Wir für Selm aufgelöst - Werner Sell bleibt im Rat, aber nicht allein

rnRat der Stadt Selm

Das Personalkarussell im neuen Rat dreht sich weiter. Nach der Neugründung der Fraktion Gemeinsam für Selm durch Jutta Steiner und Wolfgang Jeske steht Werner Sell aktuell im Mittelpunkt.

Selm

, 03.11.2020, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Selm ist wieder um ein Ratsmandat reicher. Werner Sell hat sich der Fraktion angeschlossen und wird sein Ratsmandat, das er bei der Kommunalwahl 2020 für den Verein Wir für Selm bekommen hatte, künftig für die SPD-Fraktion ausfüllen.

Der Verein Wir für Selm hat sich laut Pressemitteilung am 1. November aufgelöst. Gründe: Laut Werner Sell hatten die Mitglieder die Ergebnisse der Kommunalwahl analysiert. „Man war sich einig, dass die Gründung im Frühjahr 2020 zu spät erfolgte, um sich nachhaltig der Selmer Bevölkerung als Alternative darzustellen“, teilt Sell mit. Wir für Selm hatte bei der Kommunalwahl 2,54 Prozent der gültigen Stimmen bekommen und dadurch einen von vorher zwei Sitzen verloren.

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Weitere Gründe für das schlechte Wahlergebnis aus Sells Sicht: In der öffentlichen Wahrnehmung habe die Bürgermeisterwahl dominiert. Damit hätten die Gruppen und Parteien einen Vorteil gehabt, die einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt hatten - und die anderen wie Wir für Selm einen Nachteil. Wahkampfaktivitäten wie Flyer austragen, Gespräche mit Bürgerinnen und Bürger führen und Wahlstände besetzen fielen einem kleinen Verein wie Wir für Selm zudem schwerer als großen Parteien.

Zeitaufwand für die Einzelnen zu hoch

„Der Analyse schloss sich ein Blick in die Zukunft bis zum Jahr 2025 an“, teilt Werner Sell weiter mit. Die Anwesenden seien sich während der Mitgliederversammlung einig gewesen, „dass der Zeitaufwand mit den bisher aktiven Mitgliedern für jeden Einzelnen viel zu hoch sei und die Gewinnung neuer, aktiver Mitglieder nicht gewährleistet ist.“

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Der Tagesordnungspunkt 2 sah die Auflösung des Vereins vor. „Die Abstimmung ergab ein einstimmiges Ergebnis für die Auflösung des Vereins ,Wir für Selm‘, so die Mitteilung. Werner Sell wurde nach eigenem Bekunden von allen Anwesenden gebeten, sein Ratsmandat zu behalten. Das nimmt er nun in die SPD-Fraktion mit.

Nicht als Einzelkämpfer

Was hat Werner Sell bewogen, nicht als parteiloser Einzelkämpfer im neuen Rat zu sitzen, sondern in die SPD einzutreten? „Als Einzelkämpfer im Rat kann ich keine Anträge stellen“, antwortet Sell auf Anfrage der Redaktion. Das habe er von 2009 bis 2014 schon einmal mitgemacht. „Das ist etwas, das mich absolut nicht befriedigt.“ Damals hatte Sell für die Linken im Rat gesessen.

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Schon früher habe es Gespräche mit der SPD über einen Wechsel gegeben. Er habe seine Mitstreiterin im Rat, Daniela Volle, und seine Kreistagsfraktion nicht im Stich lassen wollen. Jetzt habe es nahe gelegen, zur SPD zu wechseln. „Weil ich etwas bewirken möchte für die Menschen in Selm.“ Das gehe nur in einer Fraktion.

Warum er die SPD als neue Partei ausgewählt hat, begründet Sell unter anderem damit, dass die SPD keine neue Partei für ihn sei. Er sei 1966 in die SPD eingetreten und 1999 wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Jugoslawien-Krieg ausgetreten. Ab 2007 gehörte er der Partei Die Linke an und gestaltete Politik im Rat der Stadt Selm, im Kreistag Unna und im Parlament des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster mit. Zum Jahreswechsel 2018/19 trat er dort aus wegen der vielen internen Streitereien, wie er damals sagte.

„Ich kehre nun also zu meiner Mutter zurück“, sagt Sell mit einem Lachen. Mit der Selmer SPD stimme er politisch zu 90 Prozent - „das hat man ja auch bei Abstimmungen gesehen“ - überein.

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