Verlängerung der K44 n: Selmer Parteien diskutieren hitzig über Vorschlag

rnUmgehungsstraße

Könnte die Umgehungsstraße K44 n bis zur Nordkirchener Straße verlängert werden? Dazu wünschte sich die Fraktion für „Wir für Selm“ eine Prüfung. Sinnvoll oder nicht?

Selm

, 03.07.2020, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreisstraße im Zentrum und die Werner Straße im Industriegebiet verbindet die Umgehungsstraße K44 n miteinander. Wenn es nach der Fraktion „Wir für Selm“ geht, sollte die Straße aber noch ein Stückchen länger werden - bis zur Neuen Nordkirchener Straße/Lüdinghausener Straße.

Verkehrsfluss innerhalb der Stadt soll entlastet werden

„Der Durchfahrtsverkehr, aber auch der innerörtliche Verkehr in Selm hat bereits in den letzten Jahren erheblich zugenommen“, schreibt Werner Sell in einem Antrag, der an Bürgermeister Mario Löhr adressiert ist.

Durch neue Baugebiete und Gewerbeansiedlungen - zum Beispiel durch die Firma Cordes & Gräfe an der Werner Straße sowie auch durch den News Park in Datteln, werde das Verkehrsaufkommen nochmal deutlich zunehmen, so Sell in dem Schreiben.

Verlängerung in Schwerte gerade beschlossen

Eine Verlängerung der K44n würde seiner Meinung nach, den „Verkehrsfluss innerhalb Selms deutlich verbessern.“ Dies würde, so Sell, auch die Gesundheitsbelastungen durch den Verkehr senken, genauso wie die Gefahr durch den Verkehr, gleichzeitig würden vielleicht mehr Menschen auf das Rad steigen.

Sell hatte daher den Rat gebeten, die Verwaltung und den Kreis Unna mit einer Prüfung zu einer möglichen Verlängerung zu beauftragen. Gerade war im Kreistag in Unna auch über die Verlängerung der K20 n in Schwerte entschieden worden, die die B236 entlasten soll.

Baustein für ein Verkehrsentwicklungskonzept?

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Orlowski begrüßte den Vorschlag ausdrücklich: „Das könnte ein kleiner Baustein eines großen, guten Mosaiks sein“, so Orlowski. Soll heißen: der Baustein für ein gesamtes Verkehrsentwicklungskonzept für die Stadt. Die Zustimmung der SPD habe Sell für seinen Vorschlag jedenfalls, sagte Orlowski. Auch die Grünen können sich für ein Verkehrsentwicklungskonzept begeistern, wie Marion Küpper sagt.

CDU und UWG kritisierten den Vorschlag dagegen massiv: „Gegen diese Straße sind wir ausdrücklich“, sagte die UWG-Fraktionsvorsitzende Maria Lipke und auch der Prüfauftrag sei unnötig und binde viel Arbeit.

So sieht es auch Herbert Mengelkamp, der Fraktionsvorsitzende der CDU: „Das ist ein Riesen-Projekt mit irre langen Laufzeiten“, so Mengelkamp. So eine Prüfung vor der Sommerpause in Auftrag zu geben, mache überhaupt keinen Sinn. „Wir sind doch gar nicht in der Lage, den Prüfauftrag jetzt auf Verwaltungsseite zu erfüllen“, so Bürgermeister Mario Löhr. Dazu müssten die finanziellen Mittel und wahrscheinlich externes Personal zur Verfügung gestellt werden. Auch das gehöre zur Wahrheit, sagte er.

Mit 15 Nein-Stimmen, neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung lehnte der Rat den Vorschlag ab.

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