Verfahren gegen Löhr wird Thema im Netz, obwohl es eingestellt ist

rnWahlkampf in Selm

Juristisch gesehen sind die Vorwürfe gegen Bürgermeister Löhr nicht haltbar, die zwei Mitglieder der Familienpartei geäußert hatten. Zu diesem Schluss ist die Staatsanwaltschaft gekommen.

Selm

, 17.09.2020, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hat sich Mario Löhr als Bürgermeister etwas zu Schulden kommen lassen? Ein Selmer und ein Lüner hatten das gegenüber der Staatsanwaltschaft geäußert. Beide sind selbst politisch aktiv.

Ein langes Gespräch sei das gewesen, das die beiden Beschwerdeführer geführt haben, sagt Staatsanwalt Henner Kruse. Die Staatsanwaltschaft in Dortmund sei anschließend den Vorwürfen der Vorteilsnahme nachgegangen. Damit ließ sie sich aber Zeit - fast mehr als ein Jahr.

Seit dem 11. September steht fest: „Das Verfahren wurde eingestellt“, sagt Kruse. Die von Bernd V. Köster aus Lünen und Achim Sagurny aus Selm - beide sind Mitglieder der Familienpartei - vorgebrachten Vorwürfe hätten sich nicht erhärtet.

Löhr: „Ein Mittel, mich als Person zu beschädigen“

Dass das eingestellte Verfahren sechs Tage später auf Facebook thematisiert wurde, hält Bürgermeister Mario Löhr für „ein Mittel, mich als Person zu beschädigen“. Am 27. September tritt der SPD-Mann gegen Marco Morten Pufke (CDU) in der Stichwahl an. Beide bewerben sich für das Amt des Landrats im Kreis Unna.

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Bernd V. Köster, der für die Familienpartei in den Kreistag einziehen wollte, gilt als scharfer Kritiker von Löhr und von der Arbeit der Stadt Selm. Er hatte zuletzt auch die Bezirksregierung beauftragt, die Rechtmäßigkeit der Fällung von 100 von der Rußkrankheit befallenen Bäume zu untersuchen. Die vorgesetzte Behörde war zu dem Schluss gekommen, dass die Stadt richtig gehandelt habe.

In der letzten Ratssitzung hatte Löhr juristische Schritte angekündigt, wenn es wieder zu Beleidigungen im Netz komme. Er sehe da einen klaren Versuch „in dieser Stadt Stimmung zu schüren“: ein Statement, für das es im Rat Applaus gab.

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