest auf dem Pferdehof Hüggemann ein Verbot von Feuerwerk. "Das wissen die Leute und halten sich dran", sagt Birgit Hüggemann. Der Hof ist in der Nähe von Schloss Nordkirchen gelegen, dort wird einmal im Jahr beim großen Musikfest schon im Sommer Pyrotechnik gezündet. „Das lässt die Pferde auf der Weide natürlich nicht kalt. Sie werden schreckhaft“, so Hüggemann.

„Jetzt im Winter stehen sie im Stall und die Türen sind zu, da kriegen sie gar nicht so viel mit. Denn hier in der Nähe hält sich das Böllern sonst in Grenzen", sagt Hüggemann. Sie sieht dagegen eine andere Gefahrenquelle. „Viel größer ist die Gefahr, wenn Böller auf Stroh oder Heu landen und ein Feuer ausbricht“, so Hüggemann. Ein Feuerwerks-Verbot könne also schon deswegen sinnvoll sein.

Tierbesitzer in Selm tragen Verantwortung bei Feuerwerk

"An Silvester händeln wir es so, dass wir vor Ort sind. Pferde können panisch werden, das sollte man schon im Blick behalten", erklärt Pferdefacharzt Marc Dahlkamp vom gleichnamigen Hof in Selm. "Bei uns ist allerdings noch nie etwas Dramatisches passiert." Ein Verbot in der Nähe von Hofanlagen befürwortet er aber nicht, obwohl er selbst kein Freund von Pyrotechnik ist. "Feuerwerke sind ja bereits reglementiert", sagt Dahlkamp.

Die Leute zur Vorsicht aufzufordern sei zwar sinnvoll, aber am Ende würden Tierbesitzer selbst eine Verantwortung tragen. "Man sollte sich dabei nicht auf Verbote verlassen. Wenn ich beispielsweise einen Hund halte, ist es auch besser, wenn ich das Tier an solchen Tagen bei mir habe." Tierbesitzer können schon einige Tage vor Silvester Vorkehrungen treffen, um den Jahreswechsel für ihren Vierbeiner möglichst angenehm zu gestalten. Am Silvesterabend selbst sollte die Wohnung einen Rückzugsort für das Tier darstellen.

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