Vermieterin von Hamza K.: "Dass da Geldnöte herrschten, war offensichtlich"

Waffelino-Prozess

Im Prozess um den Brand im Café Waffelino will sich der Angeklagte Hamza K. am Mittwoch doch zu den Vorwürfen äußern. Vorher gaben sich am Dienstag jedoch die Zeugen die Klinke in die Hand.

Selm

, 05.02.2019, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vermieterin von Hamza K.: "Dass da Geldnöte herrschten, war offensichtlich"

Ralf Bleicher verteidigt den mutmaßlichen Brandstifter Hamza K. © von Braunschweig

Bei dem Feuer in der Nacht auf den 5. August 2017 brannte das Café vollständig aus. Staatsanwalt Christoph Köster wirft Hamza K. vor, den Brand aus Habgier gelegt zu haben. Sein Ziel sei es gewesen, die Versicherung zur Auszahlung einer hohen Schadenssumme zu bewegen.

Dass der Angeklagte zur Tatzeit jeden Cent gut gebrauchen konnte, glaubt auch seine frühere Vermieterin. Im Grunde habe sie von Anfang an nur Ärger mit dem heute 32-Jährigen und seiner Lebensgefährtin gehabt, sagte die Zeugin am Dienstag vor dem Dortmunder Schwurgericht aus. "Ich hatte aber immer viel Verständnis", so die Vermieterin.

Vermieterin sagt, sie habe viele Ausreden gehört

So habe sie mehr als nur einmal darüber hinweggesehen, dass die Mietzahlung verspätet oder nur teilweise auf ihrem Konto eingegangen sei. An Ausreden habe es dem Paar dann nie gemangelt, sagte die Zeugin. "Mal war der Frau angeblich die Handtasche gestohlen worden, danach hieß es auch mal, die Überweisung sei auf das falsche Konto geschickt worden", sagte die Selmerin und schmunzelte. "Ich habe in dieser Hinsicht wirklich schon viel gehört."

Für die Hausbesitzerin steht jedenfalls fest: "Dass da Geldnöte herrschten, war offensichtlich." Und spätestens, nachdem sie mitbekommen habe, dass Hamza K. offenbar einen jungen Mann betrogen hatte, der bei ebay-Kleinanzeigen auf eine Anzeige des Angeklagten hereingefallen war, sei sie auch nicht mehr gut auf Hamza K. zu sprechen gewesen. "Da war ich richtig enttäuscht von ihm."

Auch Brand im Keller

Tatsache ist auch, dass es im Keller des damals von dem 32-Jährigen und seiner Lebensgefährtin bewohnten Hauses ebenfalls zu einem Brand kam. Im Anschluss habe K. die Vermieterin sogar auf Entschädigungszahlungen verklagen wollen und dabei gesagt: "Das zahlen doch nicht Sie selbst, sondern die Versicherung." Ob dieser Kellerbrand vorsätzlich gelegt wurde, konnte übrigens nie zweifelsfrei festgestellt werden.

Neben der Vermieterin hatte die Kammer am Dienstag auch zahlreiche Familienangehörige des 32-Jährigen als Zeugen geladen. Fast alle machten von ihrem Recht Gebrauch, nicht aussagen zu müssen. Auch die Lebensgefährtin von Hamza K. sagte nichts. Angeblich ist das Paar bereits seit April 2013 verlobt.

Der Prozess wird bereits am Mittwoch fortgesetzt. Neben der Aussage des Angeklagten werden dann weitere Zeugenvernehmungen erwartet.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt